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Fructoseintoleranz: Symptome, Diagnose, Behandlung

Kerstin Stickel Experten Begutachtung von Kerstin Stickel, Ernährungsberatung & Fitness-Instruktorin. Am 23.10.2020 geschrieben von Kathrin Stickel

Schnelle Fakten zu Fructoseintoleranz:

  • Fruktose kommt in den meisten Obst- und Gemüsesorten und in Honig vor, aber auch in vielen anderen Lebensmitteln ist es zugesetzt.
  • Eine strukturierte Ernährungsumstellung kann bei Fructoseunverträglichkeit  helfen, die Beschwerden zu lindern und zu kontrollieren!
  • In der Karenzphase sollten die Lebensmittel ausgelassen werden, die ohnehin oft Unverträglichkeiten hervorrufen.
  • Die Zugabe von Traubenzucker zum Essen oder die Kombination von fructosehaltigen Speisen mit Fett und Eiweiß (z. B. Obst zu Quark oder als Dessert) verbessert bei vielen die Verträglichkeit und führt zu verringerten Symptomen.
  • Da Saccharose (Haushaltszucker) aus ca. 50% Fruktose besteht und einen hohen Anteil an Glukose (Traubenzucker) enthält, wird dieser meistens in kleineren Mengen gut bzw. besser vertragen.
  • Hier geht es zu unserem Fructoseintoleranz Set für Einsteiger mit Experten Tipps & Tricks

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Gemüse und Obst sind gesund und stecken voller Vitamine. Doch was ist, wenn knackige Äpfel oder Birnen und Karotten auf einmal Bauchweh verursachen? Fruktosemalabsorption, früher als Fruktoseintoleranz in der Nahrung bezeichnet, führt nach dem Verzehr von fructosehaltiger Nahrung zu Symptomen wie Übelkeit, Durchfall, chronischer Müdigkeit, Gasbildung uvm. Fruktose ist ein Zucker, der natürlicherweise beispielsweise in Obst, Gemüse und Honig vorkommt. Menschen die Fructose nicht aufnehmen und verarbeiten können, leiden möglicherweise unter einer Fructose-Intoleranz. Dieser Artikel soll nicht nur aufzeigen was eine Fructoseintoleranz ist und welche Symptome man dabei hat, vielmehr werden hier auch wichtige persönliche Erfahrungen von einem Team-Mitglied geschildert und wertvolle Tipps & Tricks gegeben um ernährungstechnisch am besten damit umzugehen. Danach wissen Sie was Fruktose genau ist, welche erwünschten und unerwünschten Wirkungen es im Körper hervorrufen kann und wie eine Fruchtzuckerunverträglichkeit eigentlich entdeckt bzw. diagnostiziert wird.


Zusammengefasst
: Fructosehaltigen Nahrung führt bei immer mehr Menschen zu Symptomen wie Übelkeit, Durchfall oder Müdigkeit. Dahinter kann eine Fructoseunverträglichkeit stecken!

Was ist Fruktose?

Fruktose gehört zu der Kategorie Einfachzucker, es ist farb- und geruchlos und schmeckt äußerst süß. Sehr viele Früchte besitzen einen sehr hohen natürlichen Fructosegehalt. Diese Einfachzucker werden direkt ins Blut aufgenommen und durchqueren davor die Dünndarmschleimhaut, ohne vom Körper verarbeitet zu werden. Oftmals sieht man Werbung und Slogans mit „Fruchtzucker gesüßt“ dabei ist dieser Einfachzucker ohne weitere Nährwerte, trotzdem mit viel Kalorien und Energie. Im Vergleich zum Fruchtzucker aus Obst, indem noch wichtige Vitamine sind, ist dieser nur als Ersatz für Haushaltszucker gedacht und findet vor allem in Diätprodukten oft seinen Einsatz. Selbst im handelsüblichen Haushaltszucker ist er zu finden, denn hier bildet er im Verhältnis 50:50 einen Zweifachzucker (Saccharose).


Zusammengefasst
: Fruktose ist farb- und geruchlos und besitzt einen süßen Geschmack.

Was ist Fructoseintoleranz?

Fruchtzuckerunverträglichkeit ist eine Störung des Fruktosestoffwechsels. Jeder dritte Deutsche verträgt Fruchtzucker mehr oder weniger schlecht. Der Ursprung der Fructose-Intoleranz (FI) befindet sich im Dünndarm, hier haben die GLUT-5-Transportsysteme die Funktion verloren oder es sind nur wenige davon vorhanden, so dass nur wenig oder keine Fructose (weniger als 25 Gramm, z.B. aus zwei großen Gläsern Apfelsaft) absorbiert werden kann. Gesunde Menschen können ca. 35 bis 50 Gramm  Fruchtzucker pro Stunde verarbeiten. Größere Mengen davon lösen deshalb auch bei gesunden Menschen Verdauungsbeschwerden aus. Bei zu großen Mengen oder einem Defekt im Transportsystem landet die Fructose direkt im Dickdarm und kann hier nicht ausreichend in den Körper aufgenommen werden, da der hohe Zuckeranteil überhand nimmt. Dies fördert die Entstehung von Gasen und kurzkettigen Fettsäuren.

Fruchtzucker befindet sich von Natur aus in nahezu allen Obstsorten. Die Folge dessen sind Symptome wie ein aufgeblähter Bauch, breiiger Stuhl, Schmerzen, Übelkeit, Magen-Darm-Krämpfe, die nicht bei allen Betroffenen auftreten. Es gibt eine angeborene und eine entwickelte Form der Fructoseintoleranz. Die entwickelte Form kann durch Vererbung der Eltern übertragen werden. Hierbei kann es sein, dass man 20-, 30 oder sogar 40 Jahre keine Symptome aufweist und es plötzlich auftaucht, bleibt oder in ganz seltenen Fällen wieder verschwindet. Heutzutage wird immer mehr Fruchtzucker eingesetzt, die Lebensmittelindustrie produziert immer mehr Produkte und Getränke die neuerdings mit Fruktose gesüßt werden. Beworben wird dies meistens als „Naturzucker“ oder als gute Alternative zum Haushaltszucker.

Dünndarm-Dickdarm bei Fructose

Fructoseintoleranz kann durch unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sein, darunter:

  • Stress
  • Ungleichgewicht von schlechten und guten Bakterien im Darm
    (durch hohe Aufnahme von verarbeiteten und raffinierten Lebensmitteln über einen längeren Zeitraum)
  • bestehende Darmprobleme (Reizdarmsyndrom (IBS)) oder Entzündungen

Viele Betroffene berichten, dass bei Ihnen die Fructoseintoleranz nach einer Erkältung oder Entzündung endgültig ausgebrochen war. Meistens erhalten die Personen ein Antibiotikum. Je nach Antibiotikum und vorbelasteten Darm, kann es also dazu führen, dass es die Darmschleimhaut und somit auch die GLUT-5-Transporter beeinträchtigt oder zerstören kann.

Aber auch anhaltender Stress oder eine längerfristige ungesunde Ernährung können zu Schäden der Darmschleimhaut führen und diese schwächen. Auch Infektionen mit dem Pilz Candida albicans kann zu einem Ungleichgewicht im Darm verantwortlich sein!

Derzeit bekannt sind drei unterschiedliche Fruktose-Abbaustörungen:

  • Fruktosurie (Fruktosämie)
  • erbliche (hereditäre) Fruktoseintoleranz
  • erworbene (intestinale) Fruktoseintoleranz

Die äußerst seltene Intoleranz „Fruktosurie“ besagt aus, dass hierbei die Funktion des Enzyms Fructokinase gestört oder beschädigt ist. Hierbei wird Fructose im Blut angesammelt und über den Urin ausgeschieden. Funktionierende Enzyme können Teilarbeiten leisten und das defekte Enzym ausgleichen.

Die erbliche hereditäre Fruktoseintoleranz 1 ist selten. Diese wird angeboren und vererbt durch die Eltern und tritt schon bei Säuglingen auf. Da Muttermilch keine Fructose enthält, treten erst nach dem Abstillen möglicherweise folgende Probleme auf:

  • eine starke Abneigung gegen Süßigkeiten
  • Hyperventilation
  • Gelbsucht
  • Erbrechen
  • die körperliche Entwicklung kann beeinträchtigt werden

hierbei ist entweder das Enzym nicht enthalten oder gestört. Ohne Behandlung können sie lebensbedrohliche Komplikationen wie Leber- und Nierenversagen entwickeln.

Die intestinale Fruktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption ist die häufigste Form von Fruchtzuckerunverträglichkeit. Hierbei ist das Enzym GLUT-5 gestört und kann nicht richtig im Darm verarbeitet werden. Die Auslöser dafür können vielfältig sein, von Stress, Medikamente über falsche und ungesunde Ernährung über einen längeren Zeitraum. Die Veranlagung dazu kann angeboren und vererbt sein.

Eine Fructoseintoleranz kommt leider meistens nicht alleine, in sehr vielen Fällen kommt zu einer Fructoseintoleranz noch eine Histamin Unverträglichkeit und/oder einer Laktoseintoleranz hinzu. Im Laufe des Artikels wird man feststellen, dass Fructose zwar ein einfacher Zucker ist, er zwar nur in Gemüse und Obst natürlich auftaucht, dieser Monosaccharid Zucker aber in anderen Formen extrem vielen verarbeiteten Lebensmitteln wie etwa Honig zugesetzt wird.

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, sollte das erste Ziel sein, dass man versucht seine gesunde Darmflora wiederherzustellen. Hierbei wird versucht mit gesunden Bakterienstämmen, den Milchsäurebakterien (Bifidos- und Laktostämmen) die Darmflora zu verbessern. Hierzu kann man seine Stuhlprobe auswerten lassen oder man versucht hierbei selbst Milchsäurebakterien auszutesten. Die sogenannte persönliche Toleranzgrenze zu erhöhen ist hierbei das Ziel, gerade bei der Erstdiagnose Fructose-Unverträglichkeit ist diese erstmal ganz gering. Je niedriger diese Toleranzgrenze ist, desto mehr Symptome bekommt man und desto weniger verträgt man.

Gerade am Anfang ist dies für viele Neulinge sehr schlimm, da Viele denken das man zukünftig fast nichts mehr essen kann, was aber so nicht eintreffen wird. Die Transportsysteme rund um LUT 5 und die GLUT 2 Proteine sind äußerst empfindlich. Generell gilt, dass Beschädigungen nicht mehr zu 100% repariert werden können. Man kann mit diversen Maßnahmen seine Toleranzgrenze erhöhen aber man wird die vollständige Aufnahme wie bei gesunden Menschen nie wiedererlangen. Daher sollte man stets versuchen Antibiotika und Kortison solange wie es geht zu vermeiden.


Zusammengefasst
: Bei Fructose-Intoleranz haben die GLUT-5-Transportsysteme im Dünndarm ihre Funktion verloren oder sind beschädigt. Daher kann sehr wenig Fructose absorbiert werden und löst dadurch Symptome aus. Es gibt die drei Arten von Fruktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption ist die häufigste Form davon.

Fructoseintoleranz Test

Um die Unterscheidung von anderen Krankheiten wie Histaminintoleranz oder Laktoseintoleranz mit ähnlichen Symptomen zu erleichtern, wird ein einfacher diagnostischer Test empfohlen. Die gängigste und unspektakuläre Methode ist ein Wasserstoff-Atemtest mit 25 g Fruktose in Wasser aufgelöst, auch H2-Atemtest 2 genannt. Der H2-Atemtest ist einfach und schmerzfrei. Wenige Hausärzte sind hierauf spezialisiert und verweisen daher meist auf einen Gastroenterologen.

  • Bereits 1 Tag davor muss man gewisse Lebensmittel weglassen und Kohlenhydrate reduzieren.
  • 4 Wochen zuvor darf kein Antibiotika eingenommen werden.
  • Man muss 12 Stunden vor dem Wasserstoff-Atemtest nüchtern sein. Es ist nur Wasser, Kaffee (ohne Milch und Zucker) oder Tee erlaubt.
  • Geraucht werden darf auch 12-24 Stunden zuvor nicht mehr

Man erhält darauf einmalig eine 200–400 ml Fruktose-Trinklösung mit hohem Fruchtzuckergehalt, diese schmeckt sehr süß und muss auf einmal getrunken werden. Danach werden alle 15-30 Minuten ein Atemtest durchgeführt, in der Zwischenzeit setzt man sich wieder in das Wartezimmer. Es erinnert an einen Alkoholtest wo man in ein Gerät pusten muss. In der Regel dauert der komplette Test ca. 3 Stunden. Zwischenzeitlich wird durch das medizinische Personal abgefragt, ob man schon erste Beschwerden spürt. Meistens spürt man diese 30-60 min nach der ersten Messung.

Diagnoseschreiben Fructoseunverträglichkeit

Solch ein Diagnose Bericht, erhält man bei Fructoseintoleranz vom Arzt ausgehändigt.

Der Test bewirkt folgendes: Da Fructose nicht im Darm absorbiert wird, erzeugt es Wasserstoff. Durch den Atemtest wird der Wasserstoffgehalt im Atem gemessen, dieser ist ein Indikator dafür ob man an Fructoseintoleranz leidet. Ein Teil geht in Form von Blähungen aus dem Darm heraus, der andere Teil wird durch die Darmschleimhaut absorbiert, daraufhin gelangt es in die Lunge und wird dann abgeatmet und ausgewertet. Wenn der Wasserstoffgehalt zweier Messungen um 20 ppm höher liegt als der Ausgangswert, lässt sich eine Fructoseintoleranz vermuten, diese Werte können teilweise über 100 ppm gehen. Ein zusätzliches Zeichen, dass für eine Reaktion spricht, sind typischen Beschwerden während des Tests bzw. meistens nach 30-60 Minuten.

Eine andere Möglichkeit anstatt einen Atemtest auf Fructoseintoleranz zu machen, ist ein Ernährungstagebuch zu führen. Führen Sie das Ernährungstagebuch mindestens zwei Wochen lang. Vermerk wird unter anderem „Was wurde wann gegessen? Wann traten welche Beschwerden auf? Dieser Schritt wird meistens von registrierten Ernährungsberatern erfolgreich eingesetzt. Hierbei wird exakt protokolliert was man wann isst und trinkt und welche Symptome danach auftreten. Hierbei werden dann im späteren Verlauf die fructosehaltige Lebensmittel entfernt und geprüft ob sich die Symptome lindern. Bei manchen Menschen treten die Symptome, nach dem Verzehr von fructosehaltigen Lebensmitteln oder Getränken bereits nach wenigen Stunden auf, bei einigen erst nach 24 Stunden. Dies macht es  schwer die richtigen Lebensmittel herauszufinden, daher hilft einem das Ernährungstagebuch sehr gut.


Zusammengefasst
: Bei einem Fructoseintoleranz Test trinkt man auf nüchternen Magen beim Arzt einen 300 ml Fructose-Cocktail. Danach werden alle 15-30 Minuten der Wasserstoffgehalt des Atems überprüft und ausgewertet. Eine Intoleranz ist wahrscheinlich, wenn der Wasserstoffgehalt zweier Messungen um 20 ppm höher liegt als bei der ersten Messung.

Fructoseintoleranz Symptome

Übliche Symptome einer Fructoseintoleranz, von denen Betroffene berichten, sind:

  • Übelkeit
  • Weicher Stuhlgang
  • Blähungen und Darmgeräusche
  • Magengeräusche (Grummeln nach dem Essen)
  • Gas/Winde
  • Reizdarmsyndrom
  • Schwindel
  • Bauchschmerzen bis hin zu Koliken
  • Durchfall ev. wechselweise auch Verstopfung
  • Erbrechen
  • chronische Müdigkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Infektanfälligkeit durch Folsäure- und Zinkmangel
  • Herzstolpern durch die Gase im Bauch

Vermehrt werden auch weitere Hinweise auf Stimmungsstörungen, Gereiztheit und Depressionen laut. Eine Studie zeigte beispielsweise auf, dass Personen mit Fructose Unverträglichkeit oft einen niedrigen Tryptophan-Spiegeln aufwiesen. Ein zu niedriger Spiegel kann depressive Verstimmungen hervorrufen.3 Dies liegt an der Fructose die durch den Dickdarm sich zu einer Komplexbildung entwickelt. Das gebundene Tryptophan der Nahrung steht dann nicht mehr zur Serotoninbildung (Hormon zu Stimmungsaufheiterung) bereit. Diese Symptome sollten nach der Karenzphase jedoch wieder verschwinden. Sehr häufig treten diese unangenehmen Symptome speziell, nach dem Genuss vom puren Apfelsaft auf.


Zusammengefasst
: Bei einer Fructoseintoleranz, kommt es bei Einnahme von Fructose zu Symptomen wie Übelkeit, Durchfall, Schwindel, Kopfschmerzen uvm.

Ernährungsumstellung- Die 3 wichtigen Stufen

Um einerseits die die Toleranzmenge zu erhöhen und zu bestimmen und die anfangs starken Symptome zu lindern, muss man eine Ernährungsumstellung durchführen. Diese unterteilt sich in drei Stufen. Normalerweise begleiten einen in den ersten zwei Stufen Ernährungsberater. Egal ob sie Ihre Informationen vom Berater oder aus dem Internet beziehen, wichtig ist es, die richtigen Informationen zu finden, die aus seriösen Quellen stammen und vor allem auf Erfahrungswerte setzen. Versuchen sollte man stets beim Einkaufen, die Zutatenliste und nicht die Nährwerttabelle der Lebensmittel anzuschauen.

Ernährungsumstellung bei Fructoseintolleranz. Drei Phasen

Karenzphase – Stufe 1

Ziel:

  • Reduzierung der starken Symptome. Beruhigung des Verdauungssystem. Das Tageslimit für Fructose sollte 3-5 g pro Tag nicht überschreiten. Erst wenn es dem Darm besser geht, kann das Tageslimit an Fructose erhöht werden.

Was muss beachtet werden:

In dieser ersten Phase wird versucht alle fructosehaltigen und am besten auch alle zuckerreichen Lebensmittel (beziehungsweise Sorbit) zu meiden. Eine Auswahl geeigneter Obstsorten haben wir weiter unten in einer Tabelle zusammengefasst. Das Ziel ist es, dass sich das Verdauungssystem erholen kann. Dadurch sollten die Symptome abklingen. Passende Nahrungsmitteltabellen helfen dabei, den Fructosegehalt zu bestimmen. Diese Phase ist sehr hart durchzuhalten, teilweise isst man mehrere Tage das gleiche Essen, um zu überprüfen ob man diese Kombination gut verträgt. Der Ballaststoffgehalt sollte in dieser Phase ebenfalls reduziert werden, da manche Fruktoseketten enthalten könnten. Zum Testen eigenen sich Hirseflocken oder Haferprodukte wie Hafergold.

Hier sollte man auch gut verträgliche Gemüsesorten wie Zucchini, Brokkoli, Spinat, Mangold, Fenchel, Chicorée, Sellerie, Radieschen vorerst vermeiden.

Lebensmittel und Getränke die man während einer Karenzzeit nicht konsumieren darf:

  • Fertige Soßen, kein Ketchup
  • Desserts wie Eis, Kekse mit Fruktosesüßstoffen
  • Limonaden
  • bestimmte Müsliriegel
  • Säfte jeglicher Art (am besten stilles Wasser trinken)
  • Süßigkeiten
  • Pizza
  • Nutella, Honig, Marmelade und andere süße Brotaufstriche
  • Fertigprodukte oder Salatsaucen die Zucker enthalten
  • Knoblauch, Zwiebel
  • Produkte die mit den Zuckeraustauschstoffen Maltit, Xylit, Sorbit bestückt sind
  • Obst
  • Hülsenfrüchte

Nicht verträglicher Zuckerersatz:

  • Agavennektar
  • Mannitol (E 421, Mannit)
  • Glucose-Fructose-Sirup
  • Zuckeralkohole
  • Agavensirup
  • Maissirup
  • Sorbitol (E420 , E432, E433, E434, E435, E436),
  • Xylit (E967)
  • Fruktosesirup
  • Ahornsirup
  • Fruktose
  • Honig
  • Invertzucker und Sirup
  • Isomalt (E 953)
  • Fructose-Glucose-Sirup
  • Maltitol (Maltit, Maltitol-Sirup, E 965 )

Gut verträglich auch in Karenzphase sind dagegen:

  • Dinkelsirup aus Glukose und Maltose
  • Laktose, falls man nicht zusätzlich noch eine Laktoseintoleranz aufweist
  • Maltodextrin (Dextrin)
  • Erythritol (Erythrit, E 968) in kleiner Menge
  • Getreidezucker
  • Reissüße aus getrocknetem Reissirup
  • Stevia
  • Glukosesirup
  • Maltose
  • Glukose (Dextrose, Traubenzucker)
  • Reissirup aus Maltose & Glukose

Als Zwiebelersatz kann man Schalotten und Frühlingszwiebeln nehmen, im besten Fall auch die ersten 14 Tage in der Karenzzeit komplett darauf verzichten.

Ein typisches Gericht ist Hähnchenbrustfilet Natur mit Reis. Ergänzen kann man dies mit fructosearmen Lebensmitteln wie grünes Blattgemüse, Pilze, Avocados.

Was man während der Karenzzeit essen sollte:

  • Fleisch
  • Fisch (alles unmariniert)
  • Eier
  • Brot oder Brötchen ohne Zuckerzusatz
  • Milchprodukte ohne Fruchtzusätze oder Zucker
  • Kartoffeln (evtl. über Nacht gewässert)
  • Reis
  • Nudeln
  • Gries
  • Selbstgemachte Püree, Klöße, Pommes.
  • Nur selbst gemachte Soßen

Dauer:

  • Maximal 2 Wochen


Zusammengefasst
: Die Karenzphase geht maximal 2 Wochen. Hierbei wird versucht den Darm zu beruhigen, so dass die Symptome verschwinden. Diese Zeit ist für die Betroffenen sehr anstrengend da man eine sehr eingeschränkte Lebensmittelauswahl hat. Hierzu zählen Lebensmittel wie Reis, Fisch, Pute, jedoch keine Fertiggerichte oder gekaufte Fix-Soßen, kein Obst und keine Restaurantbesuche.

Übergangsphase/Testphase – Stufe 2


Ziel:

  • Die in der Karenzzeit strengen diätetische Anforderungen und Regeln werden aufgehoben

In diesen weiteren sechs Wochen werden nach und nach weitere Lebensmittelkombinationen im Speiseplan ausgetestet, sobald man weitgehend beschwerdefrei ist. Man führt kleine Mengen fruktosehaltiger Lebensmittel nach und nach hinzu und beobachtet die Reaktion des Körpers. So findet man über mehrere Wochen heraus, wie hoch seine eigene Fructose-Toleranz liegen kann. Hierzu nicht direkt mit Lebensmittel wie Äpfel oder Birnen anfangen, da deren Fructosegehalt sehr hoch ist. Starten sollte man eher mit Lebensmittel, die ein günstiges Verhältnis von Fruchtzucker zu Traubenzucker (Glukose) haben, je mehr der Glukose-Gehalt den von Fruktose übersteigt, desto besser verträglich ist das Lebensmittel.

Individuell verträglich nach Karenzphase

  • Xylit (Achtung für Haustiere tödlich)
  • Kokosblütenzucker besteht wie Saccharose aus fast 100% aus Fruktose & Glukose
  • Lactitol E 966
  • Glukosesirup
  • Fruktosesirup
  • Oligo- und Polysaccharide
  • Saccharose (Haushaltszucker, Roh(r)zucker, Sucrose) in kleinen Mengen ausprobieren.
  • Fruktane, Oligosaccharide
  • Birkenzucker
  • Inulin

Um diese besser verdaulich zu machen, sollte man die Gerichte mit Fett- und Protein anreichern, da hierdurch eine viel bessere Aufnahme von Fructose im Dünndarm gewährleistet wird. Meistens hat sich der Darm binnen der 14 Tage Karenzzeit etwas erholt. Es kann versucht werden die ersten fructosearmen Gemüse und Obstsorten in die Nahrung einzubauen. Im besten Fall trinkt man hierbei auch stilles Wasser, sprudeliges Wasser kann die Verdauung stören. Meistens wird nach 8 Wochen eine geeignete Lebensmittelauswahl getroffen. Dann wird es einfacher, ab hier weiß man grob was schmackhafte und bekömmliche Lebensmittel sind und wie man diese richtig zubereiten kann.

Erlaubt ist leichte Vollwertkost sowie erste kleine Gemüse und Obstsorten.

Dauer:

  • Bis zu 6-8 Wochen


Zusammengefasst
: In Diesen 6 Wochen ist leichte Vollkost erlaubt. In dieser Phase testet man kleine Mengen Gemüse- und Obstsorten aus. Hierbei wird wie in der Karenzzeit ein Ernährungstagebuch geführt. Lebensmittel mit viel Fructose wie Äpfel und Birnen werden weiterhin gemeldet.

Permanente Ernährung – Stufe 3


Ziel:

  • Ernährungsbedürfnisse werden berücksichtigt

Hierbei werden spezielle Ernährungsempfehlungen vom Ernährungsberater gegeben. Auch ohne eine professionelle Beratung hat man während der Phase 2 gelernt, was einem gut tut und was nicht. Man geht in dieser Phase in einem ausgewogenen Alltags-Speiseplan über. Man integriert weitere Mahlzeiten und versucht weiterhin Fructosehaltige Nahrung aufzunehmen, so dass sich der GLUT5-Transporter im Darm weiterhin daran gewöhnen kann und die Toleranzgrenze nicht sinkt. Sonst würde ihr Körper dafür sorgen, dass er verlernt weiterhin die Fructose zu verwenden. in dieser Phase gilt es stetig zu testen und mutiger mit der Dosierung zu werden um herauszufinden welche Mengen an fruktosehaltiger Lebensmittel vertragen werden.

Dauer:

  • Dauerernährung


Zusammengefasst
: Diese Phase nennt man Dauerernährung, hierbei geht man in einen angepassten und Alltagstauglichen Speiseplan über. Hier kann alles ausprobiert und ausgetestet werden, auch kleine Mengen Äpfel oder Birnen kann man wieder essen.

Fructoseintoleranz was darf ich essen inkl. Tabelle

Was darf man essen und was nicht bei Fructoseunverträglichkeit

Eine Ernährungsumstellung um schnell die Symptome einer Fructoseunverträglichkeit zu verbessern, führt über eine strenge Diät. In unserer Tabelle zeigen wir einige Lebensmittel die man essen sollte und Lebensmittel die man aus dem Ernährungsplan streichen sollte. Diverse Süßstoffe sollten vermieden werden, da diese die Aufnahme von Fructose im Darm möglicherweise weiter hemmen könnten. Meistens ist je nach Toleranzgrenze eine Süßung durch Milchzucker oder Haushaltszucker eine bessere Wahl. Ein Augenmerk stets auf Produkte legen, die als Fruchtjoghurt oder Früchtetees ausgezeichnet sind, oder die Sorbit (ein Zuckeraustauschstoff), Inulin, Maisstärkesirup, Fructooligosaccharide, Zuckeraustauschstoff(e) und Zuckeralkohole enthalten.


Zusammengefasst
: Für eine Ernährungsumstellung hilft eine Lebensmitteltabelle mit Fructosewerten zur besseren Übersicht und zum austesten neuer Lebensmittel. Auch in der Karenzzeit kann solch eine Tabelle hilfreich sein, um hohe fructosehaltige Lebensmittel auszusortieren.

Lebensmittel mit hohem Fructosegehalt

  • Äpfel, Birnen, Pflaumen, Melonen
  • Rosinen, Feigen, Datteln, getrocknete Aprikosen, Pflaumen etc.
  • Getränke Apfel, Birne, Aprikosensaft etc., aber auch Bier
  • Gemüse
  • Kohl, Zwiebeln,Bohnen, Lauch, Sauerkraut
  • Maissirup
  • frucht gesüßte Snacks
  • vorverpackte Backwaren
  • Mangos
  • Trauben
  • Trockenfrüchte
  • Süßigkeiten
  • Honig
  • Marmelade
  • Agarvendicksaft
  • Fertigprodukte
  • Diabetikerprodukte
  • Yacon Wurzel
  • Acesulfam K (E950)
  • Cyclamat (E952)
  • Sucralose (E955)
  • Aspartam (E951)
  • Saccharin (E954)
  • Thaumatin (E957)
  • Steviosid (E960)
  • Aspartam-Acesulfam-Salz (E962)
  • Isomalt (E 953)
  • Maltit (E 965)
  • Laktit (E 966)
  • Erythrit (E968)
  • Sorbit (E 420)
  • Mannit (E 421)
  • Xylit (E 967)

Fructosefreie Lebensmittel oder mit niedrigem Fructosegehalt

  • Pilze
  • Avocados
  • Grünes Blattgemüse
  • Zucchini
  • Knollensellerie
  • Sonnenblumenkerne
  • Kürbiskerne
  • Nüsse
  • Mandeln
  • Kokosnüsse
  • Kartoffeln
  • Mais
  • Buchweizen
  • Hirse
  • Reis
  • Vollkornprodukte ohne Fructose Zusätze
  • Fleisch
  • Fisch
  • Eier
  • Milchprodukte

Nahrungsmittel die mehr Glukose als Fructose besitzen, sind meistens gut verträglich und können ausprobiert werden da Glukose die Aufnahmefähigkeit der Fructose im Darm erhöhen kann.

  • Bananen
  • Aprikosen
  • Avocados
  • Litschis
  • Papayas

auch gut verträglich ist:

  • Glucose
  • Laktose
  • Maltodextrine
  • Süßstoffe (Mannit, Aspartam, Cyclamat, Saccharin)


Zusammengefasst
: Schlecht vertragen werden Äpfel und Pflaumen. Besonders gut vertragen hingegen werden, Bananen und Avocados da in diesen Lebensmittel der Fructose und Glukose Gehalt ausgeglichen ist und sich somit aushebelt.

Fruchtzucker kann Krankheiten auslösen

Je stärker der Fruchtzuckerkonsum zunimmt, desto mehr Menschen leiden an Übergewicht. Menschen können auch plötzlich erst nach z.B. 40 Jahren eine Fruchtzuckerunverträglichkeit bekommen und Krankheiten entwickeln. Typische Krankheitssymptome die hierbei entstehen können, auch wenn eine Fructoseintoleranz noch nicht diagnostiziert wurde, sind unter anderem:

  • Fettleber 4
  • Gicht (erhöhtes Risiko in Kombination mit Alkohol)5
  • Insulinresistenz, daraus resultierend Diabetes mellitus Typ 26
  • Erhöhte Blutfettwerte5

Wenn man eines der Krankheiten aufweist, sollte man auf größere Mengen Fruchtzucker generell verzichten.

Theresa Gerst

Tipp unserer Fructoseexpertin:

„Eine Therapierung der Fructose-Intoleranz sollte auch deshalb angestrebt werden, um die Entstehung weiterer Intoleranzen (z. B. Laktose, Histamin) zu verhindern. Eine individuelle Ernährungsberatung hilft Betroffenen bei der Therapierung der Fructose-Intoleranz, wurde die Unverträglichkeit durch einen Arzt diagnostiziert, übernimmt die Krankenkasse in vielen Fällen sogar die Kosten.“

Theresa Gerst zertifizierte und ganzheitliche Ernährungsberaterin


Zusammengefasst
: Ein sehr hoher Fructosekonsum, kann vielseitige Krankheiten wie Übergewicht, Fettleber oder Diabetes auslösen. Eine Therapie ist auch deshalb sinnvoll um die Entstehung weitere Intoleranzen zu verhindern!

FAQ

Hier wollen wir alle häufigen User-Fragen zu Fructoseintoleranz  gesammelt beantworten- haben sie auch eine Frage? Dann schreiben sie uns eine Mail oder hinterlassen sie einen Kommentar unter dem Beitrag!

Wie gut wird Fructose vertragen?

Generell vertragen viele Deutsche den Fruchtzucker gut, jeder dritte bekommt jedoch leichte bis starke Symptome. Die Toleranzgrenze ist sehr unterschiedlich und kann je nach Dosierung erst zum Vorschein kommen. Diabetiker profitieren von Fruchtzucker, da dieser insulinunabhängig verstoffwechselt wird.

Wie wird Fructoseintoleranz Diagnostiziert?

Mit einem H2-Atemtest, der schmerzfrei und einfach gemacht werden kann. Entweder beim Hausarzt oder einem Gastroendologen. Hierbei wird der Wasserstoffgehalt im Atem getestet. Tief einatmen und dann in ein Messgerät ausatmen. Dies wird über 3 Stunden alle 15-30 Minuten protokolliert und ausgewertet.

Ist Obst bei Fructoseintoleranz verträglich?

Ja, es gibt Obstsorten die mehr Traubenzucker als Fruchtzucker enthalten. Dazu zählen Bananen, Avocados oder Mandarinen.

Kann ich Alkohol trinken?

Ja, es gibt spezielle Sorten wie sogenanntes Lager-Bier das gut vertragen wird und auch mit Wasser gestreckt werden kann. Generell reizt Alkohol den Darm und sollte deshalb bei einer niedrigen Toleranzmenge oder bei Beschwerden, nicht getrunken werden. Trockene Weine sind besser als Süßweine, je süßer desto unverträglicher.

Welche Diagnosemethoden sind zuverlässig?

Die sicherste und gängigste Methode um Fructoseintoleranz festzustellen ist ein H2-Atemtest. Hier erhält man zum Trinken, einen 25g Fruktosecoktail, in 300-500ml Wasser aufgelöst. Dies muss unbedingt beim Hausarzt oder Gastroenterologen durchgeführt werden, um weitere Vorgehensweisen zu klären, die bei einer positiven Intoleranz besprochen werden können. Heimtests, Spucktest, Haaranalyse etc. sind nicht geeignet.

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