Outdoorsport- Wie kann es gelingen auch im Winter fit zu bleiben?

Joggen im Schnee

Schnelle Fakten zu Outdoorsport im Winter

  • Wes es draußen kalt und windig ist, es früh dunkel wird, genießen wir unsere Freizeit häufig lieber im warmen Wohnzimmer, als aktiv Zeit in der Natur zu verbringen! Das muss nicht sein, denn auch im Winter können wir uns gesund fit halten.
  • Um das Thema Sport im Winter kreisen viele Mythen und viele von uns finden immer eine Ausrede warum wir zur kalten Jahreszeit keinen Sport machen können.
  • Körperliche Aktivität im Winter hat viele Vorteile für unseren Körper und unser Wohlbefinden!
  • Auf die richtige Kleidung kommt es an! Zwiebelook ist die Lösung.
  • Vermeiden sie Unterkühlungen während der Trainingseinheit und achten sie auf eine ausgewogene Ernährung.
  • Unser Fitnessexperte Ermino Iuliano beantwortet wichtige Fragen rund um Sport im Winter und erklärt, wie wir auch zur kalten Jahreszeit fit bleiben können! 
Joggen im Schnee

Ausreden und Mythen um im Winter nicht draußen zu trainieren gibt es viele. Grundsätzlich kreisen alle Fragen meiner Klienten um Themen wie Verletzungsgefahr, angebliche Gefahr bei zu niedrigen Temperaturen, Stärkung des Immunsystems, Indoortraining als Alternative, Training in Dunkeln und das ein oder andere Vorurteil. Mein Name ist Erminio Iuliano, Inhaber von ami.go Professional Personal Training. Seit über 20 Jahren bin ich Trainer und Coach und Experte für körperliche und mentale Veränderungen. Ich helfe Menschen mit großer beruflicher Verantwortung dabei, mehr Fokus auf die eigene Fitness & Gesundheit zu legen, körperliche Beschwerden in den Griff zu bekommen und sich so wieder fitter, attraktiver und leistungsfähiger zu fühlen. Im folgenden Artikel, werde ich mich dem Thema Sport im Freien insbesondere in der kalten Jahreszeit widmen. Ich gehe nicht zu tief auf die gesundheitsfördernde Wirkung von laufen und Sport ein, da das ja mittlerweile jedem klar sein dürfte. Auch sind Infos bezüglich der Laufbekleidung etc. leicht und korrekt zu beschaffen. Mir geht es mehr um Missverständnisse, falsche Infos und gewinnbringende Denkanstöße. Ich möchte mich auf die Fragen und Ängste konzentrieren, die über die Jahre von Klienten an uns von ami.go Professional PT herangetragen wurden und immer wieder von unseren „Neulingen“ gestellt werden.

Vor allem in Fitness-Zeitschriften und einfachen TV Sendungen werden Verallgemeinerungen als „Gesetz“ verkauft, damit es für die Massen der „Leser“ und Zuschauer passt.  Insgesamt fällt uns ja allen bestimmt auf, dass die Informationen oft widersprüchlich und irreführend sind. Das hat natürlich Gründe.


Zusammengefasst
:  Im Artikel wird es um Fragen und Ängste von sportwilligen Menschen gehen, die auch im Winter fit und gesund bleiben wollen. Unser Experte Erminio Iuliano klärt auf!

Mythen und Fragen rund um Outdoorsport im Winter

Also legen wir los. Grundsätzlich kreisen alle Fragen der Klienten um folgende Themen:

  1. Verletzungsgefahr durch ausrutschen, stolpern, stürzen,
    umknicken, beziehungsweise Befürchtungen wegen des harten
    Bodens.
  2. Angebliche Gefahr bei zu niedrigen Temperaturen, weil es
    schädlich für die Lunge sei, beziehungsweise man würde ja gerne
    draußen Laufen, aber man könne bei dieser Kälte nicht gut atmen oder
    es brennt in der Lunge.
  3. Man könne genauso gut Indoor trainieren.
  4. Ich mag keine Mützen/Handschuhe und kann deswegen im
    Winter nicht laufen.“
  5. „Ich bin nicht der Typ für ein Training im Dunkeln (morgens vor
    der Arbeit ist es noch dunkel, abends nach der Arbeit ist es schon
    dunkel.“
  6. „Ich bin nicht so der Lauf- oder Ausdauertyp.“
  7. „Dann muss ich mir neue Schuhe extra für den Winter kaufen?“


Zusammengefasst
: Häufig drehen sich die Fragen und Mythen rund um Sport im Winter um die hier genannten Aspekte.

Welche gesundheitlichen Vorteile hat Sport im Winter? Warum führt das Outdoortraining zu mehr Konstanz?

Nicht nur im Winter sondern auch im Sommer hat es Vorteile auch draußen zu trainieren. Zum einen hat das bewusste wahrnehmen der Natur, der verschiedenen Jahreszeiten, Gerüche, Geräusche und so weiter einen wunderbaren Effekt auf unser vegetatives System und dadurch auf unsere Gesundheit. Außerdem gibt uns der Sport an der frischen Luft das Gefühl von Autonomie, stärkt das Immunsystem und das Selbstvertrauen. Schließlich ist auch Stolz ein Thema, wenn man von sich sagen kann, dass man bei jedem Wetter trainieren kann und will. Das führt erfahrungsgemäß zu mehr Konstanz! Zum Einwand mancher Klienten, die gerne am Anfang sagen, Sie können das aber nicht, weil es zu kalt, zu feucht, zu dunkel oder zu trocken sei, komme ich später noch.


Zusammengefasst
: Auch im winter sportlich aktiv zu sein hat viele Vorteile. So z.B: positive Auswirkungen auf unser Immunsystem, auf unser vegetatives Nervensystem, auf unser Selbstervertrauen und Autonomie. Auch bringt es Konstanz!

Stimmt es, dass Sport das Immunsystem stärkt?- Warum einfach nur hart zu trainieren nichts bringt!

Diese erste Frage scheint heutzutage fast schon eine Banalität zu sein, die ein jeder mit „ja“ beantworten würde. Allerdings stimmt das so nicht ganz. Dies möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen: Ist der Organismus durch falsche Ernährung (z.B. durch ständig versuchte Kalorienreduktion) nicht gut versorgt, erhöht sich durch physische Aktivität der Bedarf an wichtigen Nährstoffen. Es passiert das, was ich einen Doppelfehler nenne und meist Männern als Logik für ein gewisses Vorgehen dient: Sie sagen, „Ich möchte essen was ich will, aber ich kann hart trainieren.“ Natürlich kann dieses Vorgehen nicht zum gewünschten Ziel von anhaltender Fitness, Gesundheit und gutem Aussehen führen. In der Fitnessbranche und in der Ausbildung von Trainern und Ernährungsberatern wird ja immernoch die Kaloriendifferenzkalkulation zugrunde gelegt. So ergeben sich die allseits bekannten Äußerungen wie: „Der hat doch immer Sport gemacht und war Rank und schlank und jetzt hatte er auf einmal mit 45 einen Herzinfarkt! Ist eben Schicksal!“ Hier gibt es natürlich meist klare Zusammenhänge. Und deswegen bringt hartes Training, ohne die richtige Ernährung und ohne Berücksichtigung des individuellen Bezugsrahmens, auf lange Sicht gar nichts, ist sogar sehr riskant.


Zusammengefasst
: Unter gesunden Bedingungen ist Sport gut für unser Immunsystem. Wichtig ist darauf zu achten, dass unser Körper gut mit allem versorgt ist was er braucht, wie z.B. eine gute Ernährung.

Wo kann ich draußen am besten trainieren, wenn es kalt und frostig ist und gibt es etwas, dass ich bei eisigen Temperaturen draußen besser nicht trainieren sollte?

Für Läufer bietet sich was das Thema Sicherheit angeht hierfür dann die Laufbahn auf dem Sportgelände an. Ist für manche etwas monotoner, sollte aber nicht als Ausrede dienen, da es ja auch nur selten vorkommt. Falls man in einer Gegend wohnt wo viel und oft Schnee liegt, darf es erst recht keine Ausrede sein! Der Untergrund auf der Laufbahn ist zumindest ebener als im Wald. Erfahrene Läufer, die „ihre“ Waldstrecke kennen, können je nach Bodensituation ganz locker auch im Wald oder auf den Feldwegen Joggen.  Prinzipiell ist es aber eine Frage der Bodenbeschaffenheit und kommt auf die richtige Ausrüstung und Vorbereitung für das Training an. Liegt Eis oder Schnee, ist dringend von Tempoläufen, Sprints Sprüngen, Richtungswechsel und auch komplexen Koordinationsübungen abzuraten, falls man nicht gerade mit einem erfahrenen Personal Trainer arbeitet. Bei sehr kaltem Wetter aber trittfesten Bodenverhältnissen, sollte der Körper vor dem Training etwas länger erwärmt und mobilisiert werden und nach dem Training kein zu langes Cool down absolviert werden. Fußballspieler zum Beispiel trainieren auch bei sehr kalten Außentemperaturen problemlos das ganze Jahr. Selbstverständlich kann ich nicht, mit einem absoluten Anfänger, der nur halbwegs kühle Temperaturen gewohnt ist von jetzt auf nachher bei Minusgraden hohes Tempo im Outdoor-Training fordern. Bei einem gut trainierten Athleten, gehen nach gutem Warm up auch höhere Tempi.


Zusammengefasst
:  Achten sie bei Outdoorsport auf eine gute Bodenbeschaffenheit, Aufwärmen und vermeiden sie Cool downs. 

Wie sieht das passende Outfit für Sport im Winter aus?

Nicht zu warm und nicht zu kalt unter Berücksichtigung der Körpererwärmung nach ca 5-10 Minuten.

Am wichtigsten sind:

  • Laufschuhe für den Winter. Sie bieten besseren Halt und schützen deutlicher vor Kälte und Nässe. 
  • Handschuhe, Mütze (auch hier spezielle Materialien, die die Feuchtigkeit nach außen abgeben) und evtl. ein Halsschutz.
  • lange, warme, spezielle Laufhose
  • Die sogenannte „Zwiebeltechnik“, also mehrere Schichten
    übereinander und auch nicht zu viele. Mein Vorschlag: warmes eng anliegendes Unterhemd, lang oder kurz ist Geschmacksache (Funktionswäsche), Langarmshirt (luftig nicht eng) darüber. (Funktionswäsche oder auch Fleece)
  • Wer eine richtige, warme Funktionslaufjacke hat, der zieht die als dritte Schicht oben drüber und schützt sich vor Regen und Wind.  (Ansonsten hier noch ein zweites dickes „Pullover -Funktionsshirt “ und erst dann eben eine normale ungefütterte Regenjacke.)
  • Es ist gut als „letzte“ oberste Schicht eine Jacke mit Reißverschluss zu tragen. Mit dem Reißverschluss ist es möglich, die Temperatur etwas zu regulieren.
  • Bei Dunkelheit sollten Sie an eine Stirnlampe und reflektierende Kleidung denken.


Zusammengefasst
: Auch auf die richtige bzw. passende Kleidung kommt es bei Sport im Winter an. Hier finden Sie die Must-Haves- Empfehlungen unseres Profis.

Im Winter fällt mir das Atmen unter Anstrengung und Kälteschwer, was kann ich hier tun, um das zu optimieren?

Dies ist wirklich ein klassischer Einwand beim Winter-Outdoortraining. Hierzu finden sich auch im Netz generalisierte Infos, die so nicht stimmen. Natürlich ist es so, dass wenn wir zehn Personen von der Straße holen würden und sie bei -10° nach draußen schicken würden, um ein Training zu machen, ein Teil davon tatsächlich Probleme hätte zu atmen und bei manchen auch ein brennen im Hals geäußert werden würde. In den allermeisten Fällen ist es aber so, dass sie schlecht Luft bekommen oder ein leichtes brennen im Hals haben, gerade weil diese Personen die Kälte immer meiden, wenig an der frischen/kühlen Luft draußen sind und sie auch sonst oft eher empfindlich sind. Dies ist sehr leicht zu belegen, da ich in meiner schon über 20-jährigen Laufbahn als professioneller Personal Fitness-Trainer und Coach noch keinen einzigen erlebt habe, der nach wohldosiertem Training und richtiger Ernährung (dies sind allerdings die Voraussetzungen) weiterhin Probleme mit der kalten Luft gehabt hätte. Ich wiederhole, kein einziger!


Zusammengefasst
: Meiden sie die Kälte und den Aufenthalt an der frischen Luft im Winter nicht.

Ich will mit dem Joggen anfangen- kann ich das auch im Winter machen?

Selbstverständlich kann man auch im Winter mit dem Joggen anfangen. Hierzu muss man aber unterscheiden, ob der Winter nun bedeutet, dass Schnee liegt und Eis, oder dass es einfach nur kalt ist. Bei Schnee und Eis, sollte man als Anfänger warten bis man wieder festen Boden unter den Füßen hat, da eine Einweisung in eine saubere  Technik, und das wichtig zu erwerbende Laufgefühl, ansonsten erschwert sind.


Zusammengefasst
: Auch im Winter kann man mit dem Joggen anfangen. Meiden sie Eis und Schnee wenn sie mit den Lauftraining beginnen.

Schnee bei Nacht

Wenn es draußen kalt ist und früh dunkel fällt es mir schwer,mich zu überwinden Sport zu treiben. Wie kann es mir gelingen meinen Schweinehund zu überwinden?

Zu diesem Thema liest man immer wieder viele Tipps und Tricks wie zum Beispiel die Schuhe schon mit ins Auto zu nehmen und direkt von der Arbeit los zu Laufen oder sich mit Freunden zu verabreden etc. Gerade Letzterer Tipp hat einen großen Hebel. Auch in unserer ami.go Fitnessanalyse und Beratung möchten Menschen immer gerne einzelne Tipps und Tricks vom Profi erfahren. Ich antworte hier genauso wie fast jede Woche in einer der zahlreichen online Beratungen von ami.go PT.

„In unserem Konzept möchten wir nicht, dass sie ihren Schweinehund
überwinden… Wir möchten dass ihr Schweinehund an der Tür steht
und sie auffordert mit ihm hinaus zu gehen!“

Sie, die Leser dieses Artikels haben es schon selbst erlebt, alle Tipps, Tricks und Kniffe bringen immer nur zeitweise etwas. Zu lesen: „Laufen Sie am besten vor der Arbeit oder direkt nach der Arbeit, um nicht zuerst auf dem Sofa zu landen“ ist nett, wird die meisten aber langfristig nur sehr selten verändern. Wahre Veränderung passiert komplexer und braucht viel Erfahrung aus den Bereichen, Fitness/Anatomie, Ernährung, Mentaltraining und Kommunikation. Das würde den Rahmen dieses Artikels aber sprengen.


Zusammengefasst
: Den „inneren Schweinehund“ zu überwinden und motiviert dran zu bleiben ist komplex und bedarf meist einer langfristigen Veränderung.

Wie lange sollte eine Trainingseinheit optimalerweise sein? Gibt es Unterschiede zum Sommer?

Festlegungen wie maximal 30 Minuten oder mindestens 40 Minuten kommen ausschließlich durch Trainingspläne und Planungen für die Massen des Breitensports zu Stande. Wenn man sagt, nicht länger als 30 Minuten, dann geht man eben auf Nummer sicher, sicher, sicher…das ist nachvollziehbar.  Natürlich entspringt das nicht der individuellen Analyse der einzelnen Personen und reduziert das vorankommen erheblich. Für die meisten Vorhaben und Ziele des Trainings genügen sowieso 45-90 Minuten Training. Da spielt es keine Rolle bei welchem Wetter das Training stattfindet. Die Dauer der Trainingseinheit im Winter, im Sommer, im Frühling und auch im Herbst, hängt ausschließlich von den Voraussetzungen des Sportlers, seines Leistungsstandes, den Vorerfahrungen, den Zielen und Träumen ab.


Zusammengefasst
: Wie lang ihre Trainigseinheiten sind, sollte vom individuellen  Leistungsstan, Vorerfahrungen und Zielen der jeweiligen Person abhängen.

Was gilt es bei einer Trainingseinheit im Winter noch zu beachten? Muss ich mich z.B. besonders aufwärmen?

Ich beziehe mich bei meinen Äußerungen jetzt auf Freizeitsportler, die im Winter sozusagen eine Überbrückungsphase haben. Ein Leistungssportler und Athlet hat natürlich andere Ziele und kann anders vorgehen. Dennoch mögen manche sich einfach durch Mobilisierung der Beine, des Rumpfes und der Arme etwas deutlicher „vorwärmen“. Das „Warmmachen“ oder auch ein zügiges Gehen ist hier erst recht, der ganz langsame Start in die Trainingseinheit. Sehr viel wichtiger ist bei Kälte allerdings, dass der Sportler während der Trainingseinheit nicht unterkühlt. Ist er schön durchwärmt und schwitzt, so ist die Kälte überhaupt kein Problem. Ein Problem wird es erst, falls er zum Beispiel jemanden trifft und mit diesem ein Schwätzchen hält oder eine zu lange Pause zur deutlichen Abkühlung führt. Hieraus entstehen dann zum Beispiel die Vorurteile, dass es beim Sport im Winter zu kalt sei und man krank wird. Kälte ist eher ein positiver und guter Reiz für den Organismus und per se überhaupt kein Problem. Im Gegenteil ist es so, dass wenn ein Klient mir zu Beginn unserer Zusammenarbeit sagt, er werde beim kleinsten bisschen Kälte krank, ich schon ableiten kann, dass mit dem Organismus irgendwas nicht in Ordnung ist. Der Klient selbst spricht aber am Anfang immer so über sich, als sei dies so eine Art genetische Prädisposition.  Aber Vorsicht, und noch mal zur Klarheit: ein Läufer der schon etwas Erfahrung hat kann bei Schnee (am besten frischer Schnee) natürlich laufen beziehungsweise joggen. Er wird hierbei sowieso meistens eine andere Technik mit kleineren Schritten und einer etwas erhöhten Frequenz wählen. Ich würde sagen, es hat sogar seinen eigenen Charme bei Schnee zu laufen und sollte von jedem Läufer wenigstens einmal ausprobiert werden. Das gleiche gilt meiner Meinung nach auch für Regen und Wind. Die richtige Kleidung ist hier auch der Schlüssel. Das „Heldengefühl“ gerade weil es nicht jeder macht, ist der Lohn und einen Versuch wert. Ich rate aber davon ab, bei Eis und bei Blitz und Donner zu laufen. Das ist wirklich gefährlich und auch für erfahrene Läufer viel zu riskant und unnötig. Auch beziehe ich mich bei allen Äußerungen nicht auf extrem hohe oder extrem niedrige Temperaturen sowie extrem starken Wind.


Zusammengefasst
: Aufwärmen vor einer Trainingseinheit ist wichtig, noch wichtiger ist aber während der Einheit nicht zu unterkühlen, vermeiden Sie deshalb Pausen. Vermeiden sie Outdoorsport bei extremen Temperaturen sowie bei Eis, Blitz und Donner. Passen sie bei Schnee die Lauftechnik an, kleiden Sie sich angemessen, aber genießen sie auch den Charme einer Outdoortrainingsrunde bei Schnee!

Schlussworte unseres Experten

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die echte Veränderung in Richtung Outddortraining im Winter draussen eher über die Beantwortung folgender Fragen realisiert werden kann:

  • Bin ich schon so weit, dass ich bei Wind und Wetter trainieren kann oder habe ich noch Ängste und Hemmungen?
  • Bin ich mir schon darüber bewusst geworden, dass Ausreden wie zu kalt, zu dunkel, zu harter Boden, nicht so der Typ dafür und hierfür zu sein veränderbar sind?
  • Bin ich mir darüber im Klaren, dass die zuletzt benannten „Probleme“ (ich würde sie Meilensteine im Reifungsprozess nennen wollen), in Relation zu meinen Vorbereitungen stehen? (z.B.: Kältewärmere Kleidung oder rutschiger Boden -besseres Schuhwerk)
  • Will ich mich davon abhalten lassen, eine Gewohnheit zu erwerben, die mich evtl. länger, fitter und gesünder und entspannter leben lässt? Wie groß ist etwa der Gewinn der neuen Gewohnheit im Verhältnis
    zum Aufwand?
  • Wie lange kann ich mich schon draussen an der frischen Luft körperlich betätigen ohne, dass ich ein Brennen im Hals verspüre?
  • Wie oft bemerke ich schon, dass Freunde und Bekannte über das Thema mit den gleichen Ängsten und Befürchtungen zu tun haben, wie ich, bevor ich den jetzigen, richtigen Weg eingeschlagen hatte?

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Anreiz geben, an sich selber auszuprobieren, wie manches sich durch eine Veränderung der inneren Haltung plötzlich ganz leicht ergibt. Sehen Sie es mir nach, wenn ich an der einen oder anderen Stelle etwas provoziere. Ich meine es gut und möchte Sie nur motivieren und in Bewegung bringen. Dazu braucht es zumindest ein wenig Emotion (Im englischen Wort „Emotion“, steckt die Bewegung (Motion) schon drin. Tipps und Tricks sind Werkzeuge die wir benutzen möchten, um schnell Ziele zu erreichen. Doch wenn wir es schaffen die Fähigkeiten und das Wissen des „Handwerkers“ zu verbessern, dann erst erreichen wir überproportionale Erfolge. Dieser Handwerker sind Sie. Kümmern Sie sich drum!

Viel Erfolg und packen Sie es an.

Mit sportlichen Grüßen
Erminio Iuliano

erminio Iuliano

 

Zur Person:

Erminio Iuliano

Dipl. Personal Trainer
ärztlich gepr.Gesundheitsberater (GGB)

Mein Name ist Erminio Iuliano, Inhaber von ami.go Professional
Personal Training. In Fellbach bei Stuttgart betreibe ich das exklusive ami.go PT Studio. Wir sind aber auch überregional per Videokonferenz, eigenen Apps und per Telefoncoaching tätig. Außerdem bin ich ärztlich geprüfter Gesundheitsberater (GGB) und Mentaltrainer. 

Kontakt

7 gesunde Gründe für Kichererbsen

Kichererbsen getrocknet

Schnelle Fakten zu Kirchererbsen

  • Kichererbsen sind reich an wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen, auch wegen ihrem hohen Ballaststoffanteil und dem enthaltenen pflanzlichen Eiweiß sind sie nicht nur bei Veganern sehr beliebt.
  • Kichererbsen haben viele gesundheitliche Vorteile. So sollen sie lange sättigen, den Blutzucker stabilisieren und gesund für unser Herz sein.
  • Kichererbsen enthalten einen Wirkstoff mit dem Namen Sitosterol. Dieser kann den körpereigenen Cholesterinspiegel senken.
  • Sie sind vielseitig einsetzbar, aber vorallem aus Rezepten wie Hummuns und Falafel bekannt.
  • Wir geben Ihnen den Überblick über die kleine Hülsenfrucht und geben Tipps und Tricks zur richtigen Verarbeitung!
Kichererbsen getrocknet

Kichererbsen werden schon seit tausenden Jahren in östlichen Ländern angebaut. Der Name Kichererbse kommt vom lateinischen Wort Cicer. In den letzten Jahren wurde die Erbse auch hier in Deutschland stetig beliebter. Die Kichererbsen stehen in erster Linie für viel pflanzlichem Proteine, eine bessere Verdauung und für viele Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. In diesem Artikel sprechen wir über Zubereitung, die gesundheitlichen Vorteile und Hintergründe der Kichererbse.

Was sind Kichererbsen?

Kichererbsen gehören zur Familie der Erbsen (Hülsenfrüchte) und sind so beliebt, dass sie zur zweithäufigsten angebauten und verzehrte Bohne der Welt gehören. 1 Weitere bekannte Hülsenfrüchte sind Linsen, Erdnüsse oder Soja-Bohnen. Bei Vegetariern und Veganern gehören sie zur Grundnahrung, da es als Fleischersatz dient und eine ausreichende Proteinversorgung ermöglicht. Die Kirchererbse findet sich weltweit in den Küchen, aber besonders in orientalischen Ländern wird sie gerne zu Falafel (Kichererbsenbällchen, meist frittiert) oder in Snacks verarbeitet. In Ländern wie Griechenland oder Spanien ist sie ebenfalls sehr beliebt und landet auch gerne mal in Eintöpfen. Durch ihren nussigen Geschmack und einer eher körnigen Struktur passt  sie zu vielen Mahlzeiten wie Salaten und Snacks. Kichererbsen brauchen ein tropisches Klima um perfekt zu gedeihen. In tropischen bis südeuropäischen Ländern fühlt sich die Kichererbse deshalb sehr wohl und wächst sehr schnell. Schon seit 7.000 – 8.000 Jahren wird sie kultiviert. Sie wird in mehr als 50 Ländern angebaut, darunter Türkei, Spanien, Indien, Pakistan uvm. Es gibt zwei gängige Kichererbsen Typen, die helle „Kabuli“ die in Amerika und Deutschland sehr verbreitet ist und die etwas kleinere und dunklere „Desi“, die oft in Indien auf den Tellern landet.


Zusammengefasst
: Kichererbsen sind Hülsenfüchte und sind nicht nur bei Veganern und Vegerarieren duch ihren hohen Eiweißanteil sehr beliebt. Sie wird weltweit verarbeitet, ist aber häufig in der orientalischen Küche zu finden.

Geschmack – Wie schmecken Kichererbsen?

Der Geschmack von Kichererbsen wird als mild, nussig, buttrig mit einer festen Konsitenz beschrieben. Wer sie ohne Gewürze gekocht probiert, kann sie als sehr neutral, leicht mehlig und buttrig beschrieben. Wenn sie püriert werden, ist die Masse sehr cremig und klebrig. Perfekt für Humus oder Falafelbällchen. Dadurch, dass die Kirchererbse an sich sehr neutral schmeckt, wird sie gerne mit Gewürzen wie Kurkuma, Kümmel, Paprika und vielen anderen kombiniert.


Zusammengefasst
: Die Kichererbse schmeckt gekocht sehr mild, nussig, neutral mit einem leichten Buttergeschmack. Die Konstitenz ist fest.

Kichererbsen Nährwerte 

Das Superfood hat es in sich, knapp 130 Kalorien bei 8 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Dabei ist sie sehr gesund und mit vielen Vitaminen und Ballaststoffen versehen. Wie in der Nährwerttabelle zu erkennen, besitzt diese Hülsenfrucht eine sehr gute Nährstoffbilanz.3 Viele wichtige Mineralien wie Magnesium, Zink und viel Eisen sind in den Kichererbsen enthalten. Gleichzeitig ist es eine hervorragende pflanzliche Eiweiß-Quelle, nicht nur für Vegetarier und Veganer.

Kirchererbesen sind als fester Bestandteil einer gesunden Ernährung deshalb geeigent weil sie sind reich an:

  • Eiweiß (Beste Qualität aller Hülsenfrüchte) 2
  • Linolsäure
  • Eisen
  • Folsäure
  • Phosphor
  • Unlösliche und lösliche Fasern
  • Mehrfach ungesättigte sowie einfach ungesättigte Fettsäuren

Laut der Harvard Universität können die Kichererbsen, während einer ausgewogenen pflanzenreichen Ernährung dazu beitragen, beispielsweise chronischer Krankheiten zu verhindern.4 5 6 7

Alle wichtigen Nährwertmengen finden sie hier:3

Nährwertangaben
1 Portionen pro Packung
Portionsgröße 100

Menge pro Portion
Kalorien 128
% Tageswert*
Gesamtfett 1,6g 2%
Gesättigte Fettsäuren 0g 0%
Trans Fat 0g
Cholesterin 0mg 0%
Natrium 232mg 11%
Gesamtkohlenhydrate 20,8g 7%
Ballaststoffe 4g 14%
Gesamtzucker 0,8g
Enthält 0g zugesetzten Zucker 0%
Eiweiß 8g

Vitamin D 0mcg 0%
Calcium 64mg 5%
Eisen 1,15mg 6%
Kalium 248mg 6%

Tägliche Prozentwerte basieren auf einer Diät mit 2.000 Kalorien. Ihre täglichen Werte können je nach Kalorienbedarf höher oder niedriger sein.


Zusammengefasst
: Kichererbsen sind reich an Nährstoffen, Vitaminen, Ballaststoffen und pflanzlichem Eiweiß. Sie haben knapp 130 kcal auf 100g.

Sind Kichererbsen gesund?- 7 gesundheitliche Vorteile

In diesem Abschnitt gehen wir näher auf die Kichererbsen Vorteile ein und erklären, wieso Kichererbsen so gesund sind. Wir zeigen mit wissenschaftlichen Studien und Quellen auf, warum das Sättigungsgefühl und die Verdauung so gut gefördert werden, warum der Blutzuckerspiegel so stabil gehalten werden kann, uvm. Natürlich gilt es hier zu beachten, dass die Zusammenhänge zwischen dem individuellen Lebensstil, Ernährung und Krankheiten äußerst komplex sind. Hier sind die wichtigsten gesundheitlichen Vorteile von Kichererbsen, wenn sie in eine gesunde Ernährung und einen bewusten Lebensstil integirert werden:

Abnehmen

Kichererbsen können beim Abnehmen unterstützed sein. Die Proteine und die Ballaststoffe in Kichererbsen können vorteilhaft sein, um den Appetit unter Kontrolle zu halten. Isst man viele Ballastoffe und Eiweiß z.B. in Form von Kichererbsen, ist man länger satt und kann dadurch die Kalorienaufnahme reduzieren. Der hohe Fasergehalt lässt das Sättigungsgefühl besser anhalten.4 5


Zusammengefasst
: Die Kichererbsen und deren Ballaststoffe sind sehr füllend. Dadurch bleibt man länger satt und isst weniger als sonst, was das Abnehmen positiv beeinflussen kann.

Bessere Kontrolle des Blutzuckerspiegels

Kichererbsen sind in der Lage, wie viele andere Hülsenfrüchte, gute Kohlenhydrate zu liefern und den Blutzuckerspiegel so stabil zu halten8 . Die komplexen Kohlenhydrate die auch in der Kichererbse vorhanden sind, geben langsam Energie ab und lassen den Blutzuckerspiegel nicht wie „einfache“ Kohlenhydrate sofort ansteigen und wieder abfallen. Kichererbsen sind deshalb potentiell auch gut für Diabetiker geeignet. Hier ist es besonders wichtig einen stabilen Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten.


Zusammengefasst
: Komplexe Kohlenhydrate wie sie auch in der Kichererbse vorkommen können helfen, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. 

Essentielles Aminosäureprofil

Kichererbsen enthalten bestimmte Aminosäuren, die wir selbst nicht produzieren können, welche aber für unseren Körper unverzichtbar sind, die sogenannten essentiellen Aminosäuren. Hülsenfrüchte wie die Kichererbse enthalten beispielsweise viel Lysin.9 Sie ist wichtiger Baustoff für Proteine (z.B. Transport- oder Struktur-Proteine für Haut, Knochen, Muskeln, Blutplasma, usw.), Enzyme, Antikörper und Hormone.10


Zusammengefasst
: Hülsenfrüchte wie die Kichererbse sind reich an essentiellen, unverzichtbaren Aminosäuren wie Lysin, welcher unser Körper nicht selbst herstellen kann.

Herzgesundheit

Das Risiko für konorare Herzkrankheiten kann durch einen regelmäßigen Verzehr von Hülsenfrüchten gesenkt werden.9 Kichererbsen enthalten einen Wirkstoff mit dem Namen Sitosterol. Dieser kann den körpereigenen Cholesterinspiegel senken. Die enthaltenen  Ballaststoffe sowie
ungesättigten Fette in Kichererbsen können möglicherweise auch die Blutfettwerte günstig beeinflussen.11 12 Kichererbsen haben kein gesättigtes Fett oder Cholesterin, aber viele gesunde Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine.3  


Zusammengefasst
: Sitosterol in Kichererbsen können dabei unterstützen den Cholesterinspiegel möglicherweise zu senken.

Gut für die Verdauung

Kichererbsen sind voller Ballaststoffe, die gesund für das Verdauungssystems sind. 9 13   100 g Kichererbsen enthalten ca. 4 g Ballaststoffe.3   Ausreichend verzehrt können diese die Anzahl der gesunden Bakterien im Darm erhöhen. Durch die wasserlöslichen Fasern werden diese im Verdauungstrakt zu einer gelartigen Substanz, da sie in der Lage sind Wasser zu binden, was die Verdauung fördern kann.9  


Zusammengefasst
: Eine hohe Ballaststoffaufnahme kann eine Erhöhung der gesunden Darmbakterien bedingen und zur Verbesserung des Verdauungssystems führen.

Viel pflanzliches Eiweiß in Kichererbsen

Vergleichbar mit Linsen, bringen Kichererbsen ca. 8 Gramm pflanzliches Protein auf 100 Gramm. Sie ist eine gute Alternative für Menschen die keine tierischen Produkte essen möchten. Protein besitzt allgemein viele weitere Vorteile, wie ein längeres Sättigungsgefühl, Stärkung der Muskelkraft und Knochengesundheit.16 2


Zusammengefasst
: Der hohe Anteil an pflanzlichem Eiweiß bringt Vorteile mit sich, besonders Menschen die sich vegan ernähren sind so umfassend versorgt. 

Viele gesunde Vitamine und Mineralstoffe

Die Kichererbse und deren Verarbeitungen enthalten einen hohen Anteil an Zink-, Folsäure-, Eisen-, Phosphor- und B-Vitaminen.4  


Zusammengefasst
: Das Superfood ist reich an wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen.

Kichererbsen zubereiten- Tipps und Tricks

Kichererbsen kann man für zahlreiche Köstlichkeiten verwenden. Sehr oft kommt sie in der arabisch-orientalischen, türkischen und spanischen Küche, als Basis für viele Rezepte vor. Verwendet man diese püriert so kommt dies oft in Hummus und Falafeln zum Einsatz. Gegart aber als ganze Erbse hingegen, findet man die Kichererbsen in Salaten, Snack, Suppen und Eintöpfen wieder. Kichererbsen werden auch häufig zu indischen Currys hinzugefügt.  In Portugal werden Kichererbsen bei einem bekannten Hauptgericht namens „Rancho“ verwendet.
Frankreich und Italien servieren Kichererbsen bei Pasta, in Kombination mit Meeresfrüchten. Im Nahen Osten werden mit dem Kichererbsenmehl Pitas und Brot hergestellt.

Beim Zubereiten kann man zusätzlich zum einweichen, spezielle Gewürze nutzen um die Gasbildung zu reduzieren. Deshalb werden gerne zur zubereitung folgende Gewürze mit Kichererbsen kombiniert:17

  • Asafetida (Scharnier)
  • Frischer Ingwer
  • Kurkuma
  • Kreuzkümmel
  • schwarzer Pfeffer


Zusammengefasst
: Kichererbsenmehl entsteht durch trocknen und mahlen der Kichererbsen.

Kichererbsenmehl

Das Kichererbsenmehl wird aus den Kichererbsen gewonnen, indem diese getrocknet und gemahlen werden. Ein guter Ersatz für Weizenmehl, denn wie wir bereits wissen enthält die Kirchererbse viele gesunde Inhaltsstoffe. Mit diesem Mehl kann man alles wie gehabt zubereiten und Pfannkuchen, Fladenbrot herstellen oder Soßen binden. Probieren sie es gerne aus oder mischen sie Anfangs etwas Kichererbesenmehl zu ihren bestehenden Rezepten um mehr Nährstoffe, Mineralstoffe und pflanzliche Proteine in ihre Gerichte zu bekommen.


Zusammengefasst
: Kichererbsenmehl entsteht durch trocknen und mahlen der Kichererbsen.

Kichererbsen eingeweicht in wasser

Kichererbsen wie lange kochen?

Vorab ein wichtiger Hinweiß. Kichererbsen und andere Hülsenfrüchte sollten nicht roh verzehrt werden, da so die enthaltenen Substanzen unverträglich bzw. sogar gesundheitsschädlich sein können. 9 Der beste Weg um rohe Kichererbsen zu kochen ist diese vorab einzuweichen. Über die richtige Einweichzeit wird gerne diskutiert. In vielen Rezepten wird über Naht eingeweicht andere empfehlen eine Einweichzeit von nur wenigen Stunden. Deshalb hier mögliche Beispiele: 

  • Kichererbsen 90 Minuten vorkochen (im Verhältnis 1 Tasse Kichererbsen zu 3 Tassen Wasser)
  • Danach die Kichererbsen abwaschen und für 120 Minuten einweichen lassen.
  • Danach nochmals alles spülen (entfernt Natrium-Rückstände) indem man alles in ein Sieb gibt und mit frischem Wasser abspült und abtropfen lässt.
  • Das Wasser danach wechseln und die Kichererbsen für ca. 15-20 Minuten köcheln lassen

Alternativ werden die getrockneten Kichererbsen

  • 2-12 Stunden (z.B: über Nacht) eingeweicht,
  • anschließend abgespült 
  • und dann ca. 1-2 Stunden im normalen Topf geköchelt.

Der Vorteil wenn man Kichererbsen einweichen lassen möchte ist, dass der Natriumgehalt so verringert werden kann. Einige Stimmen behaupten, dass sich dadurch auch der Geschmack verbessern lässt. 

Eine schnellere Alternative ist es, Kichererbsen eingemacht in Dosen oder im Glas zu kaufen, hier ist auch der Natriumgehalt gering. Hier muss man nur noch die Kichererbsen im Sieb abspülen und abtropfen lassen. Bohnenkonserven geben weniger Gase ab, als wenn man normale Bohnen isst. Durch das Einlegen, werden die Kohlenhydrate teilweise abgebaut und werden dadurch leichter verdaulich.18

Man sollte langsam Hülsenfrüchten wie Kicherebsen zur Ernährung hinzufügen und vermehrt trinken. Beim Kochen steigt die Proteinkonzentrationen, die B-Vitamine und Mineralien werden minimal reduziert. Es empfiehlt sich Bio-Qualität zu kaufen, die auch als gentechnikfrei deklariert sind.


Zusammengefasst
: Kichererbsen müssen lange gekocht werden. Ein Einweichen der Kichererbsen verkürzt die Kochzeit und soll weitere Vorteile bringen.

Warum und wie lange sollte ich Kichererbsen einweichen?

Das vorherige Einweichen hat den Vorteil, dass sich die Fasern19 konzentrieren. Auch  lösen sich Mineralien durch diesen Zwischenschritt, indem Phytinsäure abgebaut wird. Wichtige Nährstoffe sind so für den Körper  verfügbar.9 Durch die die jeweilige Kochmethode verbessern sich so potentiell die gesundheitlichen Vorteile von Kichererbsen.20 Im Internet findet man viele Empfehlungen, die zwischen 8-12 Stunden oder 24 Stunden Einweichzeit liegen. Die Harvard Universität empfiehlt nur 2 Stunden einweichen. Auf vielen Kirchererbsen-Verpackungen sind meist 12 Stunden angegeben. Je nach Einweichzeit, verringert sich die Garzeit erheblich. Durch das Einweichen werden die in Hülsenfrüchten enthaltene Tannine und Phytate zerstört. Hierbei kann die Verträglichkeit und die gasbildende Eigenschaft reduziert werden.

So weicht man Kichererbsen richtig ein:

  • Kichererbsen in einem Topf geben, so dass die Erbsen bedeckt werden.
  • Danach mind. 2 Stunden einweichen lassen.
  • Nach dem Einweichen das Wasser ableeren und die Kichererbsen gründlich abspülen und abtropfen lassen.
  • Anschließend weich kochen.


Zusammengefasst
: Das Einweichen macht die Kichererbsen besser verdaulich und verkürzt die Garzeit.

Kichererbsen Rezepte

Wir zeigen hier nicht nur das bekannteste und einfachste Kichererbsen Rezept mit dem Namen „Hummus“, dass ein Grundnahrungsmittel der Mittelmeerdiät ist, sondern auch weitere leckere Rezepte mit Kichererbsen:

hummus mit kurkuma aus kichererbsen

 

Hummus selbstgemacht

Hummus ist eine orientalische Spezialität, die traditionell aus pürierten Kichererbsen, Tahina (Sesam-Mus), Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Gewürzen wie Knoblauch und gelegentlich Kreuzkümmel hergestellt wird. Hier in unserem Rezept erklären wir Schritt für Schritt die Zubereitung.

zum rezept

 

Falaffel selbstgemacht

Unsere leckeren selbstgemachten Falafel sind ein gesunder und glutenfreier Snack, der super in die vegane Küche passt. Zu Salat oder in Whraps werden sie gerne als Fleischersatz gegessen!

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veganer Brotaufstrich

 

Veganer Brotaufstrich mit Kichererbsen,Sonnenblumenkernen und Tomaten 

Vegane und glutenfreie Brotaufstriche sind super lecker und vorallem einfach selbst gemacht! Vor allem mit frischen Kräutern wie dem Basilikum super frisch und dazu noch echt gesund! Die Kichererbsen bringen weitere wertvolle Nährstoffe und eine tolle Konsitenz!

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geröstete Kichererbsen aus dem Backofen snack

 

Geröstete Kichererbsen (Snack)

Kichererbsen sind ein toller Snack! Im Ofen geröstet und mit leckeren Gewüzen kombiniert, sind sie knusprig, lecker und gesund!

zum Rezept

Häufig gestellte Fragen- FAQ

Im folgenden wollen wir nun die wichtigsten und häufigsten Userfragen gesammelt beantworten. Haben sie eine weitere Frage oder Ergänzung? Schreiben sie uns gerne einen Kommentar oder eine E-Mail:

Wie schmecken Kichererbsen?

Kichererbsen schmecken mild und haben einen nussigen, buttrigen Geschmack. Sie haben eine feste Textur.

Welche Art von Kichererbsen kaufen?

Es gibt mehrer Arten, einmal in Dosen oder Glas oder in getrockneter Form. Beim einkaufen in Online-Shops oder Reformhäusern wie DM, Edeka oder Rossmann, speziell bei Kichererbsen aus der Dose, auf biologischen Qualität achten. Einmal geöffnet, sollten sie bald verbraucht werden. Getrocknete Kichererbsen bleiben hingegen lange Zeit frisch, sodass Sie sich keine Sorgen machen müssen, zu viel zu kaufen und diese dann verderben können.

Darf man rohe Kichererbsen essen?

Nein, Kichererbsen müssen vor dem Verzehr reif und gekocht sein.

Wie kocht man getrocknete Kichererbsen richtig?

Hierzu die getrockneten Bohnen im Verhältnis (3 Tassen Wasser zu 1 Tasse Bohnen) 1-2 Stunden kochen lassen. Danach sind diese Bohnen weich und können weiter verarbeitet oder gleich gegessen werden. Nach dem Abkühlen kann man diese auch einfrieren und später wieder auftauen und genießen. Es ist sehr zu empfehlen die Kichererbsen vorab mind. 2 Stunden einzuweichen.

Wie kocht man Kichererbsen aus der Dose?

Kichererbsen aus der Dose müssen nicht mehr gekocht werden, diese sind bereits gekocht. In diesem Fall nur die Bohnen im Topf erwärmt und genießen oder weiterverarbeiten zu Hummus, Falafel und Co.

Wie macht man geröstete Kichererbsen?

Wenn man geröstete Kichererbsen selber machen möchte, so kann man diese im Ofen selbst herstellen. Nach dem Kochen einfach mit etwas Öl und Gewürze marinieren und auf ein Backblech geben. Danach 15 Minuten rösten und frisch snacken.

Wie gesund sind Kichererbsen?

Kichererbsen sind sehr gesund. Sie enthalten viele wichtige Nährstoffe und Mineralstoffe. Sie sind reich an Protein und gesunden Ballaststoffen, sowie komplexen Kohlenhydraten.

Warum Kichererbsen einweichen?

Kichererbsen sollte man einweichen um den enthaltene Giftstoff Phasin zu neutralisieren. Auch sollen sie dadurch veträglicher werden. Danach kochen und weiterverarbeiten.

Kann man mit Hummus abnehmen?

Hummus wird aus Kichererbsen hergestellt und gilt als leichtes, sättigendes, nährstoffreiches und beliebtes Gericht. Die enthaltenen pflanzlichen Eiweiße und Ballaststoffe können, in Kombination mit einer gesunden Ernährung und Sport, beim Abnehmen unterstützen.

Abnehmen: so geht´s gesund und nachhaltig

Waage, Gewicht, Füße

Schnelle Fakten zu gesundem und nachhaltigem Abnnehmen

  • Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren schon im Jahr 2005 weltweit etwa 1,6 Milliarden Menschen übergewichtig und 400 Millionen adipös, hatten also einen BMI, der über 30 lag.
  • Kurzfirstige sehr strenge Maßnahmen oder Crash-Diäten bringen oft nur kurz Erfolg und funktionieren nicht längerfristg.
  • Achten Sie also beim Abnehmen nicht nur auf die Kalorienzahl, sondern vor allem darauf, den Körper mit allem zu versorgen, was er braucht. Dafür ist es wichtig Hunger und Appetit zu unterscheiden!
  • Oberste Regel: niemals hungern! Ernähren Sie sich kalorienarm und nährstoffreich, wenn Sie abnehmen möchten.
  • Ein Ernährungstagebuch kann helfen Gewohnheiten zu erkennen. So können diese Schritt für Schritt und nachhaltig durch bessere ersetzen. 
  • Expertin Elke Liermann stellt vor, was eine gesunde Ernährung ausmacht und gibt wertvolle Tipps zum Thema gesund Abnehmen!
Waage, Gewicht, Füße

Die Hose kneift, der Pulli spannt und die Jacke geht nicht mehr zu. Puh, da haben sich wohl ein paar Kilo zu viel eingeschlichen. Bei den meisten passiert das ganz unbemerkt, Schrittchen für Schrittchen und über einen langen Zeitraum. Falls Sie auch davon betroffen sind, kann ich Sie trösten: Sie sind in guter Gesellschaft. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren schon im Jahr 2005 weltweit etwa 1,6 Milliarden Menschen übergewichtig und 400 Millionen adipös, hatten also einen BMI, der über 30 lag. 1

Hier erfahren Sie, wie den Kilos erfolgreich den Kampf ansagen und wie Sie es schaffen können, aus dem Kreislauf von Diät, Jo-Jo-Effekt und Frust auszubrechen.

Jetzt aber schnell- Crash-Diäten bringen nur kurz Erfolg

Viele, denen beim Blick auf die Waage der Schreckrecken in die Glieder fährt, wollen die als überflüssig empfunden Kilos möglichst schnell wieder los werden. Jetzt sofort! Hoch motiviert werden die Vorratsschränke nach Verbotenem durchforstet, Schokolade, Gummibärchen und TK-Pizza wandern rigoros in die Tonne und der Trainingsplan zum Thema „Joggen für Anfänger“ wird ausgedruckt und an den Kühlschrank gehängt. Jetzt geht’s los! Salat, Shakes, Eiweiß und bloß keine Kohlenhydrate für die nächste Zeit. Das wäre doch gelacht, wenn die Pfunde nicht in zwei bis drei Wochen wieder verschwunden wären! Das Tückische an diesen Maßnahmen ist, dass sie kurz funktionieren. Die Zahl auf der Waage wird stetig kleiner. Hurra! Nach den zwei Wochen fühlen Sie sich fast wie eine Elfe und gehen euphorisch neue Kleider kaufen. Wow! So viel Schönheit muss jetzt aber ausgeführt werden! Außerdem war man ja schon seit Wochen nicht mehr beim Lieblingsitaliener. Eine leckere Pizza, ein Gläschen Rotwein, sowas darf man sich doch jetzt mal wieder gönnen. Zur Belohnung für die eiserne Disziplin der vergangenen Wochen.  Aus dem schönen Abend beim Italiener wird langsam, aber sicher wieder eine schöne Gewohnheit, denn niemand kann sein Leben lang auf Diät sein. Und die Wochen des rigorosen Verzichts haben für ein echtes Verlangen nach diesen „verbotenen Dingen“ gesorgt. Wenige Monate, nachdem Sie so euphorisch gestartet waren, kommt das böse Erwachen. Die verlorenen Pfunde sind wieder da. Und sie sind nicht allein, sondern haben noch Verwandte im Schlepptau: Hallo Jo-Jo-Effekt. Die neuen Kleider hängen im Schrank und werden zum Symbol dafür, wieder einmal versagt zu haben. Schon bald wird die nächste Diät starten und alles beginnt von vorne. So muss es aber nicht sein! Und es liegt auch nicht an Ihrer Schwäche oder an mangelnder Disziplin.


Zusammengefasst
:  Kurzfirstige sehr strenge Maßnahmen bringen oft nur kurz  Erfolg und funktionieren nicht längerfristg.

Warum Diäten nicht funktionieren können

Was lange brauchte, um sich ein Plätzchen auf der Hüfte zu suchen, lässt sich nicht innerhalb kurzer Zeit nachhaltig wieder vertreiben. Ein Kilo Fett bringt satte 7000 Kalorien, die Sie wieder einsparen müssen, wenn Sie das Kilo Fett abbauen möchten. Das Gemeine: Der Körper hat etwas dagegen! Er hält an seinen goldenen Reserven beharrlich fest, schließlich muss er im Fall einer Hungersnot – und genau das ist eine Crash-Diät für den Körper- möglichst lange überleben. Darum greift er, im Fall von Unterversorgung während einer Diät, erst mal auf alles andere zurück. Das Fett lässt er so lange wie möglich unangetastet. Energie muss aber trotzdem her, also leert der Körper seine Energiespeicher in der Leber, er baut Muskelmasse und gespeichertes Wasser ab. Das zeigt sich nach der Crash-Diät zwar auf der Waage, doch die Fettspeicher sind immer noch ganz gut gefüllt. Während einer strengen Diät befindet sich der Körper dauerhaft im Ausnahmezustand denn er weiß ja nicht, dass Sie mit Absicht hungern. Für ihn herrscht gerade eine Hungersnot und er muss dafür sorgen, dass er möglichst lange überlebt. Bis zur nächsten Ernte oder bis zur nächsten erfolgreichen Jagd zum Beispiel. Dazu verlangsamt er den Stoffwechsel und läuft auf Sparflamme. Sie müssen also weniger essen, um satt zu werden. Alles, was über den so verminderten Bedarf hinaus gegessen wird, legt er sorgsam als Fettdepot an. Und das ist das dicke Ende jeder Diät. Sie essen wieder „normal“, haben nach der Diät aber einen geringeren Bedarf als vorher. Die Folge: Sie nehmen noch schneller und mehr zu als vor der Diät. Darum lautet die oberste Regel: niemals hungern! Ernähren Sie sich kalorienarm und nährstoffreich, wenn Sie abnehmen möchten.


Zusammengefasst
: Bei Diäten kommt der Körper in eine Stressituation er leert die Energiespeicher in unserem Körper, das Fett bleibt lange unangetastet. Deshalb gilt: niemals hungern!

Der Weg zum Wunschgewicht

Der Weg zur dauerhaften Wohlfühlfigur kann also nicht über eine schnelle Diät führen. Abkürzungen gibt es nicht, Sie müssen den langen Weg gehen. Puh. Der ist anfangs vielleicht anstrengend, wird dann aber zur Selbstverständlichkeit und vor allem bringt er nachhaltigen Erfolg.

Zwei Dinge sind dafür entscheidend:

  1. gute Gewohnheiten und
  2. eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die den Körper mit allem versorgt, was er braucht und die Sie satt und zufrieden macht.

Nur so entgehen Sie der „Hungersnot-Falle“ und können Diäten für alle Zukunft vergessen.


Zusammengefasst
: Der Weg zum Wunschgewicht führt nicht über eine schnelle Diät. Gute Gewohnheiten und eine gesunde ausgewogene Ernährung sind die entscheidenden Punkte.

Gewohnheiten und Verbote- Warum essen wir Schokolade obwohl wir wissen, dass sie dick macht?

Zu jeder gescheiterten Diät gehören gebrochene Vorsätze. Warum schaffen wir es nicht, uns an das zu halten, was wir uns selbst auferlegt haben? Denn meistens wissen wir schon, dass ein Apfel der bessere Snack ist, essen dann aber einen Müsliriegel mit Schokolade. Sie kennen sicher den Spruch:

„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.“

Gewohnheiten schützen und nützen uns. Wir eignen uns bestimmte Gewohnheiten an, um nicht den ganzen Tag über ständig Entscheidungen treffen zu müssen. Viel zu anstrengend! So hat das Hirn Kapazitäten für andere Erledigungen und Denkprozesse frei. Sind Gewohnheiten erst einmal etabliert, laufen sie ganz von allein ab. Oft ohne, dass wir es bemerken. Wie oft haben Sie sich schon gewundert, dass die Chipstüte leer ist, obwohl Sie sie gerade erst geöffnet hatten? Chips, Sofa, Fernsehen, das gehört einfach zusammen und irgendwann bemerkt man den Griff in die Tüte kaum noch. Je länger die Gewohnheit besteht, desto tiefer ist sie im Unterbewusstsein verankert. Da wieder heraus zu kommen, ist anstrengend. Und setzt voraus, sich erst einmal darüber bewusst zu werden, dass diese Gewohnheit besteht.


Zusammengefasst
: Gewohnheiten sind für unser tägliches Leben wichtig! Um von schlechten Gewohnheiten loszukommen ist es wichtig, sich den eigenen bewusst zu werden!

Gehen Sie Schritt für Schritt- Beobachten und dokumentieren

Wenn Sie abnehmen wollen, beginnen Sie damit, auf solche Gewohnheiten zu achten. Das funktioniert am besten mit einem Ernährungstagebuch. Da notieren Sie nicht nur alles, was Sie essen, sondern auch, warum Sie essen und wie Sie sich gerade fühlen. Ein paar Beispiele:

  • Essen Sie Mittag, weil es 12 Uhr ist obwohl Sie keinen Hunger haben?
  • Essen Sie die Reste, die Ihre Kinder auf den Tellern gelassen haben?
  • Essen Sie beim Fernsehen, ohne es wirklich zu bemerken?
  • Greifen Sie zur Schokolade, wenn Sie traurig, einsam oder gestresst sind?
  • Belohnen Sie sich nach unangenehmen Aufgaben mit Essen?
  • Gehören Bonbons einfach zu jeder Autofahrt dazu?
  • Schaffen Sie es nie, an Ihrem Lieblingsbäcker vorbei zu gehen, ohne sich da ein Muffin zu gönnen?

Es gibt unendlich viele Gründe zu essen, die nichts mit Hunger zu tun haben. Was ist es bei Ihnen?

Wenn Sie jetzt fest entschlossen sind, sofort alle schlechten Gewohnheiten aufzugeben, muss ich Ihre Euphorie bremsen. Das wäre zu viel auf einmal. Spüren Sie Ihre Gewohnheiten mit dem Ernährungstagebuch auf und verändern Sie sie Schritt für Schritt. Machen Sie kleine, aber stetige Schritte. So etablieren Sie neue, gute Gewohnheiten. Erst wenn EINE schlechte durch eine gute Gewohnheit ersetzt ist, dürfen Sie die nächste Gewohnheit angehen. Ja, dafür brauchen Sie Geduld und müssen dranbleiben. Aber wenn Sie versuchen, die Abkürzung zu nehmen und alles auf einmal ändern wollen, endet es ziemlich sicher wieder im Jo-Jo. Denken Sie dran: was zählt, ist die Richtung, in die Sie gehen. Nicht die Geschwindigkeit, mit der Sie vorankommen. Vorwärts ist vorwärts. Seien Sie bei jeden kleinen Schritt stolz auf sich!


Zusammengefasst
:  Ein Ernährungstagebuch kann helfen Gewohnheiten zu erkennen. So kann diese Schritt für Schritt und nachhaltig durch eine besser ersetzt werden. 

Verbote taugen nichts

Der zweite Grund, aus dem Diäten scheitern, ist das Verbot. Niemand mag Verbote. Gerade beim Essen nicht, denn Essen ist so eng mit Emotionen verknüpft, dass jeder scheitern muss, der nur mit dem Verstand dabei ist. Bleiben wir bei dem Beispiel mit den Chips. Der Verstand weiß, dass Gemüsesticks der gesündere Snack wären. Wir greifen aber zur Chipstüte. Anderes Beispiel: Der Verstand weiß, dass der Eimer Schokoladeneis uns nicht vom Liebeskummer befreit. Trotzdem verschwindet Löffel für Löffel im Mund und wir fühlen uns gleich ein kleines bisschen besser. Es gibt Hunderte solcher Beispiele. Auch die Prägung aus der Kindheit und viele andere, sehr individuelle Dinge spielen eine Rolle bei unserem Essverhalten. Essen ist eben nicht nur Ernährung. Darum können wir unsere Gefühle auch beim Abnehmen nicht einfach außen vor lassen. Und darum sind auch Verbote keine gute Wahl. Verbote wecken unser trotziges Kind im Innern. Das ist die so genannte Reaktanz-Theorie. 2 Stellen Sie sich vor, ich sage Ihnen, dass Sie nie wieder Schokolade und Pizza essen dürfen. Ich wette, Ihre erste Reaktion ist innerer Widerstand. Und bei Diäten gelten ja, je nach Art der Diät, noch viel mehr Verbote und Einschränkungen. Keine Kohlenhydrate, das heißt kein Brot, keine Nudeln, kein Reis, keine Kartoffeln, keine Pizza, kein Kuchen. Zucker ist streng verboten. Alkohol ist verboten. Kein Essen nach 18 Uhr. Einige gehen sogar so weit, bestimmte Obstsorten zu verbieten, weil sie zu viel Fruchtzucker enthalten. Die Liste ließe sich weiter fortführen. Selbst wenn Sie das alles eine Weile durchhalten, ohne unangenehm durch Aggressionen und schlechte Laune aufzufallen, wird das Verlangen nach diesen verbotenen Lebensmitteln irgendwann riesig. Und weil Sie sich diese Verbote selbst auferlegt haben, beginnen Sie, mit sich selbst über den Sinn dieser Verbote zu diskutieren.

„Wer weiß schon so genau, wie das mit dem Abnehmen funktioniert? Man hört ja täglich etwas anderes … ein Stück ist kein Stück … davon werde ich schon nicht gleich zunehmen … ich will ja auch noch leben …“

Und schon ist ein Riegel Schokolade wie von Zauberhand verschwunden. Ständiger Verzicht und strikte Verbote lassen die Gedanken irgendwann nur noch um die verbotenen Leckereien kreisen. Und leider endet dieses Gedanken-Karussell oft in einer Futter-Attacke, weil man solchen Heißhunger entwickelt hat, dass der Verstand nicht mehr gegen das Gefühl ankommt. Wäre es nicht schöner, wenn Sie alles essen dürften? Auch mal Schokolade? Wenn es keine verbotenen Lebensmittel gäbe?


Zusammengefasst
: Unser Essverhalten wird durch viele individuelle Emotionen und Erfahrungen beeinflusst. Verbote sind dabei kontraproduktiv, denn Essen ist nicht nur Ernähjrung sondern bringt Gefühle mit sich!

Die Lösung: ausgewogen und abwechslungsreich essen

Wer wirklich nachhaltig und gesund Gewicht reduzieren möchte, der muss Diäten vergessen. Wer sich gesund ernährt und dem Körper genau das gibt, was er braucht, wird Erfolg haben. Auch dabei gilt natürlich: nicht überfuttern! Auch zu viel des Guten ist zu viel und landet gnadenlos auf der Hüfte. Das Gute an der gesunden Ernährung ist aber, dass man nach einer Zeit der Umgewöhnung die Signale seines Körpers wieder hört und versteht. Sie lernen, Hunger vom Appetit zu unterscheiden und Sie merken, wann Sie satt sind. Heißhungerattacken werden weniger und Süßigkeiten verlieren ihren unwiderstehlichen Reiz. Dann müssen Sie nicht mehr die ganze Tafel Schokolade vernichten, sondern sind nach einem Riegel zufrieden und können den Rest wieder in den Schrank packen. Achten Sie also beim Abnehmen nicht nur auf die Kalorienzahl, sondern vor allem darauf, den Körper mit allem zu versorgen, was er braucht. Was das genau ist, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.


Zusammengefasst
: Um langfiristig gesund Gewicht zu verlieren sollte auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Nahrung geachtet werden. Dabei gilt es auf Signale des Körpers zu achten und Hunger und Appetit zu unterscheiden.

Essen Salat

Was unser Körper wirklich braucht

Unser Körper ist ein echtes Wunder. Er ist in der Lage, aus fast allem, was wir ihm durch unsere Ernährung zur Verfügung stellen, etwas Sinnvolles zu machen. Am besten geht das natürlich, wenn wir ihm Gutes zur Verfügung stellen. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, erhöht seine Chancen, lange gesund und fit zu bleiben. Und – netter Nebeneffekt – bleibt schlank. Denn ausgewogene Ernährung bedeutet auch, von allem genug und von nichts zu viel zu essen. Auch zu viel des Guten macht dick. Leider.

Die Basis: Gemüse und Obst

Die Basis für eine gesunde Ernährung ist Gemüse und Obst. Fünf Portionen Gemüse und Obst empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.3 Dabei sollten es drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst sein. Gemüse bringt alles mit, was der Körper braucht. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe, Protein, Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Dabei ist Gemüse absolut kalorienarm. Gemüsesorten wie die Avocado bringen außerdem eine Extraportion gesunde Fette mit. Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Bohnen sind reich an Protein und den wichtigen Ballaststoffen.

Sie sind bisher kein Fan von Grünzeug? Sehen Sie sich einmal bewusst im Supermarkt um: es gibt eine riesige Auswahl verschiedener Gemüsesorten, die Sie alle einmal ausprobieren können. Die Möglichkeiten sind endlos! Da ist auch für den größten Gemüsemuffel mit Sicherheit das Passende dabei.

9 Tipps für Gemüsemuffel

  • Verstecken Sie Gemüse in Burgerpatties.
  • Ersetzen Sie in der Bolognese-Soße die Hälfte des Fleischs durch Möhren und Selleriestückchen.
  • Rösten Sie Gemüse wie Süßkartoffeln, Paprika und Pilze im Ofen und servieren Sie es, pikant gewürzt, als Wraps mit Dip.
  • Testen Sie Gemüseaufstriche aus dem Bioladen.
  • Machen Sie statt Pommes öfter einmal Ofenkartoffeln.
  • Legen Sie Gemüse auf Ihre Lieblingspizza: Spinat, Pilze, Paprika …
  • Testen Sie mal einen grünen Smoothie mit Spinat oder Avocado.
  • Tomatensaft schmeckt nicht nur im Flieger gut!
  • Verstecken Sie Gemüse im Kuchen: Zucchinikuchen oder Bananenbrot sind gute Alternativen.

Übrigens: eine Portion Gemüse entspricht etwa 150 Gramm.

Obst möglichst roh

Gemeinsam mit dem Gemüse bildet Obst die Basis für gesunde Ernährung. Frisches Obst liefert reichlich Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Auch Kohlenhydrate liefert Obst – vor allem in Form von Frucht- und Traubenzucker.

Bevorzugen Sie heimisches und saisonales Obst denn Vitamine gehen bei Transport und Lagerung sehr schnell verloren. Genießen Sie täglich zwei Portionen Obst möglichst mit Schale und roh.

  • Bananen und Äpfel sind ideale Zwischenmahlzeiten zum Beispiel nach dem Sport.
  • Ersetzen Sie den Nachtisch in der Kantine durch Ihr Lieblingsobst.
  • Gönnen Sie sich frisches Obst zum Frühstück, zum Beispiel mit Naturjoghurt oder Porridge.
  • Bevorzugen Sie immer frisches oder tiefgekühltes Obst und vermeiden Sie Dosenobst (zu viel Zucker, zu wenig Vitamine)
  • Vorsicht bei gekauften Smoothies, sie enthalten oft viel Zucker.

Übrigens: eine Portion Obst entspricht etwa 150 Gramm. Das ist zum Beispiel ein Apfel, eine Banane, eine Birne oder eine Spalte Wassermelone.


Zusammengefasst
: Obst und Gemüst ist der Grundbaustein einer gesunden Ernährung. Empfohlen werden 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst am Tag, mit je ca. 150g.

Getreide – zu Unrecht in Verruf

Vollkorngetreide liefert unserem Körper die wichtigen Ballaststoffe, reichlich pflanzliches Eiweiß, Vitamine, Kalium, Magnesium und Eisen. Wichtig ist, dass Sie immer zu Vollkorn greifen und Weißmehlprodukte mit leeren Kohlenhydraten links liegen lassen. Getreideprodukte sind im Zuge der „Low Carb“- Diäten in Verruf geraten, weil sie Kohlenhydrate enthalten. Dabei wird das – an sich gute – „Low Carb-Prinzip“ aber falsch interpretiert, denn es sind nur die einfachen Kohlenhydrate wie Weißmehl und Zucker, die uns die Figur ruinieren. Kohlenhydrate dienen in Form von Glykogen den Muskeln als kurzfristige Energiereserve, speichern in der Leber Energie für den schnellen Einsatz und als Einfachzucker liefern sie dem Gehirn die Energie, die es braucht. 4 Der Unterschied liegt im Detail: Einfache Kohlenhydrate, wie sie in Weißmehl und Zucker stecken, hat der Körper ruck-zuck in einzelne Glukose-Moleküle zerlegt, die dann sehr schnell den Blutzucker ansteigen lassen. Der Körper reagiert auf den schnell erhöhten Blutzucker mit reichlich Insulin, sodass der Blutzucker schnell abfällt. Hunger auf schnelle Energie ist die Folge, denn der Blutzucker muss immer konstant sein.

Setzen Sie auf komplexe Kohlenhydrate

Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten zum Beispiel sind für den Körper nur langsam zu zerlegen und beschäftigen den Darm länger. Sie lassen den Blutzucker darum nur langsam ansteigen. So sind wir mit der Energie versorgt, die wir brauchen und bleiben länger satt und zufrieden.

Essen Sie also, wenn Sie gesund abnehmen möchten:

  • statt Weißmehlbrötchen besser Vollkornbrot oder -brötchen,
  • statt Cornflakes besser Haferflocken, Porridge, selbst gemischtes Müsli,
  • statt Nudeln oder Reis besser Vollkornnudeln oder Naturreis,
  • statt Basmatireis auch einmal Quinoa.

Mutige wagen sich auch einmal an die sehr nährstoffreiche Hirse. Das uralte Getreide lässt sich sowohl herzhaft als auch süß zubereiten und kann zum Beispiel als Frühstücksbrei oder als Dessert auf den Tisch kommen. Auch als Begleiter zur Gemüsepfanne macht Hirse im wahrsten Sinne eine gute Figur.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt bis zu vier Portionen Getreide täglich. Dabei entspricht eine Portion etwa einer Scheibe Vollkornbrot oder einer halben Tasse rohem Vollkornreis.5

 

EXKURS: Wozu Ballaststoffe?

  • Ballaststoffe sind echte Superhelden. Sie sorgen für Fülle im Darm und helfen so dabei, dass der Toilettengang regelmäßig und ohne Schwierigkeiten verläuft. Das ist nicht nur angenehm, sondern kann auch Krankheiten wie zum Beispiel Divertikulose, Hämorrhoiden oder Dickdarmkrebs verhindern.
  • Wer viele Ballaststoffe isst, verringert sein Risiko für Adipositas, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit (KHK) und Diabetes mellitus Typ 2.6
  • Faserstoffe in der Nahrung sorgen dafür, dass wir länger kauen müssen, was dem Darm die Arbeit des Verdauens erleichtert und uns länger satt hält.
  • Lösliche Ballaststoffe sind das Futter für unsere Darmbakterien und sorgen so für eine wohl genährte Darmschleimhaut und damit für ein starkes Immunsystem. Die Darmschleimhaut ist die Barriere gegen feindliche Eindringlinge. Ist sie geschwächt, gelangen Krankheitserreger oder Allergene ungehindert in den Blutkreislauf.
  • Ballaststoffe binden Nahrungscholesterin und Schadstoffe, sodass sie ausgeschieden werden.
  • Ballaststoffe verdicken den Speisebrei im Magen, sodass der Weitertransport in den Dünndarm verlangsamt wird. Sprich: man ist länger satt, denn der Magen ist noch gefüllt.
  • Ballaststoffe sorgen außerdem dafür, dass der Blutzucker nach der Mahlzeit langsamer ansteigt. So wird weniger Insulin gebraucht, das extreme Auf und Ab des Blutzuckerspiegels wird vermieden, Heißhunger bleibt aus.
  • 30 Gramm Ballaststoffe braucht der Körper pro Tag. Ob Sie diese Menge erreichen?

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Zusammengefasst
: Getreide vorallem in der gesunden Vollkornvariante bringt unserem Körper viele Vorteile! Vorallem Ballaststoffe sind wichtige für unseren Darm.

Milch, Eier, Fleisch und Fisch- Wie viel ist gesund?

Für die einen gehören Milch, Eier, Fleisch und Fisch zu einer gesunden Ernährung dazu, für die anderen gehören tierische Produkte gar nicht auf den Tisch. Wer aus ethischen Gründen vegan leben möchte, sollte darauf achten, Vitamin B zu substituieren und seine Werte regelmäßig überprüfen zu lassen. Grundsätzlich ist es gut möglich, auch ohne tierische Produkte gesund und ausgewogen zu essen. Gemüse und Getreide liefern dem Körper (fast) alles, was er braucht. Fleisch in Maßen zu verzehren schadet aber auch nicht. In Maßen bedeutet: ein bis zwei Mal pro Woche ein Stück mageres Fleisch. Und damit meine ich nicht das panierte XXL-Schnitzel, sondern insgesamt pro Woche etwa 300 bis 600 Gramm Pute oder Hähnchen.5  Fettige Wurstwaren wie Leberwurst, Salami oder Mettwurst sind zum Abnehmen nicht geeignet. Wenn Sie gern ein Wurstbrot frühstücken, greifen Sie lieber zu magerem Bratenaufschnitt.

Milch und Co.

Viele Menschen vertragen Milch nicht gut, weil sie auf Laktose oder Milcheiweiß allergisch oder mit Hautunreinheiten reagieren. Wer sich unsicher ist, ersetzt Kuhmilch einfach durch einen Pflanzendrink. Achten Sie bei der Auswahl aber darauf, dass der Drink keinen Zucker und keine Stabilisatoren enthält. Wer aber Milchprodukte verträgt, sollte sich regelmäßig Naturjoghurt, Buttermilch oder Kefir gönnen denn sie sind starke Helfer für einen gesunden Darm und eignen sich wunderbar als gesunde Abnehm-Desserts. Versuchen Sie doch einmal Naturjoghurt mit Früchten oder Frozen Yoghurt. Oder tauchen Sie Erdbeeren, Kirschen, Heidelbeeren … in Joghurt und frieren Sie sie einzeln ein. Ein wunderbar gesunder, leichter und erfrischender Snack im Sommer!

Und was ist mit Eiweiß?

Eiweiß gibt es im Moment in vielen Varianten im Supermarkt zu kaufen. Da gibt es Protein-Pudding, Protein-Riegel, Protein-Pulver und sogar Protein-Wasser. Auch Joghurts werben mit „Extra viel Protein“. Aber braucht man wirklich so viel Eiweiß zum Abnehmen? Die DGE empfiehlt täglich 0,8 bis maximal zwei Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht. 5 Auch hierbei gilt: was zu viel ist, geht auf die Hüfte und wird nicht etwa zum Super-Bizeps. Grundlage für die Berechnung der Menge ist das Normalgewicht (BMI unter 25), auch wenn Sie Übergewicht haben. Der Körper braucht Protein für viele wichtige Aufgaben. Es ist Baustoff für Zellen und Hormone und fast überall beteiligt. 8 Auch wer Muskeln aufbauen will oder intensiv Sport treibt, braucht reichlich Protein. Da dürfen es dann auch 2 Gramm pro Kilo Körpergewicht sein. Ein Vorteil für alle Abnehmwilligen ist, dass eine eiweißreiche Mahlzeit länger satt hält als eine kohlenhydratbetonte Mahlzeit. Weiteres Abnehm-Plus: der Blutzuckerspiegel steigt nach der Mahlzeit nicht so stark an, sodass die nächste Heißhungerattacke ausfällt. Setzen Sie aber, um Ihren Proteinbedarf zu decken, nicht nur auf Quark, Eier und Fleisch. Greifen Sie vermehrt zu pflanzlichem Eiweiß, zum Beispiel aus:

  • Hülsenfrüchten (Kichererbsen, Linsen, Bohnen)
  • Tofu
  • Pilzen
  • Brokkoli
  • Nüssen und Saaten (Leinsamen, Chia, Hanfsamen)
  • Haferfocken
  • Buchweizen


Zusammengefasst
: Der Körper braucht Protein für viele wichtige Aufgaben. Es ist Baustoff für Zellen und Hormone und fast überall beteiligt. Milch, Fleisch und Co sind gute Eiweißquellen. In Maßen liefern sie viele Nährstoffe. Wichtig ist es aber auch vermehrt zu pflanzlichen Eiweißquellen wie Hülsenfrüchten zu greifen.

Ran an das Fett

Fett macht fett? Das war einmal. Heute weiß man: Gesunde Fette beschleunigen sogar das Abnehmen. Wichtig ist aber, dass es sich um gute Fette handelt. Setzen Sie auf einfach und mehrfach ungesättigte Fette, auf Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Vermeiden Sie gesättigte Fette und Transfettsäuren. Diese ungesunden Fette finden sich vor allem in tierischen Produkten wie Butter, Fleisch und Wurst. Die extrem ungesunden Transfettsäuren stecken zum Beispiel in Margarine und Fertigprodukten. Auch in Keksen und abgepackten Kuchen finden sich Transfettsäuren.

Die DGE empfiehlt pro Tag etwa 30 Gramm gesunde Fette zu sich zu nehmen.9 Diese gesunden Fette stecken vor allem in Nüssen und Saaten, also in Walnüssen, Cashewkernen, Mandeln, Leinsamen, aber auch in Avocado und Oliven.Auch pflanzliche Öle wie Leinöl, Walnussöl und kaltgepresstes Olivenöl enthalten die begehrten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Diese Öle müssen dunkel aufbewahrt werden und dürfen nie erhitzt werden! Nutzen Sie die gesunden Öle im Salatdressing, geben Sie etwas Walnussöl über Ihr Porridge oder verfeinern Sie Ihren Kräuterquark mit Leinöl. Ein Vollkorntoast mit Avocado und Tomate ergibt ein wunderbares Frühstück und Nüsse geben den Extra-Crunch für Ihr Müsli. Wenn Sie mehr über gesunde Fette erfahren möchten, finden Sie hier alle Infos, die Sie brauchen.


Zusammengefasst
: Gesunde Fette können das Abnehmen beschleunigen. Vermeiden sie unbedingt Transfettsäuren und zu viele gesättigte Fettsäuren.

keep it simple elke liermann

„Abnehmen ist sehr individuell und viele Stellschrauben können und müssen berücksichtigt werden. Daher kann es nicht den einen Weg geben, der für alle passt. Gern sehe ich mir Ihr Ernährungstagebuch an und wir finden gemeinsam den Weg, der zu Ihrem Alltag passt.“

Elke Liermann- Ernährungsberaterin und Gewichtscoach 

Ernährungsberatung- Keep it simple

Abschluss-Tipps für Ihren Start in ein gesünderes Leben

  • Spüren Sie mithilfe eines Ernährungstagebuchs dickmachende Gewohnheiten auf und ändern Sie sie Stück für Stück, Schritt für Schritt.
  • Erlauben Sie sich, in Maßen alles zu essen, auf das Sie Lust haben. Verbote sorgen nur für inneren Widerstand und Heißhunger.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund, sodass der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist.
  • Achten Sie auf genügend Ballaststoffe.
  • Essen Sie sich bei jeder Mahlzeit an gesunden Dingen satt. Wer abnehmen will, muss essen.
  • Streichen Sie Snacks und machen Sie mindestens vier, besser fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten.
  • Verzichten Sie auf Fertigprodukte, Light-Produkte und künstliche Süßstoffe.
  • Trinken Sie zwei Liter Wasser oder ungesüßte Tees am Tag.
  • Bringen Sie Bewegung in den Alltag und erhöhen Sie so Ihren Kalorienverbrauch.
  • Wiegen Sie sich nur einmal in der Woche. Die Tendenz ist entscheidend, nicht die täglichen Schwankungen.
  • Planen Sie Ihre Mahlzeiten, sodass Sie nicht zu Fast Food und Snacks greifen müssen.
  • Starten Sie JETZT!


Zusammengefasst
: Unsere Expertin gibt Tipps für ein gesünders Leben, mit denen sie sofort starten können!

Leckere und Gesunde Rezepte zum Abnehmen

Fehlt Ihnen noch Ispiration, wie sie ihre Mahlzeiten lecker und gesund gestalten können? Hier eine kleine Auswahl aus unsererer Rezepteecke:

Fruchtiger feldsalat rezept

 

Fruchtiger Feldsalat 

Unser winterlicher, fruchtiger Feldsalat mit  karamelisierten Apfelwürfeln, Körnertopping und Balsamicodressing schmeckt super lecker, bringt viele Nährstoffe und ist ein schnell selbst gezaubert. 

Hier gehts zum Rezept
knusprige vegane Burgarpattis Bratlinge aus Kuskus und Blumenkohl gestapelt

 

Blumenkohl-Couscous-Bratlinge

Unser Blumenkohl-Couscous- Bratling ist eine schnelle, gesunde, leckere Beilage und eignet sich toll als veganer Burgerpatti. Er passt aber auch toll zu Salat oder frischem Humus! Der Blumenkohl enthält wenig Fett und Kohlenhydrate, somit auch wenig Kalorien und ist deshalb zum Abnehmen toll geeignet!

Hier gehts zum Rezept
Teller Weißkraut mit Paprika

 

Weißkohl mit Paprika und Reis als Beilage

Weißkohl ist Herbst- und Wintergemüse und landet durch kurze Transportwege schnell auf unseren Tellern. Er gehört zur Familie der Kreuzblütlern (wie auch Kohlrabi oder Brokkoli), ihnen werden viele gesundheitliche Vorteile nachgesagt. Sie sind voller wertvoller Vitamine und Mineralstoffe und auch die Senföle sind für die gesundheitlichen Effekte verantwortlich! 

Hier gehts zum Rezept
Risotto mit Petersilie und Champignons in Teller

 

Petersilie-Pilz-Risotto

Petersilienrisotto mit Pilzen ist eine gesunde reichhaltige Mahlzeit und dazu noch unglaublich lecker und schnell gemacht. Die Petersilie als eines unserer beliebtesten Küchenkräuter steckt voller gesunder Nährstoffe. Risottoreis ist glutenfrei und somit auch für Menschen mit Zöliakie geeignet. Auch kommt unser leckeres Risotto ohne tierische Produkte aus!

Hier gehts zum Rezept

 

Veganer Quinoasalat

Quinoa ist nicht nur vegan, glutenfrei und echt lecker. Es besitzt ein reichhaltiges Aminosäurenprofil. Spurenelemente und Mineralien wie Kalzium, Mangan, Eisen und Magnesium sind ebenfalls in größeren Mengen enthalten. Nicht nur für Veganer macht das Quinoa zum Superfood! Quinoa hat viele gesundheitliche Vorteile! 

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Mit Glutenunverträglichkeit gut leben

sarah müllner expertin gluten
sarah müllner expertin gluten

WORÜBER REDEN WIR IN DIESER EPISODE?

Die Diagnose Glutenunverträglichkeit wirbelt das Leben von Betroffenen ganz schön durcheinander. Ein Prozess der Ernährungsumstellung beginnt, der Speiseplan muss grundlegend verändert werden. Doch was ist Gluten überhaupt? Wie erkenne ich glutenfreie Lebensmittel und worin versteckt sich Gluten, obwohl mal es nicht erwartet?

Unsere heutige Expertin Sarah Müllner gibt uns Tipps und Ratschläge zu diesem Thema.

Zur Person: Sarah Müllner

(Bauchliebe- Ernährung. Darmgesundheit. Wohlbefinden.)

Sarah ist zertifizierte, ganzheitliche Ernährungsberaterin für Erwachsende und Kinder und beschäftigt sich nicht nur mit Ernährungsthemen, sondern auch mit dem Zusammenspiel von Ernährung, Darm und Psyche. Neben ihrem beruflichen Hintergrund wurden bei ihr selbst mehrere Lebensmittelunverträglichkeiten, unter anderem Glutenintoleranz, festgestellt!

Webseite: bauchliebe.org

Zusammenfassung

Sarah klärt die Frage was Gluten eingentlich überhaupt ist. Sie berichtet über das Klebereiweß und dessen Funktion.

Nachteile Gluten:

  • Für gesunde in normalen Mengen keinen negativen Effekt.
  • Toxische Inhaltsstoffe können zu einer entzündlichen Reaktion der Darmschleimhaut führen.
  • Zu viel Gluten kann auch für einen Menschen ohne Glutenunverträglichkeit schädlich sein. Vielfalt ist wichtig, auch nicht komplett auf Gluten komplett verzichten.

Symptome Glutenunverträglichkeit 

Folgende Symptome deuten auf eine Glutenunverträglichkeit hin:

  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Schmerzen im Bauchbereich
  • Wirbelsäulenprobleme
  • Hautprobleme
  • Ausschlag um den Mund
  • Müdigkeit
  • Infektanfälligkeit

Sarah berichtet über Leaky Gut Syndrom als Folge einer Glutenunverträglichkeit. Auch Heuschnupfen, andere Allergien und Autoimmunerkrankungen und chonische Darmerkankungen stehen in Verbindung zu Glutenunverträglichkeit und können entstehen.

Ursachen Glutenunverträglichkeit

  • Zu viel Gluten in unseren Lebensmitteln z.B. Weizen
  • Pestizide in den Lebensmitteln
  • Viele Backmischungen mit Zusatzstoffen werden auch von Bäckerein verwendet. Teig hat wenig Zeit zu ruhen. Brot wird dadurch unverträglicher.

Sarahs Tipp´s bei dem Verdacht Glutenunverträglichkeit

  • Gluten weglassen (mind. 2 Wochen) und Körperreaktionen beobachten.
  • Erbnährungstagebuch führen.
  • Lebensmitteltest (Reaktion auf Gluten vorhanden?).
  • Stuhlprobe (Zollulin Marker überprüfen).

Unterschied Glutenunverträglichkeit und Zölliakie

Glutenunveträglichkeit ist nicht mit Zöllikaie gleichzusetzen. Sarah erklärt die wichtigen Unterschiede! Sie nennt Merkmale, an der sich der Unterschied erkennen lässt, wie z.B. eine verzögerte Reaktion auf Lebensmittel. 

Glutenunverträglichkeit- Warum macht es Sinn frühzeitig zu behandeln!

Wer eine Glutenunverträglichkeit hat, sollte schnell reagieren um den Körper nicht zu überlasten. Sicherheitshalber frühzeitig untersuchen lassen um die Ursachen der Beschwerden abzukären.

Worin steckt Gluten?

  • Verschieden Getreidesorten wie  Weizen, Dinkel, Roggen, Grünkorn, Couscous… usw. enthalten Gluten.
  • Brot, Bröchen, Kekse, Nudeln…
  • Fertigprodukte
  • Getränke wie z.B. Bier
  • Soßen
  • Gemüsebrühe
  • Lebensmittel bei denen man es nicht erwartet wie z.B. Pommes oder Apfelmus

ACHTUNG: Immer auf die Zutatenliste schauen! Produkte ohne Gluten sind  oft mit einer durchgeschrichenen Ähre gekennzeichnet.

Tipps bei Glutenunverträglichkeit

  • Umstellungszeit: Darm Zeit geben sich zu erholen, durch anfänglichen kompletten Verzicht auf Gluten. 
  • Sarah emphielt auch Zucker und Milchprodukte anfangs wegzulassen, damit der Darm sich erholt. Denn auch in diesen Lebensmitteln stecken häufig entzündliche Stoffe.
  • Im Gegensatz zu Zölliakie besteht die hohe Chance, dass Gluten in kleineren Mengen wieder vertragen wird.
  • Viele Lebensmittel nutzen bei denen man sicher gehen kann, dass kein Gluten enthalten ist. Möglichst unverarbeitet Produkte wie z.B. Hirse, Quinoa
  • Viele Glutenfreie Alternativen sind in den Lebensmittelgeschäften erhältlich.
  • Auf Genuss muss nicht verzichtet werden.

Backen und Kochen bei Glutenunverträglichkeit

Sarah kann Teffmehl (Zwerghirse) sehr empfehlen, z.B. für Pfannkuchen. Sie verrät uns ihr Rezept. Auch Kastaninenmehl, Buchweizenmehl, Hafermehl, Reis, Hirse, Amaranth, Quinoa, Kartoffeln, Maniok, Kartoffelstärke sind super geeignet. Sarah erzählt über ihre Lieblingszutaten und passende Anwendungsgebiete. Besonders toll findet sie Brotbackmischungen ohne Gluten.

Verrunreinigtes Getreide: Achtung bei Hafer!

Hafer kann öfter kontaminiert sein! Bei Hafermehl immer darauf achten, dass es als Glutenfrei gekennzeichnet ist. Buchweizen und Amarant kommt dies selten vor!

Sarah´s Abschluss-Tipp:

1. Macht euch keinen Stress! Eine Glutenunverträglichkeit ist kein Weltuntergang! Akzeptanz ist unglaublich wichtig!

2. Auf Genuss und Kochen und Spaß am Essen nicht verzichten! Stress vermeiden!

3. Herausforderung annehmen und die Unveträglichkeit als Chane sehen Neues auszuprobieren!

4. Glutenunveträglichkeit bedeutet keinen erhöhten Zeitaufwand! Lässt sich mit etwas Übung gut in den Alltag integrieren. 

5. Pläne und Vorkochen hilft und macht den Alltag stressfreier!

6. Glutenfrei bedeutet nicht gleich gesünder! Oft sind in glutenfreien Produkten mehr Zucker, Fett und somit auch Kalorien enthalten!

Unser Artikel zum Thema:

Glutenunverträglichkeit- Symptome, Ernährungsumstellung, Expetentipps

teig klebt in hände

Schnelle Fakten zu Glutenunverträglichkeit

  • Glutenunverträglichkeit (Nicht-Zöliakie) auch Glutensensivität (Überempfindlichkeit gegenüber Gluten) genannt, ist ein Oberbegriff und eine Art von Zöliakie.
  • Es ist keine Autoimmunerkrankung wie Zöliakie, sondern fällt unter immunologische Unverträglichkeiten.
  • Gluten ist ein Synonym für Klebereiweiß, welcher für die klebrige Teigmasse sorgt, die Mehl in Verbindung mit Wasser bildet.
  • Besonders hoch gezüchtete Sorten wie Weizen, aber auch Roggen, Dinkel, Grünkern, Hafer und Gerste enthalten eine große Menge an Gluten.
  • Eine Glutenunverträglichkeit bedeutet nicht, dass man unbedingt für immer komplett auf Gluten verzichten muss, wie bei einer Zöliakie der Fall ist.
  • Glutenfreie Ernährung ist nicht gleich gesünder! Nur für Menschen mit Zöliakie und Weizen- bzw. Glutensensitivität sowie Weizenallergiker bringt diese Diät Vorteile.
  • Was hinter einer Glutenunverträglichkeit steckt und wie man sich trotzdem gesund und lecker ernährt, möchte ich in diesem Artikel vorstellen.
teig klebt in hände

Diagnose Glutenunverträglichkeit wirbelt das Leben von Betroffenen ganz schön durcheinander. Ein Prozess der Ernährungsumstellung beginnt, der Speiseplan muss grundlegend verändert werden. Doch was ist Gluten überhaupt? Welche Ursachen stecken dahinter, warum es heutzutage eine Glutenunverträglichkeit gibt? Wie erkenne ich glutenfreie Lebensmittel und worin versteckt sich Gluten überall? Was passiert in meinem Darm? Dies sind Themen, die wir hier in diesem Artikel heute näher beleuchten möchten.

Was ist Gluten?

Gluten ist ein Synonym für Klebereiweiß. Dieses besteht aus den Getreideeiweißstoffen Gliadin und Glutenin. Gluten wird verwendet, um Teig zusammen zu halten und gibt dem Brot und Backwaren die leichte und lockere Struktur. Besonders hoch gezüchtete Sorten wie Weizen, aber auch Roggen, Dinkel, Grünkern, Hafer und Gerste enthalten große Mengen Gluten.


Zusammengefasst
:  Gluten ist ein Klebereiweiß und besteht aus Getreideeiweißstoffen Gliadin und Glutenin.

Was ist eine Glutenunverträglichkeit überhaupt?

Die Glutenunverträglichkeit ist ein Oberbegriff und eine Art von Zöliakie. Oft wird auch von Glutensensitivität, oder genauer gesagt, die Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität gesprochen. Denn es ist keine Autoimmunerkrankung wie die Zöliakie, sondern fällt unter den Bereich „Immunologische Unverträglichkeiten“. Die Immunreaktion auf das Nahrungsmittel ist verzögert und kann erst 1-3 Tage nach dem Essen des Nahrungsmittels auftreten. Bei einer Allergie tritt die Immunreaktion jedoch sofort auf. Daher ist es schwierig, die Reaktion immer gleich direkt mit einem Nahrungsmittel in Verbindung setzen zu können und macht somit die Suche nach der Unverträglichkeit gegenüber einem Nahrungsmittel umso schwerer.


Zusammengefasst
: Im Gegensatz zur Zölliakie ist Glutenintoleranz keine Autoimmunerkrankung. Sie ist eine Unverträglichkeit mit Immunreaktionen.

Unterschied Glutenunverträglichkeit und Zöliakie?

Zöliakie ist im Gegensatz zur Glutenunverträglichkeit eine Autoimmunerkrankung. Dies bedeutet, dass das Immunsystem die eigene Dünndarmschleimhaut angreift. Die Ursachen sind meistens mit einer Glutenunverträglichkeit verbunden. Durch Zufuhr von Gluten entsteht eine Entzündung in der Darmschleimhaut. Dadurch bilden sich die Darmzotten zurück. Die Oberfläche des Dünndarms verringert sich und es können nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden. So entstehen im Laufe des Krankheitsverlaufs Nährstoffdefizite und es kommt zu einer chronischen Dünndarmerkrankung. Die Zöliakie-Betroffenen müssen für immer auf Gluten verzichten. Dies bestätigt auch Lars Selig, Leiter des Ernährungsteams am Leipziger Uniklinikum:

 „Zöliakie-Patienten müssen sich an eine lebenslange, glutenfreie Diät halten und dann ist es auch kein Spaß mehr, weil sie nicht mal das gleiche Brotmesser benutzen dürfen oder den gleichen Toaster oder die gleiche Rührschüssel.“ 1


Zusammengefasst
: Bei Zölliakie greift das eigene Immunsystem die Dünndarmschleimhaut an, sie ist also eine Autoimmunerkrankung, Glutenunverträglichkeit nicht! Beide haben gemeisam, dass Gluten nicht oder sehr schlecht vertragen wird!

Was passiert im Darm bei einer Glutenunverträglichkeit?

Die Getreideeiweißstoffe enthalten toxische Inhaltsstoffe, die zur Entzündungsreaktion der Darmschleimhaut führen können. Besonders die hochgezüchteten Sorten von Weizen enthalten eine zu große Menge an Klebereiweiß. Somit wird es von vielen Menschen nicht mehr gut vertragen. Da das Gluten nicht mehr richtig verdaut werden kann, wird die Darmschleimhaut gereizt und dabei wird vermehrt Zonulin freigesetzt. Zonulin ist ein Protein, das die Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut erhöht. Da das Gluten nicht mehr richtig verdaut werden kann, wird die Darmschleimhaut gereizt und es kommt zu einer verstärkten Darmdurchlässigkeit, welche ein „Leaky Gut Syndrom“ nach sich ziehen kann und zur Lockerung der Darmschleimhautbarriere führen kann. Laut dem Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München hat die Zahl der Menschen, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, stark zugenommen. 2


Zusammengefasst
: Die Getreideeiweißstoffe lösen im Darm eine Entzündungsreaktion aus. Das Gluten kann nicht mehr richtig verdaut werden.

Worin liegen die Ursachen einer Glutenunverträglichkeit?

Warum manche Menschen Gluten nicht vertragen, aber nicht an Zöliakie leiden ist aus medizinischer Sicht noch nicht geklärt. Mehrere wichtige Studien legen nahe, dass ein multifaktorieller Prozess bei Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität die Ursache sein könnte.3  

Änderungen der Weizenproteinzusammensetzung werden als mögliche Ursache für Gllutenempfindlichkeit diskutiert. So hat sich eine Studie mit der Frage beschäftigt, ob sich im Zeitraum von 1891 bis 2010, der Glutengehalt bekannter deutscher Weizensorten erhöht hat. Dabei kam heraus, dass der gesteigerte Ertrag mit einem höheren Gluteningehalt im Weizen verbunden war, der kritische Gliadinegehalt nahm dagegen ab. Außerdem wurde beobachtet, dass mit einer höheren Niederschlagsmenge im Jahr der Ernte, ein höherer Glutengehalt in den Proben gemessen wurde. Auch muss hierzu gesagt werden, dass bisher noch nicht alle im Weizen enthaltenen Eiweißarten, im Hinblick auf ihre physiologischen Effekte ausreichend untersucht sind. Die Forschungen hierzu stehen erst am Anfang.2 4 Auch gehen Forscher laut neuen Studienergebnissen 5 davon aus, dass Rückstände von Pestizidmitteln (wie Glyphosat, welches sich in sehr vielen herkömmlichen Weizen- und Mischgetreideprodukten nachweisen lässt) Ursache für die Entwicklung von Glutenunverträglichkeit sein könnten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt vermute ich darin, dass es immer weniger Bäckereien gibt, die ohne Backmischungen arbeiten. Die Backmischungen enthalten viele Zusatzstoffe, die eine Unverträglichkeit auslösen können. Auch das traditionelle Brotbacken (z.B. Ruhephasen einhalten, den Sauerteig selbst herstellen) rückt immer mehr in den Hintergrund. Leider, denn nur indem der Teig genügend ruhen kann, werden die unverträglichen Kohlenhydraten beseitigt. Das Brot wird damit viel verträglicher.


Zusammengefasst
:  Warum manche Menschen Gluten nicht vertragen, ohne an Zölliakie zu leiden, ist noch nicht wissenschaftlich vollständig geklärt. Es werden verschiedene Ursachen diskutiert, dazu gehören Veränderungen der Weizenproteinzusammensetzung, Pestizidmittel und Veränderung des Backhandwerks.

Wie äußert sich eine Glutenunverträglichkeit?

Eine Glutenunverträglichkeit kann sich durch folgende Symptome äußern:

  • Bauchschmerzen
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Starke Blähungen (bedingt durch vermehrte Fehlgärungen im Darm)
  • Wirbelsäulenproblemen (verursacht durch starke Blähungen, da der Darm über die Faszien mit dem Skelett verbunden ist)
  • Hautprobleme wie Akne oder Neurodermitis
  • schwaches Immunsystem
  • Müdigkeit
  • Calciummangel

Auch könnte eine Glutenunverträglichkeit mit weiteren Zusammenhängen, bzw. mit folgenden Krankheiten in Verbindung stehen und sie auslösen oder verstärken:

  • Allergien (z.B. Heuschnupfen)
  • Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, aber auch andere Autoimmunerkrankungen
  • chronische Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa
  • „Leaky Gut“ Syndrom („durchlässiger Darm“): die engen Verbindungen, genannt „tight junctions“ zwischen den Darmschleimhautzellen öffnen sich durch die vermehrte Freisetzung von Zonulin. Dadurch dringen problematische Stoffe oder Mikroorganismen in den Körper ein.
  • Arthritis
  • Fehlgeburten
  • ADS
  • Autismus


Zusammengefasst
: Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfungen sind die häufigsten Symptome, welche auf eine Glutenintoleranz hindeuten können. Aber auch weitere weniger typische Symptome sind möglich, auch können weitere Krankheiten und Zusammnhänge damit verbunden sein.

Diagnose Glutenunverträglichkeit

Gluten- bzw. Weizensensitivität kann ein Mediziner nur durch Ausschluss der Zöliakie und einer Weizenallergie feststellen. Eine Durchführung einer glutenfreien Eliminationsdiät (also kompletter Verzicht auf Weizen und andere glutenhaltige Lebensmittel) und eine darauffolgende Kontrolle durch gezielte Glutengabe kann dieses Ergebnis festigen. 6 Auch kann ich Allergietests auf verschiedene Lebensmittel sehr empfehlen. Genaueres hierzu in folgendem Absatz.


Zusammengefasst
: Glutenunverträglichkeit ist meist eine Ausschlussdiagnose!

Was kann ich tun, wenn ich vermute Gluten schlecht zu vertragen?

Ich empfehle meinen Patienten immer am Anfang Gluten wegzulassen und zeitgleich ein Ernährungstagebuch über 14 Tage zu führen. So kann genau beobachtet werden, ob sich die Symptome verbessern. Um jedoch ganz sicher zu gehen, empfiehlt es sich, immer noch zusätzlich einen Lebensmitteltest über eine Blutuntersuchung zu machen. Dieser kann Aufschluss geben, ob Unverträglichkeiten gegenüber Gluten vorliegen. Es ist wichtig, dass man dies testen lässt, da es nicht empfehlenswert ist, darauf komplett zu verzichten, wenn man es vertragen würde (Stichwort Nährstoffmangel). Ausgewogenheit ist in der gesunden Ernährung das A und O.  Auch kann man über eine Stuhlprobe den Marker Zonulin hinsichtlich einem „Leaky Gut“ Syndrom und auf eine Dysbalance der Bakterien (Stichwort Fehlgärungen) testen lassen.


Zusammengefasst
: Wer herausfinden möchte ob eine Glutenunverträglichkeit vorliegt, dem kann es helfen Gluten erstmal komplett aus der Ernährung zu streichen und die Körperreaktionen zu beobachten.

Ernährungsumstellung bei Glutenunverträglichkeit

Wer also Gluten nicht gut verträgt, sollte gerade zu Beginn eine strenge Ernährungsumstellung durchführen. Ziel ist es, den Darm zu beruhigen und ihm die Chance auf Erholung und Regeneration zu ermöglichen. Folgende allgemeine Empfehlungen, kann ich Ihnen durch meine jahrelange Praxis als Ernährungsberaterin und durch meine Erfahrungen geben:

  • Glutenhaltige Lebensmittel meiden: Gluten ist von Natur aus in vielen Getreidesorten wie Weizen, Kamut, Dinkel, Roggen, Gerste, Grünkern, Emmer, Einkorn enthalten.
  • Besonders das Gluten meiden, welches einen hohen Weizenanteil aufweist. Dinkel, die Urform von Weizen, wird nämlich oft sehr viel besser vertragen, aber enthält auch Gluten. Also am besten Gluten komplett meiden und durch alternative Produkte wie Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Hirse etc. ersetzen.
  • Achtung bei Hafer! – es enthält in geringen Mengen Gluten. Das Problem bei Hafer ist, dass dieser oft im Herstellungs- und Produktionsprozess mit Gluten kontaminiert wird. Daher empfehle ich immer gerne auf den glutenfreien Hafer auszuweichen, um auf der sicheren Seite zu sein.
  • Konventionelle Weizenprodukte meiden wie Brot, Brötchen, Kekse, Fast-Food, Süßigkeiten, Nudeln).
  • Auch empfehle ich immer zusätzlich eine Zeit auf Zucker und andere entzündungsfördernde Lebensmittel zu verzichten (wie Milchprodukte), damit sich der Darm wieder erholen kann und unser Immunsystem wieder gestärkt wird. 70% unseres Immunsystems sitzt nämlich im Darm.

Übrigens bedeutet eine Glutenunverträglichkeit im Gegensatz zu Zöliakie nicht, dass lebenslang auf Gluten verzichtet werden muss. Kleinere Mengen in bestimmten Produkten, können häufig nach und nach wieder vertragen werden.


Zusammengefasst
: Eine Ernährungsumstellung im Alltag hilft vielen Betroffenen den Darm zu Entlasten und ggf. Gluten in kleineren Mengen wieder zu vertragen.

sarah müllner expertin gluten

 

Podcast: 

Mit Glutenunveträglichkeit gut leben

Wollen Sie noch mehr Tipps zum Thema Gluten und glutenfrei Leben? Unsere Expertenautorin Sarah Müllner gibt zahlreiche Tipps und Erfahrungen weiter!

Hier gehts zum Podcast

Glutenquellen- wo ist Gluten enthalten?

Neben Weizen gibt es noch viele andere Getreidesorten, welche Gluten enthalten. Auch viele weitere Lebensmittel enthalten Gluten! Hier habe ich die wichtigsten aufgelistet:

  • Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste, Grünkern, Einkorn, Kamut, Hafer und verarbeitete Lebensmittel
  • Weizenprotein in veganen Lebensmitteln
  • Wurstwaren
  • gekauftes Apfelmus (Weizensirup)
  • in einigen Kosmetika
  • Zahncreme
  • Getränken wie Bier
  • Soßenbinder, Soyasoße, asiatische Gerichte, Gemüsebrühe
  • Fertiggerichte, Pommes, Gnocchis (werden zwar aus Kartoffel hergestellt, aber Weizenmehl wird zum Binden zugesetzt)
  • Eis aus dem Supermarkt
  • Bei Kleinkindern bitte achten auf: glutenfreie Seifenblasen, Knete, Buntstifte, Spiel-Stempel, Kinder-Tattoos

Daher empfehle ich immer die Inhaltsstoffe, der jeweiligen Produkte auf der Rückseite nachzulesen, z.B. besonders bei Zahn-Creme, Mundspüllösungen, Lippenpflege etc.


Zusammengefasst
: Gluten ist nich tnur in Weizen, Roggen, Gerste usw. enthalten, auch in vielen Lebensmitteln und Gebrauchsprodukten wie Zahnpasta kann Gluten versteckt sein!

Wie erkenne ich ob ein Lebensmittel Gluten enthält?

Glutenfreie Lebensmittel müssen mit einem glutenfreien Zeichen deklariert sein und zwar mit der durchgestrichenen Ähre, die international anerkannt ist. Dann gibt es auch natürliche, unverarbeitete, glutenfreie Lebensmittel. Hierzu zählen:

  • Hirse, Reis, Mais, Quinoa, Buchweizen, Amaranth
  • Teffmehl, Kastanienmehl, Kichererbsenmehl, Linsenmehl, Lupinenmehl, Kokosmehl
  • Kartoffeln, Süßkartoffeln, Maniok, Hülsenfrüchte
  • Zum Binden von Gerichten: Kartoffelstärke, Tapiokastärke, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl
siegel produkte duchgestrichene Ähre glutenfrei


Zusammengefasst
: Eine durchgestrichene Ähre ist ein Erkennungszeichen für glutenfreie Lebensmittel. Lebensmittel wie Hirse, Mais, Reis, Kartoffeln und viele mehr sind von Natur aus glutenfrei.

Sind glutenfreie Produkte gesünder und kann Gluten allen Menschen schaden?

Nein, glutenfreie Produkte sind nicht gesünder wie glutenhaltige. Um das fehlende Gluten auszugleichen, enthalten die Produkte häufig mehr Fett und Zucker und sind damit kalorienhaltiger, während die enthaltene Menge an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen geringer ist. Auch wird glutenfreien Lebensmittel oft mehr Zucker zugesetzt, was in den nicht-glutenfreien Lebensmitteln nicht der Fall ist. Laut DZG-Ärztin Baas hat

die glutenfreie Ernährung für gesunde Menschen keinen Nutzen – im Gegenteil: die Produkte schmecken oft trocken und zerkrümeln. Gluten ist ein Geschmacksträger, hält den Teig zusammen und gibt Backwaren eine angenehme Konsistenz. Fehlt der Stoff, müssen Hersteller mehr Zucker und Fett in Brot, Kuchen und Kekse mischen.“ 8

Somit sollen nur die Menschen, die eine Glutenunverträglichkeit oder Weizenallergie aufweisen oder unter Zöliakie leiden, Gluten meiden. Ansonsten wird Gluten ganz normal vom Körper verdaut und soll auch von gesunden Menschen gegessen werden. Laut der DGE haben glutenfreie Produkte für gesunde Personen keinen gesundheitlichen Nutzen, es erhöht sogar die Gefahr von Nährstoffdefiziten.6


Zusammengefasst
: Glutenfreie Ernährung ohne medizinischen Indikator hat keine Vorteile. Die Gefahr eines Nährstoffdefizits ist sogar erhöht.

Schlusswort unserer Expertin

Eine Glutenunverträglichkeit ist kein Weltuntergang. Es gibt heutzutage tolle Alternativen und schöne Rezepte, sodass das Essen weiterhin Spaß macht. Meine Devise lautet: akzeptieren und nicht hadern. Mit einer gewissen Karenzphase, Disziplin, Selbstliebe, Darmpflege und einer ausgewogenen Ernährung lässt sich diese Unverträglichkeit gut in Griff bekommen und es ist auch möglich mit Genuss und Freude zu Essen. Schauen sie doch mal in der Rezepte-Ecke vorbei! Hier gibt es auch mein glutenfreies Rezept für Süßkartoffel-Brownies!

vegane glutenfreie brownies

 

Glutenfreie, vegane Süßkartoffel-Brownies

Glutenfrei und Genuss- das geht! Die leckeren Süßkartoffel-Brownies nach dem Rezept von Glutenexpertin Sarah Müllner sind super saftig und lecker!

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Nüsse- wie gesund sind die kleinen Nährstoffbomben wirklich?

verschiedene nuesse z.B. pistazie, mandel, pekanuss

Schnelle Fakten zu Nüssen

  • Nüsse in Maßen sind sehr gesund!
  • Wir hier in Deutschland essen viel zu wenig Nüsse und nutzen so die gesundheitlichen Vorteile viel zu wenig aus!
  • Sie sind reich an Ballaststoffen, gesunden Fettsäuren, Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffen (wie Kalium, Natrium, Magnesium und Phosphor) und sekundären Pflanzenstoffen (wie Polyphenole und Flavonoide).
  • Langfristig betrachtet ist ein regelmäßiger Nussverzehr laut Studien mit einer geringeren Gewichtszunahme und Übergewicht/Adiposität verbunden!
  • Wir stellen Ihnen die wichtigsten Nussorten, deren potentielle Vorteile und Anwendungsgebiete, aber auch Risiken vor. 
  • Mit unseren Tipps zur Lagerung, Verarbeitung und Rezepten, können Sie die wertvollen Nährstoffbomen lecker und einfach für sich nutzen.
verschiedene nuesse z.B. pistazie, mandel, pekanuss

Nüsse gehören nicht nur zu Weihnachten und der Adventszeit einfach dazu. Egal ob auf dem Plätzchenteller, in Müsli, als Snack oder in Gebäck wie Kekse und Kuchen. Die kleinen Nährstoffbomben bereichern viele Speißen kulinarisch und durch ihr wertvolles Nährstoffprofil.  Nüsse in Maßen sind unglaublich gesund- das haben die meisten von uns bereits gehört. Bekannte Sorten wie Walnüsse, Erdnüsse und Mandeln verarbeiten wir gerne zu Gebäck oder knabbern sie als leckerer Snack. Doch wie viel Nüsse sind wirklich gesund? Macht es einen Unterschied ob sie geröstet sind oder roh verarbeitet werden? Und welche Nuss hat das beste Nährstoffprofil? Fest steht, wir hier in Deutschland essen viel zu wenig Nüsse und nutzen so die gesundheitlichen Vorteile viel zu wenig aus!1

Lassen sie uns gemeinsam die Nüsse unter die Lupe nehmen und herausfinden, was das kleine Powerfood kann. Sie werden überrascht sein!

Was sind Nüsse?

Nüsse sind essbare Samenkerne verschiedener Früchte. Meist hat sie eine rundliche Form, eine holzige Schale, welchen den fettreichen Kern umschließt. Botanisch gehören Nüsse zur Familie der Schließfrüchte. Nicht jede Nuss ist botanisch gesehen auch wirklich eine Nuss. Nur bei bestimmtem Aufbau der Kerne und Fruchtwände sind sie nach botanischer Definition echte Nüsse.1

 Hierzu zählen beispielsweise

  • Haselnuss
  • Macadamianuss
  • Walnuss

Mandeln und Pistazien werden botanisch zu den Steinfrüchten zugeordnet, Erdnüsse sogar zu den Hülsenfrüchten gezählt.


Zusammengefasst
: Nüsse sind Samenkerne verschiedener Früchte. Nicht jede Nuss ist auch botanisch gesehen eine Nuss!

Was steckt in Nüssen?

Egal ob es sich botanisch nun um eine echte Nuss handelt oder nicht. Generell sind alle Sorten reich an:1 2

  • Ballaststoffen,
  • gesunden Fettsäuren (einfach ungesättigte (monounsaturated fatty acids, MUFA) und
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren (polyunsaturated fatty acids, PUFA),
  • Proteinen,
  • Vitaminen (z.B. Vitamin E und B-Vitamine),
  • Mineralstoffen (wie Kalium, Natrium, Magnesium und Phosphor) und
  • sekundären Pflanzenstoffen (wie Polyphenole und Flavonoide).

Dem kleinen Powerfood werden viele gesundheitsfördernde Effekte zugeschreiben. Aber aufgepasst, Nüsse haben eine hohe Energiedichte, also einen hohen Fettanteil und eine hohe Kalorienanzahl. Deshalb bewusst Snacken und nicht im Übermaß verzehren!


Zusammengefasst
: Nüsse sind reich an wichtigen Inhaltsstoffen wie Vitamine und Mineralstoffe. Sie haben jedoch auch einen hohen Fettanteil (viele gesunde Fettsäuren), was eine hohe Kalorienzahl bedingt.

Wie gesund sind Nüsse?

Die vielen gesunden Inhaltsstoffe können sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken und sind ein reichhaltiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten gesundheitlichen Vorteile von Nüssen vor und geben Einblicke in die bisherigen wissenschaftlichen Forschungen hierzu!

Nüsse und Herzgesundheit

Nüsse sind durch ihr gesundes Fettsäurenprofil gut für unser Herz-Kreislauf-System. Die Fette in der Nuss sind reichlich vorhanden und bestehen hauptsächlich aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die wissenschaftlich bestätigt günstig für unsere Herzgesundheit sind! Auch andere Inhaltstoffe der Nüsse wie Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, Arginin (Aminosäure), Phytosterine, Polyphenole und weitere sekundäre Pflanzenstoffe wirken sich Vermutungen zur Folge positiv auf unser Herz aus! Aber auch Vitamin E und Carotinoide sollen für unsere Gesundheit in diesem Bereich wichtig sein! 1 2

Wenn sie also regelmäßig Nüsse verzehren, senkt dies wahrscheinlich das Risiko an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken. In verschiedenen epidemiologischen Studien wurde ein intensiver Zusammenhang bestätigt 3 4

Laut einer Studie 5 kann durch einen Verzehr von Nüssen, an mindestens 4 Tagen pro Woche, ein um 37 % verringertes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, im Vergleich zu einem oder seltenem Nusskonsum, erreicht werden!


Zusammengefasst
: Nüsse sind gut für unser Herz und können das Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen verringern.

Cholesterinspiegel

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Phytosterole, welche in Nüsse in größeren Mengen enthalten sind, können die Cholesterolwerte im Blut zu verringern.6

Das günstige Fettsäurenprofil mit dem hohen Anteil an MUFA und PUFA, hat die Senkung des Gesamt-Cholesterol im Blut zur Folge. Schlechtes LDL-Cholesterin und die Triglyceride werden gesenkt, das gute HDL-Cholesterin erhöht, was zur Verbesserung des Blutlipidprofils führt, Dies wiederum hat eine Schutzwirkung gegenüber kardiovaskulären Erkrankungen.7


Zusammengefasst
: Sekundäre Pflanzenstoffe in Nüssen können die Cholesterolwerte im Blut senken und zur Verbesserung des Blutlipidprofils führen.

Darmgesundheit

Immer wieder hören wir, Ballaststoffe sind unverzichtbar für unsere Darmgesundheit. Wir nehmen immer noch viel zu wenig davon täglich auf. Nüsse haben einen relativ hohen Gehalt an Ballaststoffen und können so durch einen täglichen Nussverzehr, die Darmgesundheit fördern und im positiven Sinne beeinflussen. Vermutet werden sogar präventive Effekte bei der Bildung von Kolonkrebs (Dickdarm).1


Zusammengefasst
:  Nüsse sind tolle Ballaststoffliferanten und können so unsere Darmgesundheit fördern.

Verringertes Krebsrisiko durch Nüsse?

Tragen Nüsse zur Verringerung des Krebsrisikos bei? Forscher assoziieren dies laut der DGE.  Besonders die enthaltenen Phenolsäuren wirken antioxidativ und sollen mit einem geringeren Risiko für bestimmte Krebskrankheiten verbunden sein!  Auch die Flavonoide stehen stark im Forschungsinteresse, wenn es um

  • Darmkrebs 8
  • Brustkrebs 9
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs 10
  • und andere Krebsformen geht! 6 11


Zusammengefasst
: In Bezug auf das Krebsrisiko verschiedener Krebsarten, haben Nüsse großes Potential gezeigt.

Diabetes Typ 2

Diabetikern können Nüsse helfen, den Blutzucker besser unter Kontrolle zu halten. Analysen haben gezeigt, dass Baumnüsse diesen verbessern und die gesunde Ernährung unterstützen. Die Forscher erkennen jedoch Unsicherheiten in den Analysen und berufen sich auf weitere Versuche, die zukünftig mit Verbesserter Qualität durchgeführt werden müssen um die Auswirkungen von Nusskonsum auf die Verdrängung von Kohlenhydraten (mit hohem glykämischen Index) besser zu untersuchen!11 12

Studien (Nurses ‚Health Study (NHS) und NHS II) haben bisher jedoch belegt, dass ein regelmäßiger Nusskonsum das Risiko für Typ-II-Diabetes reduzieren kann. In diesem Versuchsaufbau an Frauen konnten Walnüsse verschiedene kardiometabolische Risikofaktoren nachweislich verbessern.  Ein Walnusskonsum war im Vergleich zur Probandengruppe, die nie oder selten Walnüsse konsumierten, mit einem geringeren Risiko verbunden, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, !13


Zusammengefasst
: Nüsse können Diabetikern helfen, den Blutzuckerspiegel unter kontrolle zu halten. Auch könnte das Risiko an Diabetes Typ2 zu erkranken durch einen regelmäßigen Nusskonsum gesenkt werden.

Verlängern Nüsse unsere Lebenszeit?

Wer regelmäßig Nüsse verzehrt, hat ein nachweislich ein verringertes Risiko fürs schwere chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes mellitus zu erwarten. In Bezug auf die Mortalität wurden in einer groß angelegten Studie ebenfalls Zusammenhänge dokumentiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen die Nüsse verzehren eine geringere Mortalität aufweisen.14 In einer Auswertung verschiedener Studien wurde herausgefunden, dass Nussliebhaber seltener an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen starben.15 16 Ein verringertes Sterberisiko durch regelmäßigen Nussverzehr kann durch die bisherigen Forschungen nicht bewiesen werden, sie geben aber Hinweise darauf, dass und warum Nüsse, die Motalität senken können.


Zusammengefasst
: Zusammenhänge zwischen Mortalität und Nusskonsum konnten in verschiedenen Studien festgestellt werden. Ein verringertes Sterberisiko konnte dadurch jedoch nicht bewiesen werden.

Wie viel Nüsse sind gesund?

Wir Deutschen verzehren im Schnitt 2-4 g Nüsse täglich! Viel zu wenig sagen Wissenschaftler. Die Richtwerte sind deutlich höher. Kaum einer verzehrt tatsächlich eine Hand voll Nüsse täglich. Als empfohlene Standartportion gilt eine Nussmenge von 25-28 g pro Tag. 1 15 Damit kann man ungefähr 10 % der von der DGE empfohlenen täglichen Menge Ballaststoff (30 g) erreicht werden. Die meisten von uns wissen inzwischen wie gesund Nüsse sind, der hohe Fettgehalt schreckt aber vermutlich ab. Doch was steckt dahinter? Steigert ein regelmäßiger Nussverzehr unser Gewicht?


Zusammengefasst
: Als empfohlene Standartportion gilt eine Nussmenge von 25-28 g pro Tag.

Machen Nüsse dick?

Nüsse haben einen hohen Fettgehalt! Die Macadamianuss besteht sogar aus bis zu 73% Fett. Jedoch sind sie durch ein sehr gesundes Fettsäurenprofil gekennzeichnet.

„Trotz ihres hohen Fettgehaltes konnten Studien keinen Zusammenhang zwischen Nusskonsum und Körpergewichtsverlauf nachweisen.“1

Dies liegt vermutlich daran, dass Nüsse reich an Eiweiß und Ballaststoffen sind, die für ein größeres Sättigungsgefühl stehen. Snacken wir also beim kleinen Hunger ein paar gesunde Nüsse, ist unser Körper reichhaltig gesättigt und Heißhungerattacken bleiben aus. So ist langfristig betrachtet ein regelmäßiger Nussverzehr laut Studien sogar mit einer geringeren Gewichtszunahme und Übergewicht/Adiposität verbunden!17


Zusammengefasst
: Trotz des hohen Fettgehalts von Nüssen besteht kein Zusammenhang zwichen Nusskonsum und Körpergewicht. Studien deuten darauf hin, dass ein regelmäßiger Nusskonsum längerfristig betrachtet, mit einer geringeren Gewichtszunahme verbunden sein könnte.

Die beliebtesten Nusssorten und deren Vorteile

Nun wollen wir vom wissenschaftlichen und ernährungswissenschaftlichen Blick wieder zu unserem Alltag zurückkehren. Es ist also belegt, dass Nüsse vielfältige gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Deshalb macht es auch Sinn, sie in unsern Alltag, bespielsweise in unser Gebäck zu integrieren und das naschen und snacken durch sie möglichst lecker und gesund zu gestalten. Kennen sie alle Nussorten bereits? Wir wollen ihnen die Bekanntesten vorstellen:18

geknackte walnuss

Walnuss

Die “Königin der Nüsse“ 19 ist reich an Magnesium sowie einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.  Mit einem Fettanteil von 63 % und mit 670 Kalorien pro 100g zählt sie zu den gehaltvolleren Nüssen. Sie liefert Phytosterole, welche vor Darm-, Brust- und Prostatakrebs zu schützen sollen.15

Die meist 2-3 cm großen, runden Nüsse haben eine runzlige, harte, braune Schale, welche meist recht fest ist. Mit einem Nussöffner oder einem Stein ist sie leicht zu knacken, da sie eine auffällige Naht besitzt. Diese teilt die Nuss in zwei Kammern. Der eigentliche Kern der Walnuss hat eine unregelmäßige Form und ist mit einer dünnen herb schmeckenden Haut umhüllt.  Ab Oktober sind sie frisch erhältlich oder am Baum reif. Wer einen Walnussbaum im eigenen Garten hat, kann mit etwas aufwand eigene Walnüsse für die Verwendung nutzen. Nach dem aufsammeln werden sie gewaschen, getrocknet (dabei mehrmals täglich wenden) und nach rund zwei Wochen trocken und luftiger Lagerung sind sie verzehrbereit!


Zusammengefasst
: Die Walnuss gehört zu den Klassikern und ist eine gehaltvollere Nuss.

erdnüsse in schale

Erdnuss

Erdnüsse sind ein beliebter Snack. Sie schmecken aber auch ohne Salz lecker und bringen viele gesunde Inhaltsstoffe mit. Sie sind reich an Magnesium, gesunden Fettsäuren, und liefern ebenfalls Phytosterole, welche vor Darm-, Brust- und Prostatakrebs zu schützen sollen. 15

Botanisch betrachtet ist die Erdnuss gar keine Nuss, sondern gehört zu den Hülsenfrüchten. Die Schale rund um die Fruchtschoten können problemlos von Hand aufgebrochen werden, weshalb sie gerne in der Schale verkauft werden. Meist sind darunter ein oder zwei „Nüsse“ versteckt. Eine dünne Schicht, welche leicht zu lösen ist umhüllt diese.


Zusammengefasst
: Botanisch gesehen ist die Erndnuss eine Hülsenfrucht. Sie ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen.

Mandel mit brauner haut

Mandel

Die Advents- und Weihnachtszeit ohne die Mandel ist kaum vorstellbar. Die glatten Steinkerne der Mandel umschließen meist einen Samenkern, welcher nochmals von einer dünnen, festanliegenden Hülle umgeben ist. Es wird in Süßmandel und Bittermandel unterschieden. Zum Backen und Snacken eignet sich nur die Süßmandel. Die Bittermandel enthält eine Vorstufe von Blausäure und wird nur für die Herstellung von Aromen verwendet. Frische Mandeln haben von Februar bis März Saison! Als Mandelmus nutzen wir sie auch gerne als Brotaufstrich. Gemahlen bringt sie eine süße in die Backschüssel und aufs Blech. Vom Nährstoffgehalt liegt die Süßmandel im Mittelfeld der Energiedichte.


Zusammengefasst
: Die Mandel ist durch ihren milden geschmack eine beliebte Backzutat.

haselnuesse mit schale

Haselnuss 

Im Hebst startet die Haselnusssaison. Die kleinen runden Nüsse sind mit einer harten Schale umgeben und nochmals mit einer dünnen Haut umhüllt. Die Früchte enthalten reichlich Vitamin E, verschiedene B-Vitamine, Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.20 Im Vergleich mit anderen Nüssen hat die Haselnuss eine hohe Energiedichte, da sie viel Fett enthält. Unterschieden wird in Zellernüsse und Lambertsnüsse. Die bei uns erhältlichen Haselnüsse stammen häufig aus der Türkei. In vielen winterlichen Backwaren wird sie verarbeitet. In Früchtebrot und Lebkuchen schmecken sie frisch und aromatisch, sind dabei aber sehr mild. Aber auch über das ganze Jahr werden Haselnüsse gerne zum Backen oder oft auch in Müslis verzehrt.


Zusammengefasst
: Die fettreiche Haselnuss wird gerne zum Backen oder in Müsli eingesetzt.

maronen mit hülle und ohne

Marone/Esskastanie

Ein Weihnachtsmarktbesuch ohne Maronen ist für viele Liebhaber undenkbar. Durch die enthaltene Stärke schmeckt sie sehr kartoffelähnlich und süß. Im Vergleich mit anderen Nüssen enthält sie viel Zucker aber weniger Fett und Kalorien. Mit der bekannten Rosskastanie ist die Esskastanie allerdings nicht verwandt! Rosskastanien sind nicht zum Verzehr geeignet, sie enthalten giftige Substanzen. Frische Maronen dagegen sind von September bis März erhältlich und schmecken geröstet sehr lecker.


Zusammengefasst
: Maronen werden auch Esskastanien genannt und sind nicht zu verwechseln mit der Rosskastanie. 

Macadamia mit und ohne Schale

Macadamia

Macadamianüsse werden hier ehr weniger genutzt und verarbeitet. Vermutlich durch ihre Herkunft bedingt, finden wir sie nur gelegentlich in Schokolade, geröstet oder gemahlen. Die sehr harte Schale muss mit einer speziellen Maschine geöffnet werden. Neben den Pekanüssen zählt sie zu den kalorienreichsten und fettigsten Nüssen (73% Fettgehalt).


Zusammengefasst
: Die Macadaimia-Nuss ist einer der fettreichsten Nüsse.

pekanuesse

Pekannuss

Die Pekannuss ist ebenfalls sehr fettreich und energiereich. Sie ist mit der Walnuss verwandt. Der große, längliche, milde, essbare, feste Kern ist mit einer dünnen, glatten Schale umhüllt, die man leicht knacken kann! Sie schmeckt feiner als ihre herbe Verwandte die Walnuss.


Zusammengefasst
: Die Pekanuss schmeckt mild und wahlnussartig. 

Pistazien ohne schale

Pistazie

Pistazien bekannt aus Pistazieneis sind rundlich, mandelförmig oder oval. Verwandt sind sie mit den Cashewkernen. Besonders auffällig ist ihre hellgrüne Farbe, welche sie besonders zur Dekoration so beliebt macht. Pistazien schmecken mild und fein. Gerne werden sie auch direkt aus der Schale geknackt und als Snack verzehrt. Auch zu Wurst wird sie gerne hinzugefügt. In der Energiedichte kann sie mit anderen Nüssen mithalten, der Eiweißgehalt ist im Vergleich relativ hoch!


Zusammengefasst
: Die eiweißreiche Pistazie fällt durch ihre grüne Frabe auf und wird gerne als Snack verzehrt.

cashewkerne nuesse

Cashew

Klein, hell und nierenförmig- das sind die „Kerne“ des Kaschu-Apfels. Sie sind mit einer lederartigen, festen Schale umgeben und häufig in Studentenfutter und anderen Nussmischungen zu finden. Sie schmecken sehr unauffällig und süß und sind etwas weicher und weniger knackig als ihre Nussgeschwister. Im Vergleich zu den anderen Nüssen enthält sie verhältnismäßig viele Kohlenhydrate.


Zusammengefasst
: Der Klassiker in Studentenfutter ist die Cashew, sie schmeckt mild und süß.

geschälte Paranuesse

Paranuss

Die Paranuss sieht in ihrem Aussehen leicht dreieckig aus. Mehrere einzelne Paranüsse sitzen in fächerförmigen Früchten. Die harte Schale lässt sich nur schwer knacken, deshalb werden sie meist bereits geschält verkauft. Der große Samen schmeckt erdig, mandelartig und sehr knackig. Sie hat im Vergleich zu anderen Nussorten viel Fett, aber wenig Kohlenhydrate. Häufig frisch zu erwerben sind sie von Oktober bis Dezember.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen empfehlen eine Höchstverzehrmenge von 2 Paranüssen täglich. Die Radiumgehalte können stark erhöht sein. Laut dem Bundesamt für Strahlungssicherheit nehmen die Paranüsse eine Sonderstellung unter den Lebensmitteln ein!21


Zusammengefasst
: Paranüsse sind groß und knackig. Doch Vorsicht, durch erhöhte Radiumbelastung sollten sie nicht zu viele verzehen.

halbierte frische Kokosnuss

Kokosnuss

Die tropische, große Frucht ist weltweit bekannt.  Der feste Steinkern ist mit einer grünen Schicht Fasern und einer Außenschale umgeben. Die Kokosnuss ist innen hohl und mit Kokoswasser gefüllt. Wird die Kokosnuss reif verfestigt sich dieses und wird zum Fruchtfleisch, welches weiß ist. Hier bei uns gibt es frische Kokosnüsse zu erwerben, besonders beliebt sind aber Kokosraspeln oder – flocken, welche auch in Weihnachtsgebäck verarbeitet werden können oder als Dessert und Müsli- Bestandteil sehr beliebt sind.


Zusammengefasst
: Der erfrischende Klassiker ist frisch oder als Kokosraspel gesund und lecker.

Nährwerte Nussorten im Vergleich

Mit folgender Tabelle des Bundeszentrums für Ernährung wollen wir hier nochmals die Nährwerte der bekanntesten Nusssorten im Vergleich untereinander zusammenfassen. Die wichtigsten Inhaltsstoffe, sowie die Energiedichte sind jeweils aufgeführt und können so wunderbar verglichen werden:2

  Energie EiweißFetteKohlenhydrateBallaststoffe Wasser
kcalggggg
Cashewkerne57117,242,230,52,94,0
Erdnusskerne56417,248,17,511,75,2
- geröstet58525,649,49,411,41,6
Kastanien, Maronen1963,41,941,28,448
Haselnusskerne64412,061,610,58,25,6
Kokosnuss, reif3633,936,54,89,05,0
Mandeln, süß58318,754,15,413,55,0
Macadamianüsse7037,5734,011,43,0
Paranüsse67013,666,83,66,75,6
Pekannüsse7039,372,04,49,53,0
Pistazienkerne59420,851,611,610,65,3
Walnusskerne66314,462,510,66,15,0


Zusammengefasst
: Hier finden sie einen Überblick der wichtigen Nährwerte einzelner Nusssorten im Vergleich.

Welche Nüsse schmecken für was am besten?

Gerade die Walnuss und die Haselnuss werden hier bei uns, sehr häufig zu Gebäck verarbeitet oder Kuchen, Muffins und anderen Leckereien hinzugefügt. Doch zu was passt welche Nuss am besten? Zuerst sollte geschaut werden, welche Nüsse aktuell saisonal und optimalerweise auch regional zur Verfügung stehen. Dies ist vermutlich auch ein Grund, warum gerade die Walnuss und die Haselnuss bei uns so beliebt sind.

Die Walnuss hat ein leicht bitteres Aroma. Sie wird sehr gerne in Weihnachtsgebäck verarbeitet. Besonders auf Plätzchen sehen sie toll aus und verfeinern unser Weihnachtsgebäck auch optisch, durch ihre unregelmäßige Form. Wer es milder aber doch aromatischer mag greift zur Haselnuss. Durch ihre runde Form wird sie gerne im Ganzen verwendet. Ob im Früchtebrot, gemahlen oder als Dekoelement auf Plätzchen. Die Haselnuss darf nicht fehlen! Auch mild und sehr fein schmecken die Mandeln. In ihrer Verarbeitung zu Marzipan ist sie im Winter eine süße Leckerei, kann aber auch gemahlen in den Plätzchenteig gegeben werden.  Auch Nugat besteht aus Mandeln. Hier werden sie mit Haselnusskernen erhitzt, abgekühlt und dann fein gemahlen. Erst durch den Zusatz von Zucker und anderen Zutaten wie Kakaobutter entsteht die Nugatmasse.22


Zusammengefasst
: Achten sie bei der Auswahl der  passenden Nuss auf sasionale Verfügbarkeit, kurze Transportwege und auf den Geschmack.

Rösten oder roh verzehren?

Wer mag es nicht, abends auf dem Sofa ein paar Nüsse zu knacken. Ob Pistazien, Erdnüsse, oder Mandeln, ob geröstet oder roh, Nüsse schmecken lecker in allen Variationen! Doch was ist hier gesund? Dass zu viel Salz längerfristig zu Bluthochdruck führen kann und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigt, ist weitläufig bekannt. Deswegen sollten wir darauf achten nicht zu viel Salz zu uns zu nehmen und Nüsse z.B. ungesalzen zu Snacken. Doch macht es einen Unterschied ob die Nüsse geröstet sind oder nicht? Fest steht Nüsse sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Durch das Rösten werden sie partiell beeinflusst. Um wichtige Inhaltsstoffe nicht zu zerstören, sollten die Nüsse nur bei mittleren Temperaturen geröstet werden. So können wir von den gesamten gesundheitlichen Vorteilen profitieren! Auch können sich bei zu starker Erhitzung schädliche Stoffe wie beispielsweise Acrylamid bilden.1


Zusammengefasst
:  Ob geröstet oder roh, verzichten sie auf zusätzliches Salz. Wer die meisten gesundheitlichen Vorteile nutzen will greift zur rohen Variante.

Nüsse knacken

Nüsse sind in allen Variationen erhältlich: Geschält, gemahlen, gehackt, geröstet, gesalzen, ungesalzen, usw. Doch auch in der Schale sind die meisten Sorten frisch erhältlich. Auch wenn wir Nüsse im Garten sammeln stellt sich häufig die Frage, wie bekomme ich die Schale am besten auf? Das ist natürlich je nach Nussart und Schalenhärte sehr unterschiedlich. Die meisten Nusssorten lassen sich jedoch einfach mit einem Nussknacker öffnen. Ein Zangennussknacker ist meist universell einsetzbar.

Bei der Kokosnuss wird es schon schwieriger. Zum einen gibt es die Variante, die Kokosnuss mit einem Nagel und dem Hammer zu öffnen, indem man kleine Löcher in die Keimstellen der Kokosnuss schlägt. So kann das Fruchtwasser herauslaufen und anschließend wird mit dem Hammer die Kokosnuss aufgeschlagen. Noch einfacher geht es, wenn man mit einem Hammer oder einem großen Messer in der Mitte der Kokosnuss, rundum die Nuss, durch spitze Schläge dich Sollbruchstelle aufbricht.

Macadamianüsse, Paranüsse oder Mandeln sind noch schwieriger selbst zu öffnen. Hier am besten bereits geschälten Varianten kaufen.


Zusammengefasst
: Manche Nusssorten sind schwierig zu knacken. Die meisten Nusssorten lassen sich am besten mit einem universell einsetzbaren Zangennussknacker öffnen. 

Nussallergie

Nüsse sind häufig Auslöser für Allergien!

„In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass etwa 1,4 % der europäischen Bevölkerung unter einer Nussallergie leiden. Im Gegensatz dazu stehen Ergebnisse von Studien, bei denen die Studienteilnehmer nicht nach medizinischen Kriterien untersucht, sondern bezüglich ihrer Allergie befragt wurden. Nach eigener Einschätzung sind bis zu 11,7 % der europäischen Bevölkerung von einer Nussallergie betroffen.“23

Häufig treten Kreuzallergien in Verbindung mit einer Birkenpollenallergie und Haselnüssen auf. Die Betroffenen leiden bei Kontakt unter Halsschmerzen, Jucken und Atemnot. Auch andere Nusssorten können allergische Reaktionen hervorrufen. Besonders empfindlich reagieren Menschen mit einer Erdnussallergie. Hier können schon kleine Mengen schwere Reaktionen auslösen. Deshalb ist es wichtig, wenn sie etwas mit Nüssen backen oder verschenken, ihre Mitmenschen auf die Inhaltsstoffe hinzuweisen. Sodass eine negative Reaktion vermieden werden kann. Bei verpackten Lebensmitteln muss stehts angegeben werden, welche häufige Allergene enthalten sind. Als Schalenfrüchte werden hier beispielsweise Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewkerne, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamianüsse und Queensland-Nüsse deklariert.2


Zusammengefasst
: Nüsse sind häufige Auslöser für Allerigen. Besonders Erd- und Haselnüsse können sehr starke Reaktionen auslösen!

Vorsicht Schimmelgefahr!

Werden Nüsse falsch gelagert, können sie schnell ranzig werden und Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) entstehen. Diese gelten als giftig und krebserregend. Wichtig zu wissen ist, dass auch durch ein backen oder anderweitiges erhitzen der Nüsse, die schädlichen Stoffe nicht abgetötet werden!  Besonders oft sind Pistazien von Schimmelpilzen betroffen. Oft sind schlechte Nüsse optisch nicht zu erkennen. Achten sie auf ihren Geschmack, wenn eine Nuss komisch schmeckt, schlucken sie diese nicht, sondern entsorgen sie diese! Auch ein ranziger Duft, deutet darauf hin, dass die Nuss nicht mehr gut ist! Besser nicht mehr verzehren!


Zusammengefasst
: Nüsse sind häufig von Schimmelpilzen betroffen. Achten sie auf eine gute Lagerung und auf Anzeichen von Schimmel.

Optimale Lagerung Nüsse

Schimmelpilze mögen es warm, mit hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Belüftung! Vermeiden sie ein Schlechtwerden der Nüsse durch falsche Lagerung. Unsere Tipps helfen:

  • Kaufen sie nur so vilel wie sie brauchen und Lagern sie gemahlene oder gehackte Nüsse nicht auf Vorrat. 
  • Kaufen sie ganze Nüsse frisch und verarbeiten sie diese selbst direkt vor Verwendung!
  • Gesammelte Nüsse (z.B. Walnüsse) sollten gut getrocknet werden und luftig, am besten in Netzten aufgehängt, dunkel und kühl gelagert werden. Ungeschält halten unbeschädigte Nüsse bis zu einem Jahr.
  • Angepackte Tüten besser im Kühlschrank, umgefüllt in eine luftdichte Dose, lagern. (höchstens 4 Wochen)
  • Nüsse die bereits geschält sind, können eingefroren werden. Gut verpacken und beschriften. So sind sie 1 Jahr haltbar.
  • Vor Verwendung auf Frische und Unversehrtheit Kontrollieren.
  • Bei bitterem Geschmack oder ranzigem Duft sollten die Nüsse nicht mehr verzehrt werden


Zusammengefasst
: Wir geben Tipps zur Lagerung von Nüssen.

Lohnen sich Nüsse in Bio-Qualität?

Lohnt es sich auf Bio-Nüsse zurückzugreifen um eine besonders gute Qualität, mit möglichst vielen unversehrten Inhaltsstoffen zu bekommen? Unterschiede gibt es in den Bereichen Anbau, Lagerung, Verarbeitung und dem Einsatz von Zusatzstoffen. Wir haben für sie die wichtigsten Vorteile von Bionüssen zusammengefasst: 24

  • Bei Bio-Nüssen ist eine Begasung mit Methylbromid (ozonschädigendend) oder giftigem Phosphorsäureestern (wird zum Lagerungsschutz angewendet) verboten.
  • Bio-Nüsse sind durch Druckentwesung (technisch aufwendige Methode mit Kohlendioxid) geschützt.
  • Bio-Nüsse dürfen nicht mit Schwefel gebleicht werden.
  • Verminderter Einsatz von Stabilisatoren oder Emulgatoren.
  • Häufig schonendere Röstung bei 130-150 Grad Celsius.
  • Lassen sie sich nicht von der Schalenoptik (z.B. fleckige Schale) irritieren. Dies ist ganz normal und ungefährlich, bei Bio- Qualität wird daran meist nichts verändert.


Zusammengefasst
: Bio-Nüsse bieten Vorteile in Bereichen  Schadstoffbelastung, Röstung und Co.

Unsere besten Nussrezepte

Nüsse können einfach und vielfältig in unsere täglichen Mahlzeiten eingebaut werden. Nicht nur in Gebäck oder Kuchen, auch im Müsli oder zu deftigen Gerichten passen die gesunden Nüsse! Wir zeigen Ihnen unsere liebsten Nussrezept mit genauer Schtitt für Schritt-Anleitung:

knuspermüsli mit nüsse

 

Selbstgemachtes Granola-Knuspermüsli mit Nüssen

Granola ist eine Art Knuspermüsli, welches meist aus Haferflocken, Nüssen, gesundes Fett und etwas Süßungsmittel (Honig oder Sirup) besteht. Unser Granola- Rezept ist ein nussiges Grundrezept, das je nach Geschmack mit weiteren Zutaten ergänzt werden kann. 

zum rezept
fertige vegane Kekse

 

Vegane Nuss- Plätzchen

Bei unseren Lieblings-Nussplätzchen vereinen sich Haselnüsse mit Mandelmilch und ganzen Walnusshälften! Optisch und geschmacklich ein Genuss! Leckere vegane Kekse die garantiert gelingen!

zum rezept
Angerichtes Basilikumpesto auf Löffel mit Walnuss und Basilikumblatt

 

Basilikumpesto mit Walnüssen

Pesto ist ein echter Nuss-Klassiker! Walnüsse sind reich an gesunden Fetten und wichtigen Nährstoffen. Im Vergleich zu Pinienkernen nutzen wir sie besonders gerne, da sie regional erhältlich sind, oder selbst gesammelt werden können. Auch passt der Geschmack der Walnüsse super zu Basilikum!

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Lachskuchen mit Paranüssen

Unser nordischer Klassiker ist nicht nur eine tolle Selenquelle, sondern auch reich an gesunden Fetten und anderen wichtigen Nährstoffen. Als Snack oder zu einem knackigen Salat als Hauptspeise schmeckt er uns am besten!

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Vitamin D- Dosierung, Mangel, Risiken und Nutzen

Frau tanzt in der Sonne

Schnelle Fakten zu Vitamin D

  • Der größte Teil von Vitamin D3 wird von unserem Körper, bei ausreichendem Sonnenlicht, selbst gebildet. Nur ein geringer Teil wird über die Nahrung aufgenommen.
  • Vitamin D wird für unseren Knochenstoffwechsel dringend benötigt. Auch schwerwiegende Krankheiten stehen damit in Verbindung. Besonders bei älteren Menschen, bei Säuglingen und Kindern, Schwangeren und anderen Risikogruppen, sollte auf einen ausreichenden Vitamin D Gehalt im Blut geachtet werden.
  • Die Zahlen, der unter Vitamin D-Mangel leidenden Personen, sind erschreckend. Es ist sinnvoll, sich vom Arzt untersuchen zu lassen, um einen Mangel frühzeitig zu erkennen und ggf. mit bewusstem Aufenthalt in der Sonne, oder Präparaten entgegenzuwirken.
  • Zu viel Vitamin D kann auch schädlich sein, achten sie auf eine passende Dosierung und verhindern sie eine Überdosis.
Frau tanzt in der Sonne

Vitamin D ist besonders im Winter großes Thema, wenn Sonnenlicht und viel Zeit an der frischen Luft fehlen. Immer mehr Forschungen beschäftigen sich mit Vitamin D und dessen Bedeutung für unseren Körper. Vielen Gruppen wird dringend angeraten Vitamin D zu supplementieren. Doch wer braucht eine Nahrungsergänzung? Welche Risiken sind vorhanden und wie kann sich ein Vitamin D Mangel auswirken? Diese Fragen wollen wir klären und das Sonnenvitamin näher beleuchten.

Was ist Vitamin D3?

Vitamin D ist die Übergruppe, in welche verschiedene wasserlösliche Vitamine zugeordnet sind. Diese sind für unsere Knochengesundheit und für den Mineralhaushalt der Knochen zuständig. Vitamin D2 und D3 sind für unseren Körper die Wichtigsten. Vitamin D3 auch Cholecalciferol genannt, ist genau genommen kein Vitamin, sondern ein Vorbote für Hormone. Vitamin D ist hierbei der Sammelbegriff für Vitamin D3 und D2 (Ergocalciferol). 1 2


Zusammengefasst
:  Vitamin D ist der Überbegriff für wichtige wasserlösliche Vitamine, die unser Körper dringend benötigt. Vitamin D3 ist eines der wichtigsten!

Für was ist Vitamin D3 gut?

Neben einer zentralen Bedeutung für unseren Knochenstoffwechsel, steht ein Vitamin D- Mangel, besonders an Vitamin D3, auch in einer engen Verbindung zur Entstehung vieler Krankheiten. Die DGE nennt verschiedene Krebsarten, Diabetes oder kardiovaskuläre Krankheiten als Beispiele.3 Nachgewiesen konnten in mehreren Studien, die positiven Auswirkungen auf das Risiko für Stürze und Frakturen, sowie auf die Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht des Körpers.3 Vor allem mit zunehmendem Alter, spielt das eine wichtige Rolle. Wichtig zu wissen ist, dass Vitamin D, besonders Vitamin D2 und D3 eine wichtige Schlüsselrolle in der Knochenmineralisierung mit Calcium und Phosphat spielt. Auch für unsere Gensteuerung und die Bildung von Proteinen benötigen wir es. Vitamin D hat darüber hinaus auch Bedeutung bei  der Verringerung von Entzündungen im Körper, sowie der Modulation von Prozessen wie Zellwachstum, Immunfunktion und Glukosestoffwechsel.4


Zusammengefasst
: Unser Körper benötigt Vitamin D für den Knochenstoffwechsel, die Knochenmineralsierung, die Gensteuerung und für die Bildung von Proteinen. Ein Vitamin D- Mangel steht in enger Verbindung zu verschieden Krankheiten.

Versorgung unseres Körpers mit Vitamin D3

Wie wir bereits erfahren haben, ist Vitamin D für viele Körperfunktionen essentiell wichtig! Deshalb ist es von großer Bedeutung auf einen ausreichenden Vitamin D-Status zu achten. Doch woher bekommen wir überhaupt Vitamin D? Mit dieser Frage und wie eine gute Versorgung aussieht beschäftigen wir in folgendem Abschnitt.

Woher bekommen wir unser Vitamin D3?

Vitamin D3 wird von unserem Körper selbst gebildet, wenn UV-Strahlung direkt auf unsere Haut trifft. Natürliches Sonnenlicht ist hierbei unsere Hauptquelle für Vitamin D. Genauergesagt ist in unserer Haut eine Vorstufe von Vitamin D3 enthalten, welche dann umgewandelt wird. So kann an einem sonnigen warmen Tag 20.000 IE Vitamin D3 von unserem Körper gebildet werden.5 Kleidung, Schatten, Wolken, Sonnencreme vermindern die Aufnahme. 80-90% unseres Vitamin D Gehalts im Blut, wurde so vom Körper umgewandelt.6

Des Weiteren nehmen wir Vitamin D3 auch durch unsere Nahrung auf, allerdings sind nur wenige Lebensmittel sind gute Quellen für Vitamin D. Lebensmittel wie Fettfische gelten als besonders Vitamin D reich, auch Leber, einige Pilze und Eigelb sind gute Vitamin D Quellen.

„Die größte Menge an Vitamin D wird über Fisch (ca. 33 %) und Fischerzeugnisse (ca. 15 %) aufgenommen. Jeweils etwa 10 % der Vitamin D-Zufuhr stammen aus Fetten, Eiern bzw. Milch/Käse (Max Rubner-Institut 2008).“3

Eine reine Vitamin D3 Aufnahme über die Ernährung genügt allerdings nicht! Nur 10-20% des Gehalts im Blut, wurde über die Nahrung dem Körper zugeführt.6

82 % der Männer und 91% aller Frauen erreichten bei der aktuellen Nationalen Verkehrsstudie (NVSII) die empfohlene tägliche Vitamin D-Zufuhr nicht! Bei den Menschen ab 65+ liegen die Prozentzahlen, mit 94% und 97 %, sogar noch höher.3


Zusammengefasst
: Vitamin D bildet der Körper mit UV-Strahlung selbst. Natürliches Sonnenlicht ist hierbei unsere Hauptquelle für Vitamin D. Deshalb ist ein mäßiger Aufenthalt in der Sonne wichtig! Auch über die Nahrung kann Vitamin D aufgenommen werden. Jedoch in nur sehr geringen Mengen. 

Optimale Vitamin D Versorgung

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen Vitamin D Gehalt von 25-Hydroxyvitamin-D-Serumkonzentration (im Blutplasma), in Höhe von mindestens 50 nmol/l (Nanomol pro Liter). Eine unzureichende Versorgung wurde bei 25nmol/l (10ng/ml) festgesetzt. Kann dieser Wert nicht erreicht werden, soll mit Sonnlicht oder Präparaten eine Erhöhung erreicht werden.7  Die Empfehlungswerte für Säuglinge, Kinder und Jugendliche variieren.

AlterVitamin D bei fehlender endogener Synthese µga/Tag
Säuglinge (0 bis unter 12 Monate)10b
Kinder (1 bis unter 15 Jahre)20c
Jugendliche und Erwachsene
(15 bis unter 65 Jahre)
20c
Erwachsene (ab 65 Jahre)20c
Schwangere20c
Stillende20c

Bitte beachten sie dazu wichtige Hinweise der DGE:

bDer Schätzwert wird durch Gabe einer Vitamin-D-Tablette zur Rachitisprophylaxe ab der 1. Lebenswoche bis zum Ende des 1. Lebensjahres bei gestillten und nicht gestillten Säuglingen erreicht. Die Gabe erfolgt unabhängig von der endogenen Vitamin-D-Synthese und der Vitamin-D-Zufuhr durch Frauenmilch bzw. Säuglingsmilchnahrungen. Die Prophylaxe sollte im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten weiter durchgeführt werden (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin).

cDie Vitamin-D-Zufuhr über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln (1 bis 2 µg pro Tag bei Kindern, 2 bis 4 µg pro Tag bei Jugendlichen und Erwachsenen) reicht nicht aus, um die gewünschte Versorgung (25(OH)D-Serumkonzentration von mindestens 50 nmol/l) bei fehlender endogener Synthese sicherzustellen. Hierfür werden 20 µg/Tag benötigt. D. h., die Versorgung muss zusätzlich zur Zufuhr über die Ernährung über die endogene Synthese und/oder über die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats sichergestellt werden. Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die gewünschte Vitamin-D-Versorgung ohne die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats erreicht werden.“7


Zusammengefasst
: Nur bei häufiger Sonneneinstrahlung können die von der DEG empfohlenen werte erreicht werden. Für eine optimale Vitamin D Versorgung sollte auf Vitamin-D-Präparate zurückgegriffen werden, wenn die Werte nicht erreicht werden!

Muss ich ins Solarium oder Sonnenbaden, damit ich genug Vitamin D aufnehme?

Viele Menschen stellen sich die Frage, ab wann man Präparate einnehmen sollte oder ob es Sinn macht, den Wert durch Solarienbesuche zu erhöhen. Die DGE sagt dazu, dass die Sonnenstärke in Deutschland zwischen März und Oktober ausreicht. Für Erwachsene empfehlen sie, sich 5-25 Minuten pro Tag mit unbedecktem Gesicht, Händen und teilweise freie Arme und Beine draußen, bei Sonnenlicht aufzuhalten. Wer mehr draußen ist, kann für die weniger sonnenreichten Monate den Speicher etwas auffüllen. Solarien werden nicht empfohlen, die Strahlen dort enthalten kaum oder gar kein wichtiges UVB.8

Achtung! Riskieren sie keinen Sonnenbrand. Schützen sie ihre Haut bei starker Sonneneinstrahlung mit Sonnencreme und dünner Kleidung.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat bereits erkannt, dass wir Menschen hier im Zwiespalt stehen. Auf der einen Seite wollen wir unsere Haut vor zu viel Strahlung schützen, auf der anderen benötigen wir für unseren Vitamin D Haushalt, das pure Sonnenlicht. Das BfS empfiehlt deshalb folgendes:

„Für eine ausreichende Vitamin-D-Synthese genügt es nach derzeitigen Erkenntnissen, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis (0,5 MED) auszusetzen, also der Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Beispielsweise bedeutet dies für Menschen mit Hauttyp II bei hohen sonnenbrandwirksamen UV- Bestrahlungsintensitäten (UV-Index 7) rein rechnerisch eine Bestrahlungszeit von circa 12 Minuten.“ 9        

Dabei ist ein Sonnenbrand dringlichst zu vermeiden und Schutzmaßnahmen sollten bei längerem Aufenthalt in der Sonne, unbedingt getätigt werden. Besonders anfällig für UV-Strahlung sind Kinder und Jugendliche, deshalb hier besonders auf Sonnenschutz achten. Säuglinge nicht ohne Schutz Sonnenlicht aussetzten.


Zusammengefasst
:  Solarien werden von Experten nicht empfohlen! In diesen Strahlen ist kaum UVB enthalten.

Vitamin D3 Mangel

Ein Vitamin D Mangel ist nicht selten!  Hauptsächlich wird ein Vitamin- D Mangel durch Faktoren wie Lebensstil- (z. B. reduzierte Aktivitäten im Freien) und Umweltfaktoren (z. B. Luftverschmutzung) begründet. 2 Durch die dadurch verringerte Ultraviolett-B (UVB) Strahlung auf die Haut wird ungenügend viel Vitamin D produiziert. Doch wer ist besonders gefährdet und warum? Diese Frage und wie Sie einen Vitamin D Mangel erkennen können, besprechen wir nun.

Risikogruppen

Manche Menschen sind anfälliger für Vitamin D Mangel. Besonders diejenigen, die sich wenig draußen aufhalten oder stark bekleidet sein müssen (Arbeitsschutz oder religiös begründet), sind gefährdet. Auch ältere Menschen ab 65 Jahren, Patienten mit chronischen Leber- und Nierenschäden und Personen mit dunkler Hautfarbe wird häufig empfohlen Präparate einzunehmen, weil sie zu den Risikogruppen zählen. Auch Schwangeren wird aktuell häufig zu Vitamin D Präparaten geraten. Babys und Säuglinge sollten nicht direkt der Sonne ausgesetzt sein, aus diesem Grund zählen auch sie zu den gefährdeten Personen. Ältere Menschen sind deshalb so risikobelastet, weil die D-Syntheseleistung der Haut im Alter, bis auf weniger als die Hälfte abnehmen kann (MacLaughlin et al. 1985), auch die Hautdicke nimmt ab.3 Laut einer Studie von Diekmann 2010, welche von der DGE veröffentlicht wurde zeigt, dass besonders ältere Menschen, in Pflegeheimen, unter Vitamin D Mangel leiden. Zu wenig Sonnenlicht und Aufenthalt draußen, sind hier die vermuteten Gründe. Bei 68% der Bewohner wurde ein Wert unter 25 nmol/l festgestellt, unter 50 nmol/l lagen sogar 91 % der getesteten Personen.3

Dunkelhäutige Menschen produzieren durch das Melanin in der Haut weniger Vitamin D3 und benötigen mehr Zeit in der Sonne.2 Auch wird vermutet, dass übergewichtige Personen möglicherweise mehr Vitamin D als üblich benötigen. Vorallem bei einem BMI über 30 wurden sehr niedrige Vitamin-D Serumspiegel festgestellt!2


Zusammengefasst
: Ein Vitamin D Mangel ist nicht selten! Besondes gefährdete Risikogruppen sind Menschen die stark im Alltag bekleidet sein müssen, Menschen ab 65 Jahren, Säuglinge, Patienten mit chronischen Leber und Nierenschäden  dunkelhäutige Personen und stark übergewichtige Menschen.

Zahlen und Fakten zum Vitamin D Mangel in Deutschland

Die Zahlen und Fakten zum Vitamin D Mangel in Deutschland sind eindeutig. Viele Menschen sind davon betroffen, deshalb ist eine Aufklärung so wichtig. Die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II haben gezeigt, dass wir hier in Deutschland durchschnittlich ausreichend mit Vitaminen versorgt sind. Bis auf zwei Ausnahmen:  Vitamin D und Folat. 10

Die DGE veröffentlichte in ihrer Stellungnahme die genauen Zahlen der Studie von Zittermann et al. zu Vitamin-D Mangel hier in Deutschland:

„In der DEVID (De Vitamin in Deutschland)-Studie, bei der zwischen dem 26. Februar und dem 25. Mai 2007 deutschlandweit bei 1 343 Patienten in Hausarztpraxen die 25(OH)D-Konzentrationen mittels DiaSorin-Test bestimmt wurden, wiesen 25 % der Patienten Werte unter 25 nmol/l auf und weitere 50 % Werte zwischen 25 und 50 nmol/l. Hierbei waren die Hochbetagten besonders schlecht versorgt. So hatten Patienten, die 75 Jahre und älter waren, in 38 % der Fälle 25(OH)D-Konzentrationen unter 25 nmol/l. Bei Patienten im Alter von 25 bis  45 Jahren, 45 bis 65 Jahren bzw. 65 bis 75 Jahren war dies bei 22 %, 20 % bzw. 24 % der Fall (Zittermann et al. 2009).“ 3

Laut dieser Studie sind also mehr als ca. 50 % der Menschen leicht gefährdet, 25 % weißen sogar einen starken Vitamin D Mangel auf. Dabei wurde festgestellt, dass besonders ältere Menschen (75+) besonders häufig stark gefährdet sind! Auch weltweit betrachtet sind die Zahlen erschreckend. 50% aller Menschen sind von einem Vitamin D- Mangel betroffen. 2


Zusammengefasst
: 50 % aller Menschen weltweit sind von einem Vitamin D-Mangel betroffen. Hier in Deutschland hat eine wichtige Studie gezeigt, dass viele (besonders ältere Menschen) von einem leichten oder schweren Vitamin D- Magnel betroffen sind.

Speicherung

Vitamin D3 kann eine Zeit lang vom Körper gespeichert werden, um Sonnenmangel z.B. in den Wintermonaten auszugleichen. Gespeichert wird es in  Fett- und Muskelgewebe und geringe Mengen in der Leber. Durch Umwandlungsprozesse ist ein Speichern in Niere und Leber möglich. Ein „vortanken“ von Vitamin D, in gewissem Maße, ist also möglich.11


Zusammengefasst
: Vortanken ist in Bezug auf Vitamin D in gewissem Maße möglich!

Symptome bei leichtem und starkem Vitamin D Mangel

Anzeichen eines leichten Vitamin D-Mangels (Knochen- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen)

Von einem leichten Vitamin D- Mangel wird ab einem Wert von unter 25 nmol/l gesprochen.12  Eine Mineralistationsstörung der Knochen ist ein klassisches, klinisches Zeichen einer Vitamin D- Unterversorgung. Die Patienten bemerken dies durch Symptome wie

  • Muskelschwäche,
  • Muskelschmerzen,
  • Gangstörungen (Watschelgang).
  • Oft gehen Stürze und Frakturen daraus hervor. (Smith und Stern 1967; Sørensen et al. 1979)3
  • Auch Kopfschmerzen können auf einen leichten Vitamin D Mangel hindeuten.

Anzeichen eines starken Vitamin D Mangels- Depressionen bis starke Schmerzen

Wenn ein Mensch unter einem starken Vitamin D Mangel leidet, äußert sich das im ganzen Körper. Von einem starken Mangel, spricht man ab einer Blutkonzentration von unter 10 nmol/l. Es kommt zu

  • starker Müdigkeit,
  • Hautproblemen,
  • hoher Infektanfälligkeit,
  • größeres Knochenbruchrisiko,
  • Knochenerweichung,
  • Schlafstörungen,
  • starke Schmerzen an Knochen und Muskeln,
  • Muskelschwäche,
  • Muskelkrämpfe,
  • Osteoporose,
  • kognitive Probleme und Depressionen.12
  • Bei Erwachsenen wird hier von Osteomalazie gesprochen.6

Bei Kindern kann Vitamin D Mangel besonders schwere Folgen haben. Eine Rachitis, bei der das Knochenwachstum schwere Störungen aufweist, kann auftreten. Bleibende Verformungen des Skeletts, starke Infektanfälligkeit und schwache Muskeln schränken die Kinder sehr ein.6  Aus diesem Grund wird aktuell eine Vitamin D Gabe bei Babys und Kleinkindern im ersten Lebensjahr empfohlen, bzw. bis zum zweiten erlebten Frühjahr. Sprechen sie gerne ihren Kinderarzt darauf an.


Zusammengefasst
: Eine Mineralisierungsstörung der Knochen ist ein klinisches Zeichen eines Vitamin D-Magels. Erste Anzeichen sind häufig Muskelschwäche, Gangstörungen, Muskelschwäche und Kopfschmerzen.

Vorteile Vitamin D

Eine klinische Anwendung von Vitamin D wird immer wieder wegen seiner signifikant entzündungshemmenden Wirkung diskutiert und steht nach wie vor im Forschungsinteresse!. Wir geben ihnen den Überblick an potentiellen Einsatzgebieten und bisherige Foschungen dazu!

Vitamin D Mangel und Krebskrankheiten 

Vitamin D-Serumkonzentration und das Risiko für verschiedene Krebsarten wie Dickdarmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs, stehen in enger Verbindung und sind im Blickpunkt von Forschungsvermutungen. Die DGE stellt in ihrer Stellungnahme 2011 einige interessante Studien vor.3

In Bezug auf Dickdarmkrebs liegen Studien mit verschiedenen Aussagen vor. Teilweise können risikosenkende Effekte von Vitamin D nachgewiesen werden, in anderen sind die Ergebnisse wenig aussagekräftig. Weitere größer angelegte Studien wären hier sinnvoll. Letztendlich gehen aber auch die Experten der DEG J. Linseisen und J. Reichrath, von möglichen risikomindernden Auswirkungen, hoher Vitamin D-Serumwerte aus.3 Trotz reichlich Studien, konnte bei der Verbindung Vitamin D-Serumgehalt und Brustkrebs bisher keine signifikanten Effekte beobachtete werden, dies gilt ebenfalls für Prostatakrebs.

Zusammenfassend kann man Vitamin D Mangel und das Risiko an Krebs zu erkranken, bisher nicht nachweislich miteinander in Verbindung gebracht werden. Die Anzahl der Studien hierzu ist stark erhöht, der Mythos scheint also noch nicht vollständig geklärt zu sein. Auch aktuell wird in Boston und Tokio wieder an den Effekten von Vitamin D, in Bezug auf das Krebswachstum bei Darmkrebs geforscht. Auch hier können die Forscher eine Wirkung, aktuell nicht ausschließen.13


Zusammengefasst
: Risikosenkende Effekte von Vitamin D auf die Entstehung verschiedener Krebsarten werden vermutet. Eine Wirkung kann bisher nicht klar belegt  oder ausgeschlossen werden.

Frühere Sterblichkeit reduzieren

Studien beschäftigten sich mit dem Risiko, bei Vitamin D Mangel frühzeitiger zu versterben. Die Ergebnisse sind jedoch nicht vollständig aussagekräftig. Es wird ein Zusammenhang vermutet, der bisher jedoch noch nicht signifikant und wissenschaftlich bestätigt werden kann. Bei der bisher größten Interventionsstudie dazu, der Woman´s Health Initiative Study (WHI), blieben die Ergebnisse, auf die verbesserte Gesamtmortalität bezogen, knapp unter der Signifikanzgrenze. Die teilnehmenden Frauen erhielten hier 10 µg Vitamin D und 1000 mg Calcium. Effekte lassen sich also vermuten und sind nicht ausgeschlossen.3 Dies lässt schließen, dass bei älteren Menschen, welche bereits gesundheitlich sehr angeschlagen sind, eine ausreichende Vitamin D- Zufuhr, sich positiv auf die Sterblichkeit auwirken könnte.


Zusammengefasst
: Es gibt Hinweise darauf, dass das Risiko bei Vitamin D- Mangel erhöht ist frühzeitig zu sterben. Bisherige Ergebnisse von Studien bestätigen dies, sind aber unter der Signifikantsgrenze.

Mukoviszidose und Vitamin D

Menschen, die unter Mukoviszidose leiden, sind häufig von Vitamin-D Mangel betroffen. Besonders für unsere Knochen ist es essentiell. Bei Mukoviszidosepatienten sind häufig höhere orale Dosen von Vitamin D erforderlich, um den Körper optimal mit Vitamin D zu versorgen. Darüber hinaus wurde sogar festgestellt, dass ein höherer Vitamin D-Status mit einer besseren Lungenfunktion verbunden ist.14


Zusammengefasst
: Wer an Mukoviszidose leidet, hat meist einen höheren Bedarf an Vitamin D. Auch soll eine bessere Lungenfunktion mit einer guten Vitamin D- Versorgung in Verbindung stehen.

Gesundes Herz mit Vitamin D

Mehrere Studien liefern Hinweise dafür, dass Vitamin D eine Schutzwirkung auf das Herz hat. Vermutet wird dieser Effekt durch Unterdrückung von Entzündungen oder direkt auf die Zellen des Herzens und der Blutgefäßwände.2 In folgender Herzstudie  15 wurde belegt, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel (<15 ng / ml), mit einem um bis zu 60% höheren Risiko für Herzerkrankungen verbunden ist. In einer anderen Studie16 konnten bei Patienten mit niedrigen Vitamin D-Konzentrationen (<15 ng / ml)  dreimal häufiger Bluthochdruck diagnostiziert werden.


Zusammengefasst
: Forscher gehen davon aus, dass Vitamin D eine Schutzwirkung für unser Herz hat!

Depressionen durch Vitamin D verringern

Auch eine Verbindung zwischen Vitamin D und Depressionen scheint es zu geben. Eine  Studie mit übergewichtigen Probanden zeigte, dass eine hohe Dosis Vitamin D (20.000 oder 40.000 IE wöchentlich), nach rund einem Jahr Verbesserungen bei depressiven Symptomen bewirken kann. Kontrolliert wurde hier mit einer Placebogruppe. 17


Zusammengefasst
: Studien zeigen eine Hinweise auf eine Verbindung zwischen Depressionen und Vitamin-D. Ein hohe Dosis Vitamin D, verbesserte Werte von depressiven Symptomen.

Parkinson Risiko durch Vitamin D senken

Die Krankheit Parkinson kommt besondes oft bei Menschen höhren Alters vor. Forschern zufolge sind die Ursachen der Risikoerhöhung biser relativ unklar. Es wir vermutet, dass ein dauerhafter Vitamin D-Mangel, negative Auswirkungen bei der Pathogenese der Parkinson-Krankheit spielen könnte.2 In einer Forschung wurde die Verbindung zwischen einem niedrigen Vitamin D-Status und dem Verlauf von Prakinson festgestellt. Höhere Vitamin D Werte im Blut stehen somit in Verbindung zu einem reduzierten Risiko für Prakinson.18


Zusammengefasst
: Das Risiko an Parkinson zu erkranken kann durch eine gute Vitamin D- Versorgung möglicherweise gesenkt werden.

Risiko für Autoimmunerkrankungen durch Vitamin D senken

Eine Unterversorgung an Vitamin D kann zu Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, Typ-1-Diabetes, rheumatoider Arthritis und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse beitragen!2 So haben Studien gezeit, dass ein hoher Vitamin D-Status, das Risiko an MS (Multipler Sklerose) zu erkranken, um bis zu 62 % senken kann.19 Auch in Bezug auf Diabetes, vermuten Forscher Verbindungen. Allerdings konnten auch hier, bisher keine klaren Belege erforscht werden. Hinweise auf positive Effekte sind allerdings durchaus vorhanden.20 Eine interessante Studie haben wir hierzu gefunden: Bei Diabetes Typ 1 haben Vitamin D-Präparate im Säuglingsalter ein um ca. 90% geringers Risko bedingt, an Diabetes zu erkranken, als die Kinder die keine Nahrungsergänzung erhielten.21


Zusammengefasst
: Forscher geben an, dass eine Unterversorgung an Vitamin D zu Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, Typ-1-Diabetes, rheumatoider Arthritis und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse beitragen könnte!

Vitamin D3 Präparate

Vitamin D Mangel ist wie wir bereits erfahren haben nicht selten. Besonders dann, wenn es nicht einfach möglich ist, den Vitamin-D-Speicher mit natürlichem Sonnenlich aufzufüllen, kann eine Einnahme von Vitamin- D Präparaten wichtig sein!

Der beste Weg, um zusätzliches Vitamin D zu erhalten, ist die Nahrungsergänzung. 2

Übersicht Vitamin-D Produkte

Vitamin D3- Tabletten und Kapseln

Vitamin D-Tabletten sind meist mit einer Standartdosis von 800 I.E, also 20 Mikrogramm angereichert. Auch 1000 oder 2000 I.E. (internationale Einheit =0,025 Mikrogramm) sind erhältlich, jedoch nur in Apotheken oder mit Rezept. Meist werden ganze oder halbe Tabletten täglich empfohlen. Lesen sie die Packungsbeilage ausführlich durch und lassen sie sich von Ärzten und Apothekern beraten.

Vitamin D3- Öl und Tropfen

Vitamin D3 gibt es auch als Öl in Tropfenform. Was ihnen lieber ist, entscheiden sie. Wichtig ist nur auf die richtige Dosis zu achten, die Darreichungsform spielt keine große Rolle. Bei den Tropfen könnte die Größe bei Raumtemperatur ggf. etwas variieren. Deshalb rät die Deutsche Apothekerzeitung besonders bei Säuglingen ehr zu Tabletten, da die Dosis hier sicherer ist.22 Falls sie Probleme haben Tabletten zu schlucken, bieten sich die Tropfen an.

Kombipräparate-Vitamin D3 und K2, Calcium und Magnesium

Das Ärzteblatt rät zur kombinierten Einnahme von Vitamin D und Vitamin K2. Bei einem zu hohen Vitamin D Gehalt im Blut kann es zu einem K2 Mangel kommen. Die positiven Effekte kehren sich unter Umständen um. Besonders bei hohen Dosen bietet sich ein Kombipräparat also an. Sprechen sie auch dies mit ihrem behandelnden Arzt ab. Er kann ihnen auch genau sagen, ob und wie viel sie an anderen Präparaten wie Magnesium oder Calcium einnehmen sollten.23

Lebertran

Lebertran wird gerne als natürliche Vitamin-D- Quelle genutzt! Wissenschafler bestätigen, dass es eine gute Quelle für Vitamin D ist, warnen aber vor dem Risiko einer Vitamin-A-Toxizität.2


Zusammengefasst
: Vitamin D gibt es als Tablette oder Kapsel oder in Öl/Tropfenform. Tabletten gelten als genauer in der Dosierung. Auch Kombipräparate können sinnvoll sein.

Wo kann man Vitamin D3 kaufen?

Vitamin D3 Präparate sind sehr unterschiedlich eingeordnet. Manche sind frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel, andere apothekenpflichtig, wiederum andere sogar verschreibungspflichtige Arzneimittel. Dies führt zu Verwirrungen, was auch die Apothekerzeitschrift berichtet.24 Meist ist die Wirkstoffkonzentration der Grund. 20 µg (Mikrogramm) also 800 I.E. sind die Grenze, darüber hinaus muss ein Arzt ein Rezept ausstellen und das Produkt gilt als Arzeimittel. Sprechen sie deshalb vor dem Kauf stets mit ihrem Arzt, über ihre individuelle Dosis und über das passende Produkt. Präparate ohne Rezept können in Apotheken, Drogerien oder online erworben werden.


Zusammengefasst
: Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel kann online, in Drogerien oder Apotheken erworben werden. Größere Dosen sind apothekenpflichtig oder müssen vom Arzt verschrieben werden.

Die besten Vitamin D3 Präparate- Testsieger

Wenn sie online nach den besten Präparaten suchen, finden sie eine Vielzahl an seriösen, aber auch bedenklichen und durch Werbung gesteuerten Vergleichtests. Ich kann nur dazu raten, die Auswahl mit einem Experten zu besprechen. Ärzte und Apotheker sind hier die richtigen Ansprechpartner.


Zusammengefasst
: Einige seriöse Onlinevergleichtests sind verügbar. Es ist sicherer die Auswahl mit einem Experten zu besprechen.

Vitamin D3 hochdosiert- Erfahrungen

Höhere Dosen müssen meist durch ein Rezept vom Arzt verordnet werden. Kaufen sie ohne ärztliche Beratung keine hochdosierten Vitamin D3 Produkte. Ein Bericht der Stiftung Warentest über eine 2016 veröffentlichte Studie im „Jama Internal Midcine Fachmagazin“ zeigt, höhere Dosen bringen meist nicht mehr Nutzen, können sogar schaden. Die Knochen werden durch einen sehr hohen Vitamin D Gehalt nicht dichter, es kann sogar häufiger zu Stürzen kommen.25


Zusammengefasst
: Hoch dosiertes Vitamin D sollte nur nach ärztlicher Verodnung eingenommen werden, da es auch Nachteile bringen kann.

Risiken Vitamin D3

Überdosierung

Über eine Überdosierung wird bei der Einnahme von Vitamin D ebenfalls sehr oft gesprochen. Laut einem Bericht des Gesundheitsamts Bremen gibt es hierzu keine eindeutigen Aussagen:5

Im Hinblick auf die schädliche Wirkung zu hoher Vitamin D-Mengen (Toxizität) gibt es von den Experten keine einheitlichen Angaben. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Erwachsene eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge pro Tag von 100 µg abgeleitet (4000 IE). Die amerikanische Endokrinologische Gesellschaft hält sogar eine Zufuhr von bis zu 250 µg Vitamin D3 pro Tag (10000 IE) beim gesunden Erwachsenen für unbedenklich.“

Das RKI warnt vor Überdosierung:

Neben einem Mangel kann es ebenfalls zu einer Vergiftung (Intoxikation) mit Vitamin D kommen. 6

Bei einer Überdosierung kann es zu einer Hypervitaminose D kommen, der Körper baut das überschüssige Vitamin D nicht ab, sondern speichert es. Störungen des Knochenstoffwechsels sind die Folgen. Auch Übelkeit und Erbrechen können auftreten, sowie erhöhte Schläfrigkeit und veränderter Stuhlgang. Im Schlimmsten Fall kommt es zu Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit, was zum Tod führen kann. Bei einer normalen Dosis, welche mit einem Arzt abgeklärt ist, kommt es jedoch sehr selten zu solch schwerwiegenden Vergiftungen durch Vitamin D Präparate. Halten sie also die Dosierungsempfehlungen ein.


Zusammengefasst
: Eine Überdosierung vom Vitamin D ist möglich, was Schäden mit sich bringen kann. Achten sie auf Dosierungsangaben!

Nebenwirkungen

Aus ärztlicher Sicht steht neben einer möglichen Überdosierung vor allem die Frage im Raum, was braucht unser Körper bzw. unsere Haut und was ist schädlich. Gerade in Bezug auf die Sonnenbelastung gilt es, ein gutes Gleichgewicht zu finden. Sonnenbrand ist schädlich für unsere Haut, auf der anderen Seite brauchen wir die UVB-Strahlen für die Vitamin D Bildung. Aktuell hat man das Gefühl, dass ein Umdenken stattfindet und die Sonnenstrahlen auch mehr an Nützlichkeit gewinnen.Bitte achten Sie auf sich! Setzten Sie sich, je nach Hautempfindlichkeit nicht zu lange der Sonne aus. Falls sie sich unsicher sind, sprechen sie doch bitte ihren Hautarzt darauf an. Er kann sie individuell, auf ihren Hauttyp bezogen, optimal beraten.

Nebenwirkungen können auch auftreten, wenn andere wichtige Nährstoffe im Körper fehlen. Dazu gehören Vitamin K, Calcium und Magnesium. Zu wenig Vitamin K führt zu Arteriosklerose, durch eine vermehrte Kalkablagerung. Magnesiummangel führt zu Krämpfen, Kopfschmerzen, Herzrasen, Müdigkeit und Depressionen. Bei der Umwandlung von Vitamin D im Körper wird Magnesium für den Prozess benötigt. Achten sie deshalb auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr, z.B. über die Nahrung oder nutzen sie Kombipräparate.

Auch können Vitamin D- Präparate mit verschiedenen Arten von Medikamenten interagieren. Vorsicht geboten ist bei der Aufnahme von Kortikosteroiden, Orlistat und Cholestyramin, sowie Phenobarbital und Phenytoin. 2


Zusammengefasst
: Bitte beachten sie mögliche Wechselwirkunge und eine ausreichende Aufnahme von Magnesium und VItamin K. Vermeiden sie auch ein zu langer ungeschützer Aufenthalt in der Sonne.

Vitamin D3 in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen gehören zu den Risikogruppen, für Vitamin D Mangel. Dabei hat es für den Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklung des Babys im Mutterlieb eine große Bedeutung. Schwangere sollten deshalb ausreichend versorgt sein. Plazenta und fetales Gewebe sind mit Vitamin D-Rezeptoren ausgestattet. Vitamin D wirkt sich hier auf die Trophoblasteninvasion, einer Versorgung mit Nährzellen für den Embryo, aus. Dies ist sowohl bei der Einnistung des befruchteten Eies, als auch bei der Entwicklung des Skeletts und des Immunsystems sehr wichtig. Auch für die werdende Mutter wäre ein Vitamin D-Mangel schädlich, Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie (Stoffwechselabweichungen) und eine mögliche Frühgeburt können Folgen sein.

Eine deutschlandweite VitaMinFemin-Studie (Gellert et al. 2017) bestätigt, dass eine Mehrzahl der schwangeren Frauen in Deutschland von Vitamin D- Mangel betroffen ist.26  Vitamin D ist allerdings ein potentieller Einflussnehmer auf die Entstehung von Allergien. Deshalb haben sich auch Studien damit beschäftigt, ob eine Vitamin D Einnahme der Mutter in der Schwangerschaft, Auswirkungen auf mögliche Allergien beim Kind haben kann. Belege für ein gesteigertes Allergierisiko konnten nicht gewonnen werden. Das BzfE (Bundeszentrum für Ernährung) zeigt in einem Bericht nochmals die wissenschaftlich akzeptierte Meinung auf, dass bis zu 100 Mikrogramm Vitamin D täglich, ohne Bedenken eingenommen werden können. Der Calcidiolspiegel (Vitamin D3) sollte dabei mindestens 50 nmol/l betragen.26


Zusammengefasst
: Frauen in der Schwangerschaft haben einen erhöhtes Risiko für Vitamin D-Mangel. Eine Einnahme wird daher oft ärztlich angeraten.

Fazit Vitamin D3 

Die Zahl der Menschen mit Vitamin D Mangel ist nach wie vor hoch. Grund dafür ist, dass die Nahrung bei Vitamin D nur eine untergeordnete Rolle spielt und nur in wengien Lebensmitteln größere Mengen Vitamin D enthalten sind. Die Forschung beschäftigt sich deshalb intensiv mit der Bedeutung von Vitamin D für unsere Gesundheit, das Risiko für chronische Krankheiten und die präventive Einnahme von Vitamin D in bestimmten Lebenslagen. Die bisherigen Ergebnisse begründen die Empfehlung einer Supplementation von Vitamin D in bestimmten Lebenslagen (z.B. im Säuglingsalter und bei ältern Personen). Darüber hinaus sind weitere Studien wünschenswert, welche die Vorteile einer Einnahme bei gesunden Erwachsenen und die präventive Wirkung von Vitamin D3 genauer untersuchen und belegen. Auch ist das Potential bei verschieden chronischen Krankheiten bereits erkannt worden, große klinische Untersuchungen könnten diese Wirkungen erklären und festigen! Es kann also in vielen Fällen von Vorteil sein, Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einzunehemen. Besonders dann, wenn ein Mangel festgestellt wurde. Abschließend kann ich empfehlen, seine Werte von einem Experten genauer untersuchen zu lassen, um eine mögliche Einnahme von Vitamin D und die passende Dosierung individuell anzupassen.

Die besten Heilpflanzen und natürlichen Helfer für die Erkältungzeit

kräuter

Schnelle Fakten zu Heilkräuter in der Erkältungzeit:

  • Erwachsene sind 2-4 mal pro Jahr erkältet, Kinder trifft es durchschnittlich  sogar 8-10 Mal. Eine Erkältung ist ein akuter Infekt der oberen Atemwege, welcher meist Symptome wie Husten, Kopfschmerzen, Schnupfen und Haslsweh mit sich bringt. 
  • In der Naturheilkunde gibt es viele Kräuter, welche die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts lindern, unseren Körper und dessen Heilungsprozess unterstützen.
  • Neben Klassikern wie Spitzwegerich, Rosmarin, Kamille und Ingwer, stellen wir auch weniger bekannte Heilkräuter wie Malve, Zistrose und viele weitere vor.
  • Hinter vielen Kräutern steckt eine lange Tradition in der gesundheitsfördernden Anwendung. Die Forschunglage ist noch bei vielen Heilpflanzen ungenügend. Wichtige bisherige Studien und Forschungsergebnisse haben wir für sie zusammengefasst.
kräuter

Sobald die Tage kürzer werden, es draußen kälter wird und wir uns wieder vermehrt Drinnen aufhalten, beginnt wieder die Erkältungszeit. Frische heimische Naturprodukte werden weniger und wir können weniger Früchte der Natur ernten. Trockene Heizungsluft belastet unsere Schleimhäute und wir sind anfälliger für Infekte und Erkältungen. Diese und andere Faktoren beeinflussen, ob wir eine Erkältung bekommen. Auch Stress, Schlafmangel und ein schlechter Lebensstil machen uns anfälliger für Infekte, da sie unser Immunsystem beeinflussen. Ein Gang zum Arzt ist zwar in manchen Fällen sinnvoll, oft werden jedoch Schmerzmittel, medikamentöse Entzündungshemmer und Fiebermittel verschrieben. Diese haben meist zum Ziel, auftretende Symptome zu verdrängen. Doch ist das überhaupt sinnvoll? Was will uns der Körper mit Erkältungssymptomen sagen? Und wie kann ich ihn natürlich dabei unterstützen mit dem Infekt fertig zu werden.  Die Natur bietet uns auch im Winter vielfältige Möglichkeiten ihre Kräfte für unsere Gesundheit zu nutzen!

Wichtiger Hinweis!! Aufgrund der akturellen Corona-Pandemie nehmen sie bitte bei ersten Anzeichen einer Erkältung und Erkältungssymptomen, umgehend Kontakt zu ihrem Hausarzt auf! Corona ist nicht zu unterschätzen und sollte nicht ausschließlich mit Heilmitteln aus der Natur behandelt werden, eine ärztliche Behandlung empfehlen wir deshalb dringlich!


Zusammengefasst
: Besonders in der kalten Jahreszeit leiden wir öfter unter Infekten. Verschiedene Faktoren begründne dies. Wir wollen ihnen zeigen, wie uns die Natur hier unterstützen kann.

Was ist eine Erkältung?

Fühlen wir uns abgeschlagen, erschöpft und kommen erste Symptome dazu wie Schnupfen, Halsweh oder Kopfschmerzen, ahnen wir es schon! Wir sind erkältet. Doch was steckt genau dahinter? Als Erkältung wird ein akuter Infekt der oberen Atemwege bezeichnet. Oft wird auch von grippalem Infekt gesprochen. Für eine Ansteckung ist meist eine Tröpfcheninfektion verantwortlich- erfolgt durch die Übertragung von Mensch zu Mensch.  Meist sind hier Vieren die ursächlichen Erreger. Diese werden durch Husten oder Niesen, aber auch durch die Hände verteilt. Erkrankte zeigen Symptome einer entzündeten Nasen- und Rachenschleimhaut. Häufig treten Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen, Husten und Heiserkeit auf. Auch wird dabei vermehrt schleimiges oder wässriges Sekret produziert. Im Schnitt dauert eine Erkältung ca.7 Tage. Wenn sich Bakterien ansammeln kann es in seltenen Fällen zu einer zusätzlichen Infektion kommen.

„Erwachsene erkranken 2 bis 4 Mal pro Jahr. Kinder sind durchschnittlich 8 bis 10 Mal jährlich erkältet. Personen mit einem geschwächten Immunsystem als auch ältere Menschen sind häufiger und schwerer betroffen als andere.“1

In einer Umfrage der Statista aus 2019 gaben rund 11 Prozent der befragten Frauen an, in den letzten 6 Monaten (also Juni bis Januar) 3 bis 4 Mal erkältet gewesen zu sein oder einen grippalen Infekt gehabt zu haben.2


Zusammengefasst
: Erwachsene sind 2-4 mal pro Jahr erkältet, Kinder trifft es sogar 8-10 Mal. Eine Erkältung ist ein akuter Infekt der oberen Atemwege, welcher meist Symptome wie Husten,Kopfschmerzen, Schnupfen und Haslsweh mit sich bringt. 

Ursachen Erkältung

Häufig wird der Mythos genannt. Eine Erkältung entsteht durch eine Unterkühlung. Trotz der Vermutung durch die Bezeichnung „Erkältung“ wird diese Art von Infekt nicht durch Kälte, sondern durch Vieren ausgelöst. Über 200 verschiedene Arten können einen Infekt auslösen, beispielsweise Rhino-Viren, bestimmte Corona-Viren und Adeno-Viren sowie Respiratory-Syncytial-Viren (RSV). 3 Jedoch besteht unter Umständen eine Verbindung zur Unterkühlung. Hat man sich unterkühlt ist das Immunsystem geschwächt und so anfälliger für Erreger. Auch durch eine hohe Stressbelastung sind wir anfälliger!1


Zusammengefasst
: Eine Erkältung wird durch Vieren ausgelöst. Besonders wenn das Immunsystem geschwächt ist, z.B. durch Unterkühlung sind wir anfälliger für Erreger.

Erkältung Dauer und Verlauf

Eine leichte Erkältung klingt normalerweise nach 7- 10 Tagen selbstheilend wieder ab, wenn keine Verschlimmerungen oder Vorerkrankungen vorliegen. Nur selten kommt es zu Komplikationen. Diese treten besonders dann auf, wenn sich der Betroffene nicht schont und dem Körper keine Zeit zur Erholung gibt.1

Diese Verschlimmerungen können auftreten:3

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Rhino-Sinusitis)
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • Infektion der unteren Atemwege ( Luftröhre oder der Bronchien (Bronchitis))
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Verschlimmerung bestehender Atemprobleme (Asthma bronchiale)
  • weitere Infekte

In vielen Fällen einer Erkältung sind Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen und Abgeschlagenheit häufig erste Anzeichen. Die Stärke der Symptome nimmt meist rasch zu und schwächt sich dann langsam mit zunhemender Genesung wieder ab. Husten kommt meist erst im Verlauf der Erkältung hinzu.


Zusammengefasst
: Leichte Erkältungen dauern ungefähr 7-10 Tage, bis eine deutliche Besserung zu spüren ist. Selten kann es zu Komplikationen kommen.

erkältung mann

Schon gewusst?

Männer leiden wohl  tatsächlich mehr unter einer Erkältung als Frauen! Das wollen Forscher rund um den kanadische Professor für Allgemeinmedizin, Kyle Sue in einer Studie an Mäusen herausgefunden haben. Grund sollen hierfür die geschlechtsabhängigen Hormone sein. Männer sollen so eine schwächere Immunantwort auf virale Atemwegsviren haben. 4

Was passiert in unserem Körper wenn wir uns erkälten?

Folgende Tabelle soll eine Überischt geben, welche Symptome bei einer Erkältung typisch sind und warum sie auftreten. Es ist wichtig zu wissen warum unser Körper mit den Symptomen reagiert, sie haben meist einen wichtigen Nutzen:

SymptomBeschreibungSinnvoller Nutzen für unseren Körper
HustenHustenreflex, der Schleim oder andere Fremdkörper herausschleudert.Gelangt etwas in unsere Atemwege oder bildet sich dort Schleim, will der Körper diesen Fremdkörper loswerden. Husten unterstützt somit das Lösen von Schleim und Co. Reizhusten dagegen entsteht durch eine übermäßige Reizung der Atemwege.
HalsschmerzenSchmerzen beim Schlucken, Kratzen und Trockenheitsgefühl.Durch Erreger meist Viren oder Bakterien entsteht eine Halsentzündung. Dies äußert sich durch Halsschmerzen. Halsschmerzen sind also Warnsignal für unseren Körper.
HeiserkeitStimme wird rau, krächzend, zittrig, versagt teilweise.Übermäßige Beanspruchung, Krankheiten oder Erkältungen sind die Ursachen von Heiserkeit. Häufig entsteht diese durch eine Schleimhautschwellung an den Stimmlippen. Heiserkeit bei Erkältung ist also auch eine Reaktion des Körper auf Erreger.
SchleimbildungAnsammlung von Sekret in Nase, Rachen, Atemewege.Eine Schleimbildung ist wichtiger Abwehrmechanismus. Eindringlinge werden herausgefiltert und durch den Schleim abtransportiert.
SchnupfenNasensekret, behinderte Nasenatmung, beeinträchtigtes Riechvermögen.Durch die Luft gelangen viele Eindringlinge in unsere Nase hier wird die Luft gereinigt und unerwünschte Erreger durch Nasensekret heraustransportiert. Schnupfen ist also eine wichtige Abwehrreaktion im Körper!
Erhöhte Temperatur oder FieberDie menschliche Körpertemperatur beträgt im Normalfall etwa 36 bis 37 Grad Celsius. Ein Wert zwischen 37,5 und 38 Grad Celsius wird erhöhte Temperatur genannt. Wenn die Temperatur über 38 Grad Celsius steigt, dann spricht man von Fieber.Eine erhöhte Temperatur des Körpers oder Fieber hilft unserem Abwehrsystem Krankheitserreger zu bekämpfen. Fieber ist dehalb für einen optimalen Heilungsprozess wichtig!
Frösteln oder SchüttelfrostKältegefühl im Körper, vermehrt kalte Hände und unwillkürliches Muskelzittern.Schüttelfrost tritt meist in Verbindung mit Fieber auf! Der Körper signalisiert uns damit, dass wir Wärme von Außen zuführen sollen. Durch das zittern produzieren unsere Muskeln Wärme!
KopfschmerzenDuck, Schmerz im Kopfbereich, Schläfen, Stirn.Erkältungsbedingte Kopfschmerzen sind nicht selten und kommen besonders dann vor, wenn die Atmung erschwert wird und die Hohlräume im Kopf (wie z.B. die Nasennebenhöhlen) verstopft sind. Sie signalisieren uns wie alle Schmerzen, das etwas nicht stimmt und wir uns ausruhen müssen.
GliederschmerzenSchmerzen in den Gliedern, häufig im Nacken, Arme und Beine.Häufig treten Gliederschmerzen, als Begleiterscheinung einer Erkältung oder Grippe auf.
MüdigkeitSchlappheit, Abgeschlagenheit, hohes Schlafbedürfnis.Unser Körper signalisiert uns damit, dass wir uns ausruhen sollen und so den Körper unterstützen, die Krankheitserreger zu bekämpfen! Gehen sie diesem Bedürfnis nach Ruhe unbedingt nach und vermeiden sie Anstrengung und Sport!
OhrenschmerzenLokale Schmerzen im äußern oder inneren Ohr. Durch die Verbindung von Nase- Mund-Rachen-Ohr, sind auch, vor allem häufiger bei Kindern, die Ohren von einer Entzündung betroffen.
5


Zusammengefasst
: Fieber, Schnupfen, Schleimbildung und Co. sind typische Symptome und wichtig für die Bewältigung des Infekts.

Wie kann ich meinen Körper natürlich unterstützen?

Es ist nicht sinnvoll, diese Reaktionen des Körpers zu unterdrücken, es ist empfehlenswert die Abwehrreaktion auf natürliche Weise zu fördern. In der Naturheilkunde gibt es viele Kräuter, welche die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts lindern, unseren Körper und dessen Heilungsprozess unterstützen. Ziel der natürlichen Behandlung mit der Kraft der Natur ist es, das Immunsystem zu stärken und zu kräftigen, um den Infekt besser zu überwinden, sowie den Heilungsprozess zu beschleunigen. 

In der natürlichen Heilmittelanwendung können Kräuter und andere Naturprodukte als

  • Tee
  • Badezusatz
  • Inhalation
  • Tinktur (z.B Likör, Oxymel…)
  • Dampfbad
  • Fußbad (z.B. ansteigendes Fußbad)
  • Vollbad
  • Gurgellösung
  • Wickel

angewendet. Auch können mehrere Kräuter miteinander kombiniert werden!

In folgender Übersicht haben wir für sie die typischen Beschwerden in der Erkältungszeit aufgelistet und beschrieben, wie diese natürlich behandelt werden können und welche Heilmittel hier wirken können. Darüber hinaus kann mit der Kraft der Natur, auch das Immunsystem potentiell gestärkt und unterstützt werden:

SymptomZiel einer natürlichen BehandlungHelfer aus der Natur
HustenLinderung des Hustenreizes, Beruhigung, bessere Schleimlösung.Thymian, Eibisch, Malve, Salbei, Zistrose, Honig, Alant, Süßholzwurzel, Spitzwegerich.
HalsschmerzenLinderung und Beruhigung.Eibisch, Rosmarin, Malve, Salbei, Honig, Süßholzwurzel, Lindenblüten.
HeiserkeitReizlinderung, Beruhigung.Eibisch, Rosmarin, Malve, Honig, Lindenblüten.
SchleimbildungBeruhigung der Schleimhäute, Verflüssigung des Schleims, sodass er besser abtransportiert werden kann.Holunder, Spitzwegerich.
SchnupfenVerbesserung des Luftstroms, Abschwellung, Lösung des Sekrets.Kochsalz, Zistrose, Kamille.
Erhöhte Temperatur oder FieberSchweißtreibend, beruhigend.
Holunder, Kamille.
Frösteln oder SchüttelfrostEntspannung, Wohlbefinden, Wärme.Wärme (Tee, äußerliche Wärme).
KopfschmerzenLinderung, Schlafförderung.Ingwer, Minze, Lavendel.
GliederschmerzenSchmerzlinderung.Rosmarin.
UnruheBeruhigung, Schlafförderung.Lavendel, Baldrian.
OhrenschmerzenLinderung, Entzündung Verringerung.Zwiebel.
EntzündungenLinderung, Schmerzlinderung.Apfelessig, Rosmarin, Salbei, Zistrose, Kurkuma, Thymian, Honig.


Zusammengefasst
: Symptome einer Erkältung sind wichtig für unseren Körper und dessen Kampf gegen Vieren und andere Erreger. Deshalb ist es wichtig, diese nicht zu unterdrücken, sondern den Körper in seiner Bewältigung zu unterstützen. Natürliche Heilmittelanwendungen können hier helfen.

Die 16 besten natürlichen Heilpflanzen in der Erkältungszeit

Bevor wir ihnen die wichtigsten natürlichen Heilmittel bei Erkältungen vorstellen wollen wir zwei Aspekte besonders hervorheben! Am wichtigsten bei einer Erkältung sind

  • ausreichend Flüssigkeit, sowie
  • Schlaf und Erholung!

Das bedeutet, wenn sie Anzeichen einer Erkältung haben ist es wichtig, sich auch die Zeit zu nehmen sich zu erholen und sich Ruhe zu gönnen. In Verbindung mit genügend Flüssigkeit (mindestens 2,5 Liter am Tag) ist der Grundbaustein für eine schnelle Genesung bereits gelegt. Besonders heiße Flüssigkeiten sind grundsätzlich bei einer Erkältung wohltuend, da sie die Durchblutung fördern und Immunzellen so einfacher durch unseren Körper wandern. Leider ist die Forschungslage zu vielen natürlichen Helfern, Hausmitteln und Heilmittel aus der Natur noch zu schlecht um sichere Belege vorweisen zu können. In der traditionellen Anwendung haben sich jedoch viele seit Jahrtausenden bewährt. Natürliche Heilmittel könnten also den Verlauf positiv beeinflussen und zusätzlich unterstützen, welche Pflanzen wichtig sind und welche Heilmittel unserer Erfahrung nach am besten Wirken, wollen wir ihnen nun vorstellen. Auch die bisherigen Forschungsergebnisse stellen wir zu den einzelnen Pflanzen vor.


Zusammengefasst
: Bevor wir ihnen die einzelnen natürlichen Heilmittel genauer vorstellen ist es wichtig zu erwähnen, dass auch genügend Schlaf und Erholung sowie ausreichend Flüssigkeit für den Körper bei einem Infekt essentiell sind.

Ingwer

Unter den besten natürlichen Heilmitteln bei Erkältungen, darf Ingwer nicht fehlen! Es hat in der traditionellen Anwendung bei Infekten einen weiten Ursprung. Vor allem die Gingerole sollen antivirale und antibakterielle Fähigkeiten besitzen. Leider sind diese Vermutungen bisher noch nicht eindeutig wissenschaftlich belegt! Fest steht, dass Ingwer durchblutungsfördernd wirkt und auch bei Übelkeit und Erbrechen nachweislich hilft!6

Sogar bei Kopfschmerzen ist er ein natürlicher Helfer. Forscher haben herausgefunden, dass die Gingerole ähnlich wirksam sind wie Acetylsalicylsäure. Schmerzlinderung, vor allem im Kopfbereich sind somit nachgewiesen! 7


Zusammengefasst
: Inger ist ein Klassiker unter den natürlichen Heilmitteln bei Erkältungen. Mögliche Einsatzgebiete sind z.B.Schmerzlinderung, Übelkeit und Kopfschmerzen.

Zwiebeln

Nutzen sie das alte Hausmittel Zwiebel auch für Ihre Gesundheit? Falls nicht, sollten sie das unbedingt ausprobieren. Die Inhaltsstoffe der Zwiebel, insbesondere die Schwefelverbindungen, wirken antibakteriell und auch schleimlösend! Besonders zur Behandlung aller Arten von Entzündungen sind sie gut geeignet.8 Mit heißem Wasser übergossen kann sie als Zwiebeltee eingenommen werden. Auch Ohrenschmerzen lassen sich beispielsweise mit Zwiebelsäckchen möglicherweise lindern:

Zwiebelsäckchen:

Zwiebel schälen und fein schneiden. Ohne Fett kurz erhitzen (z.B. in einer Pfanne). Anschließend in ein Tuch (z.B. saubereres Geschirrtuch) einwickeln und ca. 20 Minuten auf das betroffene Ohr legen! Die Dämpfe wirken Durchblutungsfördernd und erhöhen die Abwehrmechanismen. Achtung Säckchen sollte nicht zu heiß sein. Auch eine Kaltanwendung ist möglich.


Zusammengefasst
: Zwiebeln sind ein altes Hausmittel bei Infekten und werden gerne als Zwiebeltee zur Linderung von Entzündungen oder als Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen angewendet.

Rosmarin

Bei grippalen Infekten und Erkältungen schwören viele Menschen auf Rosmarin. Er wirkt nachweislich entzündungshemmend 8 und kraftgebend, so kann er den Körper dort stärken, wo er es gerade benötigt. Rosmarintee können sie kaufen oder mit frischen Blättern zubereiten:

Rosmarintee:

Mischen sie hierfür ca. 1 TL leicht durchgehackte Rosmarinblätter und übersieden diese mit gekochtem Wasser (1 große Tasse). Nach 7 Minuten filtern und den Tee langsam trinken.

Bei Halsschmerzen bietet es sich auch an höher konzentrierteren Tee zu gurgeln und wieder auszuspucken. So werden seine antibakteriellen und antifungiziden Eigenschaften lokal genutzt.


Zusammengefasst
: Rosmarin wirkt nachweislich entzündungshemmend. Als Tee oder Gurgelwasser ist er deshalb bei Halsschmerzen sehr beliebt.

blüte spitzwegerich

Spitzwegerich

Spitzwegerich wurde 2014 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.  Die vielfältigen Einsatzbereiche machen den Spitzwegerich so besonders. Er kann bei Erkältungen innerlich angewendet werden. Zu den wirkungsvollsten Inhaltsstoffe des Spitzwegerich gehören die Iridoidglykoside wie Aucubin und Catalpol, die antibakteriell wirken, sowie Schleimstoffe, welche Hustenreiz mildern! Enthalte Gerbstoffe wirken zusammenziehend, blutstillend und stabilisieren die Schleimhäute

Die Wirkungen von Spitzwegerich sind wissenschaftlich anerkannt:

„Von deutschen und europäischen Kommissionen wurde der Einsatz des Spitzwegerichs zur Linderung von Schleimhautreizungen im Mund und Rachenraum und dem damit verbundenen trockenen Husten anerkannt. So auch vom „Herbal Medicinal Product Commitee“ (HPMC), das auf europäischer Ebene die Kompetenz zur eigenverantwortlichen Beurteilung von pflanzlichen Arzneimitteln innehat.“9


Zusammengefasst
: Die vielfältigen Einsatzgebietete des Spitzwegerich machen ihn so besonders. Er soll antibakteriell wirken und enthält viele SChleimstoffe, welche den Hustenreiz lindern sollen. Auch eine Stabiliserende Wirkung auf die Schleimhäute wird ihm nachgesagt. Offiziell wurde Spitzwegerich bei Hautreizungen im Mund und Rachenraum anerkannt.

Kamille

Die Kamille (deutsche Kamille ( Chamomilla recutita ) und römische Kamille ( Chamaemelum nobile)) ist eines der bekanntesten und ältesten Heilkräuter. Die getrockneten Blüten der Kamille enthalten viele bioaktive sekundäre Pflanzenstoffe, Terpenoide und Flavonoide, weswegen sie gerne bei Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskelkrämpfen, Menstruationsbeschwerden, Schlafproblemen, Geschwüren, Wunden, Magen-Darm-Erkrankungen, rheumatischen Schmerzen und Erkältungen eingesetzt wird. 10 Aufgrund der antientzündlichen, antibakteriellen und krampflösenden Eigenschaften wird Kamille gerne gegurgelt, als Tee getrunken, als Badezusatzverwendet oder inhaliert.


Zusammengefasst
: Eine der ältesten Heilpflanzen ist die Kamille. Ihre Top Einsatzgebiete sind Entzündungen, Wunden und Erkältungen. Sie soll antientzündlich, antibakteriell und krampflösend wirken.

Malve

Die wilde Malve  (Malva sylvestris) ist nicht nur ein toller Blickfang im Garten, sie ist auch als Heilkraut bei Symptomen der Atemwege eine wichtige Pflanze! Auch hier sind viele Schleimstoffe enthalten, welche beruhigend und schützend wirken sollen. Die Blüten und Blätter werden deshalb gerne bei Entzündungen, Husten und Halsschmerzen eingesetzt, aber auch in der Darm- und Magenschleimhaut  können sie Reizungen lindern!19 In der Erkältungzeit bietet es sich deshalb an, Malventee vorallem zur Linderung der Symptome zu trinken. 


Zusammengefasst
: Die wilde Malve wird durch ihre enthaltenen Schleimstoffe als natürliches Heilmittel bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und trockenem Reizhusten eingesetzt.

Salbei

Salbei wirkt entzündungshemmend, antimikrobiell und desinfizierend! Besonders bei Entzündungen im Mund und Rachen, sowie bei Halsschmerzen, lässt sich Salbei prima als Tee trinken oder gurgeln! 11

Salbei-Gurgel-Sud:

1 TL Salbeiblätter (frisch oder getrocknet) auf 200 ml Wasser. 10 Minuten ziehen lassen! Wenn die Temperatur noch angenehm warm, aber nicht mehr heiß ist kann gegurgelt werden. Optimal sind mehrere Durchgänge pro Tag!


Zusammengefasst
: Salbei ist nicht nur durch seine lange Anwendungstradition sehr beliebt. Er wirkt entzündungshemmend, antimikrobiell und desinfizierend. Besonders als Gurgelwasser oder Tee wird er deshalb bei Erkältungen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet.

Zistrose

Kennen sie schon das Heilkraut der Zistrose? Hier werden die kleinen frischen Blätter gerne als Immuntee getrunken. Auch bei Infektionen der oberen Atemwege hat Cistus Incanus (CYSTUS052) postive Effekte gezeigt! Die Einschätzung subjektiver Symptome nahm im Verlauf der Behandlung signifikant ab, während die Behandlung mit Placebo zu einer geringeren Abnahme der Symptome führte. Das Entzündungsmarker C-reaktive Protein wurde durch Cistus am stärksten verringert.12

Wollen sie mehr über dieses noch relativ unbekannte Kraut erfahren? In unserem Expertenpodcast zur Zistrose stellt Wildkräuterpädagogin Katrin Kronberg das Heilkraut und ihre Erfahrungen damit vor!


Zusammengefasst
: Die frischen Blätter der Zistrose wenden bei Infektionen der oberen Atemwege durch ihre entzündungshemmende Wirkung gerne eingesetzt. Noch ist die Pflanze relativ unbekannt.

Thymian

Echter Thymian (Thymus vulgaris) ist Bestandteil vieler Hustensäfte und Hustentropfen. Lauwarmes Thymianwasser kann gegurgelt werden oder als Thymian-Tee eingenommen werden. Durch den Carvacrol-Gehalt künnte es Husten, Bronchitis und Halsschmerzen lindern. 13

Des Weiteren sind andere hochwirksame ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide enthalten. Thymian-Extrakte sowie ätherische Öle können Bakterien, Viren und Pilze bekämpfen, außerdem löst es potentiell Sekrete in den Atemwegen. Das Öl und die Flavonoide sind zudem krampflösend. Außerdem ist auch die entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen.14


Zusammengefasst
: Thyminan ist bestandteil vieler natürlicher Erkältungsmittel. Als Tee oder Gurgelsud ist er bei Husten, Bronchitis und Halsschmerzen bekannt.

Minze

Die Minze gehört wegen ihrem frischen Geschmack zu den beliebtesten Kräutern! Wussten Sie, dass auch Heilkräfte in ihr stecken?  Das enthaltene Menthol und Menton-Öl hilft bei Kopfschmerzen. In einer streng kontrollierten Studie wurden Kopfschmerzen zum einen mit Paracetamol, Pfefferminzöl oder Placebo behandelt.  Im Vergleich zu Placebo wurde in der Gruppe, welche mit Pfefferminzöl behandelt wurden, bereits eine signifikante Reduktion der Kopfschmerzen, nach schon 15 Minuten beobachtet. Im Vergleich zu Paracetamol wurden keine Unterschiede festgestellt! 1 g Paracetamol und zehnprozentiges Pfefferminzöl zeigen die gleiche Wirkung. Das Öls wurde hier großflächig auf Stirn und Schläfen aufgetragen (nach 15 und 30 Minuten).15


Zusammengefasst
: Oft begleiten Kopfschmerzen einen Infekt. Minzöl kann hier helfen.

Alant

Die Wurzel der Heilpflanze Alant sollen krampflösend wirken. Häufig werden sie als Tee zubereitet!  Die enthaltenen ätherischen Öle und Bitterstoffe sollen bei folgenden Anwendungsgebieten helfen:16

  • Schmerzhafter, akuter Husten (schleimlösend)
  • Bronchitis

Leider fehlen bisher noch belegende Studien, diese Behauptungen und Erfahrungen zu beweisen! Da auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten können, ist hier Expertenwissen bei der Anwendung empfehlenswert! Sprechen sie eine Anwendung deshalb immer mit ihrem Therapeuten ab!


Zusammengefasst
: Die ätherischen Öle des Altan sollen krampflösend wirken und auch durch die Bitterstoffe bei Husten und Bronchitis lindernd wirken. Die Studienlage zu Alant ist noch zu gering um gesicherte Aussagen treffen zu können.

süßholzwurzel in der hand

Süßholzwurzel

Süßholzwurzeln findet sich in vielen Erkältungstees. Den Geschmack kennen wir aus der Lakritze! Als Hausmittel wird es gerne bei verschleimten Husten eingesetzt! Auch eine Studie belegte, dass Kräutertees mit Süßholzwurzel, Schmerzen bei einer akuten Rachenentzündung lindern können! Auch hier gilt die Empfehlung, ihn über den Tag verteilt mehrmals zu trinken, um die Wirkung lange nutzen zu können.17


Zusammengefasst
: Die typische natürliche Süße in Erkältungstees kommt meist von der Süßholzwurzel. Sie soll bei Schleim und Husten helfen, auch die Schmerzen können durch sie potentiell gelindert werden.

Holunder

Holunderbeeren sind schon sehr lange in der Naturapotheke fest verwurzelt. Sie stammen von Holunderstrauch mit dem lateinischen Namen Sambucus nigra L., welcher vor allem wegen seiner schweißtreibenden, schleimlösenden und ausleitenden Wirkung sehr gerne bei Erkältungen genutzt wird. Auch der hohe Vitamin C Gehalt im Holundersaft wird häufig zur Vorbeugung von Infekten getrunken. Im ätherischen Öl der Holunderblüten sind zahlreiche Flavonoide, Gerb- und Schleimstoffe enthalten. Diese sollen die Schleimproduktion anregen und bei fiebrigen Infekten durch die schweißtreibende Wirkung helfen.18

Leider sind diese Effekte noch unzureichend begründet  und wissenschaftlich belegt. Als Zusatz im Tee verleiht er aber jedenfalls einen tollen Geschmack und ist schon deshalb sehr empfehlenswert!


Zusammengefasst
: Holunder ist ein fester Bestandteil der Naturapotheke. Auch wenn die Studienlage noch schlecht ist, wird er seit langer Zeit wegen vermuteten schweißtreibenden, schleimlösenden und ausleitenden Wirkungen sehr geschätzt.

Lindenblüten

Lindenblütentee ist ein Tee aus den Lindenblüten der Baumgattung „Tilia“. Er wird in vielen Ländern und Kulturen verwendet um Bluthochdruck, Angstzustände zu verringern und die Verdauung zu beruhigen.20 In Lindenblütentee stecken viele Antioxidantien wie Quercetin, Tilirosid und Kaempferol, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken sollen. 21 Auch sind im Lindenblütentee zahlreiche Schleimstoffe enthalten. Diese können bei Halsschmerzen eine Linderung unterstützen und die Schleimhäute beruighen.


Zusammengefasst
: Lindeblüten werden gerne als Tee wegen ihrerer entzündungshemmenden und schmerzlinderenden Wirkung eingesetzt. Die Schleimstoffe sollen beruhigend wirken.

Andorn

Andorn wird gerne zur Schleimlösung eingesetzt! Er enthält wichtige Gerbstoffe ätherische Öle und  Flavonoide 22 Als Tee wird er gerne bei zähem Husten getrunken. Nicht umsonst war er 2018 Arzneipflanze des Jahres! 7


Zusammengefasst
: Andorn ist ein beliebtes Heilkraut bei Husten.

blüte des eibisch rosa

Eibisch 

Echter Eibisch ist eine wunderbare Heilpflanze, von der meist die Wurzeln verwendet werden. Denn hier sind die meisten der wertvollen Schleimstoffe enthalten. Diese legen sich wie ein Schutzschild auf unsere Schleimhäute und werden deshalb gerne bei Rachenentzündungen, Halsschmerzen und Husten angewendet.23

Eibischwurzeltee trinkt man daher vor allem bei ersten Anzeichen wie Kratzen im Hals, Heiserkeit oder Halsschmerzen. Als Hustensaft oder Tee zum Gurgeln, ist der Eibisch ein tolles, natürliches Heilmittel, welches einfach im Garten anzubauen ist! Dabei steckt in ihm nicht nur eine faszinierende Heilkraft, er sieht auch toll im Garten aus! Bei anderweitigen Medikamenteneinnahme ist eine Absprache mit dem Arzt wichtig, denn die Aufnahme anderer Wirkstoffe, kann durch die Schleimstoffe gestört werden!

Zubereitung Eibischtee:

10 g Wurzeln oder 15 g getrocknete Eibischblätter mit 200 ml KALTEM Wasser aufgießen und mindestens 3 Stunden ziehen lassen, dann filtern! Bei ersten Halsschmerzen und Hustensymptomen ca. 2 Tassen des Tees trinken.


Zusammengefasst
: Die Wurzeln des Eibisch ist wegen der Schleimstoffe so wertvoll. Sie sollen beruhigend bei Rachenentzündungen und Hlasschmerzen wirken.

Weitere Hausmittel und natürliche Erkältungshelfer

Neben den bereits vorgestellen Heilkräutern gibt es weitere natürliche Heilmittel die gerne verwendet werden oder mit den Heilpflanzen kombiniert werden:

Zink

Zink kann die Dauer der Erkältungssymptome signifikant verkürzen. Zu diesen Ergebnissen kamen mehrere placebokontrollierte randomisierte Therapiestudien mit 966 Teilnehmern.24

Die Forscher empfehlen eine Einnahme innerhalb der ersten 24-48 Stunden und mindestens über 5 Tage. Auch vorbeugend kann Zink eingesetzt werden. Eine prophylaktische Gabe von Zink, über mindestens 5 Monate, reduzierte die Erkältungshäufigkeit und auch Antibiotika musste weniger häufig genommen werde. Eine klare Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden, da in den Studien unterschiedliche Dosierungen, Zubereitungen und Einnahmezeiträume angewendet wurden.


Zusammengefasst
: Zink wird gerne bei Infekten verwendet, da es die Dauer der Erkältungssymptome verkürzen könnte.

Vitamin C

Vitamin C ist ein weiterer Klassiker, wenn es um Infekte geht! Studien haben gezeigt, dass Vitamin C Erkältungen nicht verhindern kann, jedoch kann der Krankheitsverlauf bei Erwachsenen mit einer täglichen Dosis von 100mg bis 2000 mg täglich, um 12 % reduziert werden! 25

Unser Tipp: Nutzen sie frische Früchte mit hohem Vitamin C-Gehalt bei einer Erkältung! Am besten frisch pressen und in den lauwarmen Tee geben. Bitte nicht die Zitrone mit kochendem Wasser überbrühen, wichtige  Vitamine werden zerstört!


Zusammengefasst
: Der Krankheitsverlauf könnte durch Vitmin C verringert werden.

honig in glasschüssel

Honig

Viele von Ihnen haben wohl bereits gehört, dass Honig antibakeriell wirken soll. Studien haben gezeigt, dass roher Honig bei der Behandlung von Husten genauso wirksam sein kann, wie rezeptfreie Hustensäfte. Honig war hier genauso wirksam wie Diphenhydramin und Dextromethorphan (häufiger Bestanteil rezeptfreier Hustenmedikamente). 26

Wussten sie, dass Honig sogar die Schlafqualität verbessern kann?

„Laut Dr. Ron Fessenden, der in seinem Blog nachforschte, dass Honig die Schlafqualität verbessert, enthält roher Honig „ein ideales Verhältnis von Fructose zu Glucose“, um die Leber, ein Organ, das während des Schlafprozesses ohne Unterbrechung arbeitet, zu unterstützen.“27


Zusammengefasst
: Honig schmeckt nicht nur lecker, er soll auch antibakteriell wirken und bei Husten helfen. Deshalb ist er häufiger Bestandteil von natürlichen Tinkturen oder Hustensäfte.

Kukuma

Kurkuma soll entzündungshemmend wirken.28 Vor allem in den Tropen wurde es früher als natürliches Antibiotika eingesetzt. Auch als natürliches Heilmittel kann es uns helfen,  Infekte besser zu bekämpfen und wieder fit zu werden.


Zusammengefasst
: Kurkuma soll entzündungshemmende Eigenschaften  besitzen.

Apfelessig

Apfelessig hat vielfältiges antimikrobielles Potenzial. So kann er ihrem Körper helfen Erreger abzutöten. Zusätzlich soll er den Speichelfluss anregen, was bei trockenem Hals, Halsschmerzen und Husten von Vorteil sein kann. Apfelessig kann man verdünnt trinken oder Gurgeln. 29 Auch ist er fester Bestandteil eines Oxymels. Dies ist eine natürliche, alkoholfreie  Möglickeit des Pflanzenauszugs. Mehr dazu in den Rezepten am Ende des Artikels.


Zusammengefasst
: Apfelessig hat ein vielfältiges antimikrobielles Potential, deshalb wird es gerne bei Halsschmerzen, Husten und Co. angewendet oder mi Heilkräutern kombiniert.

Kochsalz

Was in keiner natürlichen Hausapotheke fehlen darf ist Kochsalz. In der Nase unterstützt es die natürlichen Funktionen der Schleimhaut und wirkt abschwellend. Nasentropfen und -spülungen mit Salz sind hier bekannte Anwendungen. Bei einer Erkältung ist es darüber hinaus empfehlenswert mit Salzwasser zu inhalieren, zum Beispiel mithilfe einem Diffuser oder über einer Schüssel mit Wasserdampf. 30

Physiologische Kochsalzlösung kann in kleinen Dosen in der Apotheke oder online erworben werden.  Sie können sie aber auch selbst schnell herstellen:

  • Lösen Sie dazu einen halben Teelöffel Salz in einem Becher lauwarmen Wassers auf.
  • Achten Sie dabei auf die richtige Salzkonzentration. Häufig wird eine Salzkonzentration von etwa 0,9 Prozent genutzt (etwa ein Gramm Kochsalz in 100 ml Wasser)


Zusammengefasst
: Zur Abschwellung der Schleimhäute, besonders bei Schnupfen wird gerne Kochsalz verwendet. Als Nasentropfen, Nasenspülungen, zur Inhalation oder für einen Diffuser, hat es sich sehr gut bewährt.

Auf welche Lebensmittel sollte ich während einer Erkältung verzichten?

Wenn wir krank sind haben wir oft weniger Hunger, doch ist es sinnvoll weniger zu essen, wenn wir mit einem Infekt kämpfen, oder braucht unser Körper Zucker, Fett und andere Energiegeber? Wir wollen den bekanntesten Mythen auf den Grund gehen!

Mythos- Zuckerfrei bei Infekten

In erster Linie ist es immer richtig auf seinen Körper zu hören und auf Appetitlosigkeit und Hunger zu reagieren. Forscher haben sich in Tierversuchen genauer angeschaut, was passiert, wenn wir hungern oder essen, wenn wir krank sind. Dabei kam heraus, dass besonders bei viralen Infekten eine ausreichende Energieversorgung von Vorteil sein kann. Bei bakteriellen Infekten sollte Zucker dagegen gemieden werden. Genaue Begründungen fehlen bisher.31 32


Zusammengefasst
: Auch wenn sichere Begründungen bisher fehlen, laut Studien kann es von Vorteil sein bei bakteriellen Infekten auf Zucker zu verzichten, bei viralen dagegen ist eine gute Energieversorgung wichtig. Wir empfehlen, auf das eigene Körpergefühl zu hören.

Warme oder kalte Getränke bei Erkältung?

Auch rund um heiße und warme Getränke bei Erkältungen ranken sich alte Weisheiten. Doch was sagt die Wissenschaft zu diesem Thema? Es gibt kaum wissenschaftliche Studien dazu. Generell gilt Wärme weitet die Blutgefäße, Kälte zieht zusammen. Deshalb wird nach einer Mandeloperation zur Abschwellung Eis empfohlen. Bei einer Erkältung ist es im Gegensatz dazu rein theoretisch von Vorteil, wenn die Gegend der Entzündung besser durchblutet wird, indem Wärme zugeführt wird. So kann Schleim schneller abtransportiert werden.

Eine 2008 veröffentlichte Studie an 30 Patienten stellte ebenfalls Empfehlungen in diese Richtung  fest. Folgende  subjektive Empfindungen einer Verbesserungen durch heiße Getränke wurden erlebt:

„Das heiße Getränk linderte sofort und nachhaltig die Symptome von Schnupfen, Husten, Niesen, Halsschmerzen, Frösteln und Müdigkeit, während das gleiche Getränk bei Raumtemperatur nur die Symptome von Schnupfen, Husten und Niesen linderte. Die Wirkungen der Getränke werden im Hinblick auf einen Placebo-Effekt und physiologische Wirkungen auf Speichelfluss und Atemwegssekret diskutiert.“33

Ein richtig oder falsch kann also rein vom wissenschaftlichen Hintergrund her gehen nicht geben werden. Auch hier gilt, was ihnen guttut, ist auch gut! 


Zusammengefasst
: Vorteile von warmen, gegenüber kalten Getränken bei Erkältungen, also rein vom wissenschaftlichen Hintergrund her, können nicht gegeben werden. Auch hier gilt, was ihnen guttut, ist auch gut! 

Mythos Milch

Häufig hört man die alte Weisheit. Milch sollte bei einer Erkältung gemieden werden. Sie sei zu stark schleimanregend und führe zur zähen Verschleimung der Atemwege. Doch was ist dran an diesem Mythos? Forschungen haben bestätigt, Milchverzehr steht in keinem Zusammenhang mit einer erhöhten Schleimproduktion. Ganz im Gegenteil, Milch soll auch bei Infekten helfen gereizte Schleimhäute zu beruhigen und lindernd wirken.34


Zusammengefasst
: Forschungen sagen, dass Milch helfen kann, die Schleimhäute bei Reizungen zu beruhigen.

Unterschied Erkältung oder Grippe

Eine Erkältung wird häufig mit einer Grippe (Influenza) gleichgesetzt. Doch hierbei handelt es sich um verschiedene Krankheiten, die Unterscheidung ist allerdings etwas knifflig.
Dadurch unterscheidet sich die Grippe von einer Erkältung:

Grippe (Influenza)Erkältung
Symptome treten ganz plötzlich auf.Symptome ändern sich- zu Beginn oft Halsschmerzen, laufende Nase, usw.
Abgeschlagenheit und Müdigkeit sind bei einer echten Grippe ausgeprägter.Abgeschlagenheit und Müdigkeit nehmen meist langsamer zu.
Starke Kopf- oder Gliederschmerzen und hohes Fieber.Häufig ohne Fieber.
Influenza-Virus (Grippe-Virus) ausgelöst.Kann durch über 200 verschiedene Erreger (meist Vieren) ausgelöst werden.


Zusammengefasst
: Eine Grippe ist nicht mit einer Erkältung gleichzusetzen.

Gefahren und Risiken

Bitte beachten sie, dass eine Selbstmedikation mit Kräutern oder sonstigen Heilmittel, auf eigener Verantwortung beruhen. Die Anwendung natürlich Heilkräuter ersetzt nicht den Gang zum Arzt! Bei stärkeren oder langanhaltenden Beschwerden, typischen Corona-Symptomen, sowie hohem Fieber stellen sie sich bitte ihrem Hausarzt vor! Auch bei Medikamenteneinnahme oder Vorerkrankungen, sollten Heilkräuter-anwendungen immer mit dem Therapeuten abgesprochen werden! Bitte beachten sie auch stets die angegebene Dosen und sprechen sie bei Vorerkrankungen und anderweitiger Medikamenteneinnahme, auch eine Heilmittelanwendung immer mit ihrem Arzt ab! Auch in Schwangerschaft und Stillzeit, sowie bei Kindern ist eine Absprache mit einem Experten unverzichtbar.


Zusammengefasst
: Die Anwendung natürlich Heilkräuter ersetzt nicht den Gang zum Arzt! Bei stärkeren oder langanhaltenden Beschwerden, sowie hohem Fieber stellen sie sich bitte ihrem Hausarzt vor! Besonders wegen der aktuellen Corona-Pandemie ist es wichtig, Erkältungssymptome ärztlich abklären zu lassen.

Unsere Top-Heilkräuter-Rezepte in der Erkältungzeit

Unsere Hausapotheke ist voll mit natürlichen Heilmitteln. Wir verraten ihnen unsere besten, altbewährten Rezepte:

 

Salbei-Rosmarin-Honig

Salbei und Rosmarin in Kombination mit Honig, welcher ebenfalls antibakteriell wirkt und viele entzündungshemmende Enzyme und Antioxidantien enthält, sind die perfekten Zutaten für ein natürliches Heilmittel bei Erkältungen und Entzündungen im Mund-Rachenraum. Besonders bei Erkältungen nutzen wir diese Mischung bereits ab den ersten Anzeichen, wie Kratzen im Hals oder laufender Nase.

Hier gehts zum Rezept
hustensaft selber machen

 

Spitzwegerich-Hustensaft

In unserem Hustensaft verarbeitet kommt der Spitzwegerich mit seinen antibakteriellen, schleimlösenden, bronchienerweiternden und hustenstillenden Eigenschaften zum Einsatz. Da kein Alkohol enthalten ist, kann der Hustensaft auch Kindern gegeben werden. Der Honig unterstützt die Heilkräfte und verleiht den angenehmen süßen Geschmack. Bei Halsweh und Husten soll er beruhigen und die Entzündung lindern.

Hier gehts zum Rezept
Teemischung bei husten vor zubereiteten Tee

 

Husten und Bonchientee

Mischen sie sich bei Husten einen eigenen Tee zusammen. Besonders wenn der Schleim nur sehr schwer abfließt und sehr zäh ist, ist eine Anwendung sinnvoll. Unser Husten- und Bronchien-Tee soll dabei helfen, den Schleim in den Bronchien zu verflüssigen. Gleichzeitig wird durch die Wärme und die dadurch verbesserte Durchblutung, Schleim schneller abtransportiert und auch der oft störende Hustenreiz kann gelindert werden.

Hier gehts zum Rezept
oyxmel kräuterauszug ohne alkohol

 

Oxymel mit Ingwer, Rosmarin und Zitrone

Ein Oxymel ist ein Auszug aus Kräutern. Mit  Apfelessig und Honig werden diese gelöst. Auch die gesundheitlichen Vorteile des Apfelessigs und des Honigs kommen hier zum Einsatz. Ähnlich wie eine Tinktur mit Alkohhol als Auszugsmittel wird es oral eingenommen!

Hier gehts zum Rezept

Hashimoto-Thyreoiditis

WORÜBER REDEN WIR IN DIESER EPISODE?

Obwohl hier in Deutschland bis zu acht Millionen Menschen an einer Hashimoto-Thyreoiditis erkrankt sind, ist der Aufklärungsbedarf bei den Betroffenen darüber enorm hoch! Hashimoto ist eine Erkrankung des Immunsystems, die zu einer chronischen Schilddrüsenentzündung und schließlich zur Schilddrüsenunterfunktion führt. Betroffene suchen häufig nach einer Behandlung, die wirklich hilft. Unser heutiger Podcast-Experte hat darüber nicht nur ein Buch geschrieben, er profitiert auch von seiner jahrelangen Erfahrung in diesem Gebiet.

Zur Person: Markus Breitenberger

Webseite: Ratgeber zu Hashimoto Thyreoditis [von Markus Breitenberger]

Markus Breitenberger ist Heilpraktiker und hat viele weitere Ausbildungen in Bereichen wie Homöopathie, potentialorientierte Psychotherapie, Paartherapie, Sexualtherapie und viele mehr! In seiner Praxis in München beschäftigt er sich seit 20 Jahren schwerpunktmäßig mit Hashimoto-Thyreoiditis und anderen Autoimmunerkrankungen.

Zusammenfassung

Symptome Hashimoto

Wir sprechen über häufige Symptome die auf Hashimoto bzw. eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten können. Markus berichtet über Symptome wie Müdigkeit, gesteigertes Kälteempfinden, Gewichtszunahme, Depressionen, „vernebelt sein“, Konzentrationsschwierigkeiten. Auch die Schwierigkeit Entscheidungen zu treffen beobachtet er häufig!

Auch Überfunktionssymptome können möglich sein. Hier sind besonders am Anfang Symptome wie Nervosität, Schwitzen, etc. nicht selten. Besonders häufig sind Frauen betroffen!

Diagnose Hashimoto

Erster Ansprechpartner ist meist der Hausarzt. Dann häufig Weiterleitung zum Endokrinologen. Oft wird hier TSH in den Mittelpunkt gestellt. Auch Zufallsdiagnosen kommen vor. Ft3 und Ft4 sollen ebenfalls beachtet werden, sowie auch wichtige Antikörper. Markus erklärt ausführlich Funktion und Bedeutung! Ultraschall ist neben den Blutwerten sehr wichtig!

Ursache Hashimoto

Genetische Veranlagungen sind da, führen aber nicht unbedingt zur Krankheit. Markus erklärt anschaulich, was ein „Ausbruch“ der Krankheit bedingen kann, z.B. Lebensweise, Umweltfaktoren, Autoaggression, etc.! Markus stellt seine Hypothese zur Entfremdung vor. In seiner jahrelangen Erfahrungen mit Hashimoto-Patientinnen erlebt er immer wieder, dass Themen wie sich fremd werden, Überanpassung und perfekt sein häufig bei Betroffenen häufig da sind!

Ist Hashimoto heilbar?

Je nach Blick auf den Begriff „heilbar“ sieht Markus Hashimoto als heilbar. Und zwar in Betracht auf das subjektive Wohlbefinden. Dies kann durchaus wieder erlangt werden! 

Behandlung Hashimoto

Markus berichtet von seinem Behandlungskonzept:

  • Schulmedizin ist die Basis (Hormone sind manchmal unverzichtbar- im Einzelfall genau abwägen)
  • Ziel ist es, dass es den Patientinnen gut geht!
  • Behandlung des Immunsystems (über die Behandlung innerhalb der Schulmedizin hinaus)
  • klassische Homöopathie (Regulation Immunsystem)
  • Selbsterfahrung (Gruppen – oder Einzeltherapie) Autoaggressionen bearbeiten.
  • Ernährung, Lebensweise als grundlegendes Fundament

Ernährung Hashimoto

Markus gibt Tipps und Hintergrundwissen zur Ernährung bei Hashimoto: 

  • möglichst viele frische unverarbeitet Lebensmittel
  • antientzündlich, vegan oder vegetarische Ernährungsform
  • glutenfreie Ernährung kann helfen, trifft aber nicht auf jeden zu
  • Kohlenhydrate reduzieren (besoders Weizen)
  • nicht nur das WAS esse ich ist wichtig, sondern auch das WIE (Zeit, Genuss, Achtsamkeit)

Jod wird benötigt, zu viel kann schädlich sein. Hier kann eine genaue Wertebestimmung  helfen! Markus empfiehlt bei einem Mangel langsam einschleichen und über die Nahrung Jod aufnehmen.

Wir sprechen darüber, was Betroffene heute noch tun können, um die Situation zu verbessern.

  • Dinge bewusst tun!
  • Nicht kämpfen, Menschen suchen die Sie ernst nehmen und Sie unterstützen.

Markus Abschluss-Tipp: 

Nehmen sie das Leben als Geschenk und sehen Sie es nicht zu selbstverständlich an!

Unser Artikel zum Thema:

Hashimoto Thyreoiditis- erkennen, verstehen und natürlich behandeln

Frauenhals

Schnelle Fakten zu Hashimoto Thyreoiditis:

  • Hashimoto Thyreoiditis, häufig mit Hashimoto abgekürzt, ist eine Störung des Immunsystems, welche die Entzündung der Schilddrüse zur Folge hat.
  • Symptome von Hashimoto können vielfältig und besonders zu Beginn der Erkrankung gegensätzlich sein.
  • Hashimoto führt meist zu einer Unterfunktion der Schilddrüse.
  • Oft treten weitere Autoimmunkrankheiten auf, beispielsweise Glutenunverträglichkeit, Nebennierenunterfunktion oder Typ-1-Diabetes.
  • Neben der schulmedizinischen Therapie, bei der meist die fehlenden Hormone ersetzt werden, gibt es weitere natürliche Methoden. Ziel ist es die Lebensqualität zu verbessern, die Schilddrüsenfunktion zu normalisieren und auftretende Symptome zu lindern.
Frauenhals

„Insgesamt sind ca. 10 % der Bevölkerung betroffen, damit ist Hashimoto die häufigste endokrine Autoimmunerkrankung.“ 1

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen und bringt vielen Betroffenen Symptome und Beschwerden. Betroffen ist hier neben der allgemeinen körperlichen Verfassung auch die Schilddrüse, welche entzündet ist. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist bei Hashimoto sehr wahrscheinlich. Besonders dann, wenn die Krankheit durch anfangs wechselnde oder sehr schwache Symptome erst spät erkannt wird.  Wir erklären in diesem Artikel, wie sie eine Hashimoto- Erkrankung erkennen können, was es bei der Diagnose und Behandlung zu beachten gibt und was sie auf natürliche Weiße tun können, um ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen!


Zusammengefasst
: Hashimoto ist eine häufig auftretende Autoimmunkrankheit, welche eine Entzündung der Schilddrüse hervorruft. Wir erklären alles wichtige zu Diagnose, Behandlung und natürliche Behandlungswege.

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto Thyreoiditis, häufig mit Hashimoto abgekürzt, ist eine Störung des Immunsystems, welche die Entzündung der Schilddrüse zur Folge hat. Es ist die häufigste Ursache für eine Hypothyreose (mangelnde Versorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen). 2 Das eigene Immunsystem ist hierbei gestört. Es greift das eigene Gewebe der Schilddrüse an und so entstehen Schädigungen. Die Betroffenen leiden demzufolge an einer chronische Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis). Oft geht damit eine Unter- oder (Über)-funktion der Schilddrüse einher. Die Erkrankung tritt in allen Altersgruppen auf. Vermehrt wird sie jedoch bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren diagnostiziert. An Hashimoto-Thyreoiditis leiden vor allem Frauen (Verhältnis Frauen: Männer 9:1).3 Andere Quellen sprechen von einem Geschlechterverhältnis von 7: 1.1 Weltweit wird die Inzidenz, also die Häufigkeit von insbesondere neu auftretenden Krankheitsfällen, auf 0,3 bis 1,5 Fälle pro 1000 Menschen innerhalb eines Jahres geschätzt!4

Der japanische Pathologe Hikaru Hashimoto (1881-1934) hat die Krankheit erstmals 1912 beschrieben, nach ihm ist Erkrankung benannt. Unterschieden wird in die  häufigste auftretende, schwächer, chronisch verlaufenden Form (atrophisch) und die akute Verlaufsform (diffuse Struma). Eine gesonderte Form ist die „postpartale Thyreoiditis“ sie tritt im ersten Jahr nach einer Schwangerschaft auf.3


Zusammengefasst
: Hashimoto Thyreoiditis, häufig mit Hashimoto abgekürzt, ist eine Störung des Immunsystems, welche die Entzündung der Schilddrüse zur Folge hat. Es ist die häufigste Ursache für eine Hypothyreose (mangelnde Versorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen). Betroffene sind vermehrt Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. 

Hashimoto Symptome

Die Symptome einer Hashimoto-Erkrankung können sehr unterschiedlich und auch wechselnd sein! Die Erkrankung verläuft meist asymptomatisch und bleibt daher in vielen Fällen lange unbemerkt.5

Besonders zu Beginn einer Symptomatik durch Hashimoto nehmen die Betroffen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion wahr. Herzrasen, Nervosität und Unruhe sind hier einige Beispiele, auch Schluckbeschwerden und schmerzhafte Schwellungen im Halsbereich sind typisch. Begründet wird dies dadurch, dass zu Anfang der Erkrankung Schilddrüsenhormone durch Zellabbau und Gewebezerstörung frei werden und diese hier dennoch wirken. Je nach Stadium der Krankheit können die Betroffenen also unterschiedliche Symptome wahrnehmen! Bei einer Hyperthyreose (also zu viele Schilddrüsenhormone) gehen die Symptome in Richtung Unruhe, Nervosität, Gewichtsverlust, Herzklopfen, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit. Bei einer Hypothyreose dagegen, was bei einer fortgeschrittenen Hashimoto-Erkrankung typisch ist, klagen Betroffenen vermehrt über Ermüdung, Depressionen, Gewichtszunahme, Niedergeschlagenheit, etc. Wichtig zu wissen ist aber, dass nicht alle Betroffene unter gesundheitlichen Einschränkungen und Symptomen leiden. Von den geschätzten 10 %, sollen nur rund 1 % tatsächlich spürbare Probleme haben!6

Wir haben für sie eine Übersicht an möglichen Symptomen bei Hashimoto-Thyreoiditis erstellt:3 7

  • Vergrößerte Schilddrüse (auch mit noch normaler Funktion)
  • Gewichtszunahme oder Verlust
  • Depressivität
  • Müdigkeit/Erschöpfung
  • Kälteempfindlichkeit
  • Hitzeempfindlichkeit
  • kühle, trockene Haut
  • trockenes Haar bis hin zum Haarausfall
  • brüchige/weiche Nägel
  • verlangsamter Herzschlag
  • Nervosität,
  • Reizbarkeit,
  • Zittern der Hände
  • Schwitzen
  • Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen
  • Heißhunger, Durst
  • Geschwollenes Gesicht
  • abgeschwächte Reflexe
  • Angst
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Häufiger Stuhlgang

Symptome sind also sehr gegensätzlich, deshalb schwer zu erkennen und einzuordnen. Dokumentieren sie deshalb ihre Symptome um eine Übersicht zu gewinnen.


Zusammengefasst
: Hashimoto ist meist gekennzeichnet durch Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion, wie z.b,. Müdigkeit, Depressivität, Gewichtszunahme, etc. Jedoch sind auch zu Beginn der Erkrankung gegensätzliche Beschwerden (Zittern, Nervostität, SChlaflosigkeit, Gewichtsabnahme, Unruhe) nicht selten! 

hypothyreose hyperthyreose schilddrüse

Unterschiede Basedow-Krankheit und der Hashimoto Thyreoiditis

Wenn wir an Schilddrüse und Autoimmunerkrankung denken und darüber recherchieren, begegnet man auch dem Begriff Basedow und der Basedow-Krankheit. 1

Morbus Basedow und Hashimoto unterscheiden sich deutlich. Der wichtigste Unterschied ist, dass Basedow die häufigste Ursache für eine Hyperthyreose ist. Während Hashimoto Thyreoiditis meist eine Schilddrüsenunterfunktion bedeutet.


Zusammengefasst
: Basedow Krankheit und Hashimoto sind beides Autoimmunerkrankungen bei der die Schilddrüse stark betroffen ist. Besonders in der Symptomatik unterscheiden sich beide!

Hashimoto diagnostizieren

Was sagen die Blutwerte bei Hashimoto?

Gerade wegen der wechselnden Symptomatik, ist es nicht einfach Hashimoto sicher zu erkennen. Bei Verdacht sollte deshalb eine ausführliche Anamese stattfinden. Unverzichtbar ist es auch, die Schilddrüsenfunktion zu bestimmen. Dies wird mit einem Laborparameter ermittelt.3

Typische Laborparameter, welche bei Verdacht bestimmt werden sollten sind:3

  • TSH,
  • fT3 und fT4 (fT3 wird im Körper zu fT4 umgewandelt),
  • TPO-AK,
  • TG-AK
  • TSH-Rezeptor-AK mit Funktionsessays

 

„Die Funktion der Schilddrüse kann anhand verschiedener Labor-Parameter zuverlässig beurteilt werden (TSH, freies Triiodthyronin (fT3), freies Tetraiodthyroxin (fT4)). Zur näheren Einordnung ist bei einer Funktionsstörung auch die Bestimmung von Antikörpern gegen Schilddrüsengewebe möglich, die sich bei einer sog. Autoimmunerkrankung der Schilddrüse regelhaft nachweisen lassen.“ 8

Diese Schilddrüsenperoxidase-Antikörper, also Antikörper im Blut, welche bei Hashimoto im Blut nachweisbar sein können, sind die gegen thyreoidale Peroxidase (TPO-AK) früher: mikrosomale Antikörper-MAK) und gegen Thyreoglobulin (Tg-AK). TPO-AK, können bei ca. 90% der Erkrankten nachgewiesen werden. Sie sind zwar nicht spezifisch, dennoch sind sie typischerweise vorhanden. Die Höhe der Antikörper sagt aber nichts darüber aus, wie es um die Schilddrüsenfunktion steht. Wenn sie also hohe Antikörperwerte haben, muss damit nicht unbedingt eine starke Störung der Schilddrüse in Verbindung stehen.9

Der TSH-Wert sollte bei Hashimoto-Patienten regelmäßig gecheckt werden. Er sagt aus inwieweit die Schilddrüsenhormonfunktion gestört ist. So kann eine auftretende Unterfunktion rechtzeitig erkannt werden!

Ultraschall der Schilddrüse

Eine Sonographie der Schilddrüse sollte bei Verdacht zusätzlich durchgeführt werden. Dies ist wichtig, um an der Gewebestruktur das Ausmaß der Erkrankung festzustellen. Oft wird typischerweise festgestellt, dass die  Schilddrüse insgesamt meist verkleinert ist.3


Zusammengefasst
: Der beste Weg Hashimoto sicher zu diagnostizieren ist ein Laborparamenter mit allen wichtigen Werten (z.B. TSH, fT3+4), eine Antikörperbestimmung und eine Sonographie der Schilddrüse.

Ursachen Hashimoto

Ursache von Hashimoto ist eine Immunsystemstörung, das Problem liegt also nicht nur bei der Schilddrüse. Im Blut bilden sich Antikörper, also Eiweiße die eine Entzündungsreaktion in der Schilddrüse hervorrufen. Oft ist die Schilddrüsenhormonproduktion gestört. Entstehung und Entwicklung der Hashimoto-Thyreoiditis, mit allen daran beteiligten Faktoren, ist bisher noch nicht vollständig geklärt. Genetische Vererbungen sind nicht eindeutig bestätigt, ein häufigeres Auftreten in Familien ist aber vorhanden. Menschen die in ihrer Familie Mitglieder mit der Schilddrüsenkrankheit haben, sind also überdurchschnittlich häufig betroffen. 9 Zudem nehmen Experten an, dass Alter, Geschlecht und Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entwicklung innehaben. Auch wird vermutet, dass chronischer Stress 10 sowie eine zu hohe Jodeinnahme oder Strahlenbelastung mögliche Auslöser sind, bzw. am Auslöseprozess beteiligt sind. Hormone wie Östrogene werden darüber hinaus eine Krankheitsbegünstigung nachgesagt, auch bestimmte Medikamente stehen unter Verdacht das Risiko für das Auftreten von Hashimoto zu erhöhen.3

Es gibt also Risikofaktoren, die zu einer Erhöhung des Risikos, an Hashimoto zu erkranken beitragen: 11

  • Geschlecht: Frauen erkranken viel deutlich öfter an Hashimoto.
  • Alter: Zwar kann die Hashimoto-Erkrankung in jedem Alter auftreten, tritt jedoch zwischen 30 und 50 Jahren am häufigsten auf.
  • Familiäre Neigung: Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn andere in Ihrer Familie an Schilddrüsen- oder anderen Autoimmunerkrankungen erkrankt sind!
  • Autoimmunerkrankungen bereits vorhanden: Eine andere Autoimmunerkrankung wie rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes oder Lupus macht es wahrscheinlicher, dass auch Hashimoto auftritt.
  • Strahlungsbelastung: Personen, die vermehrt Umweltstrahlung ausgesetzt sind.


Zusammengefasst
: Die Ursachen für eine Entstehung von Hashimoto ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine familiäre Häufigkeit, aber auch Korrelationen zu Alter, Geschlecht, Umweltfaktoren, Stress, andere Autoimmunerkrankungen, Strahlungen, Hormone.

Folgen und Verbindungen bei Hashimoto

Hashimoto steht in häufiger Korrelation zu verschieden Folgen und anderen Krankheiten. Betroffene sollten dies stets im Hinterkopf behalten, frühzeitig vorsorgen und bei Anzeichen den behandelnden Arzt darauf ansprechen!

  • Unterfunktion (Überfunktion) der Schilddrüse
  • Verkleinerung oder (Vergrößerung) der Schilddrüse (Kropf)
  • Herzprobleme durch erhöhter LDL-Cholesterinwert durch unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion11
  • Myxödem (ödematöse Austreibung der Unterhaut)
  • Hashimoto-Thyreoiditis kann mit einer oder auch mehreren Autoimmunerkrankungen verknüpft sein9
  • Weißfleckenerkrankung der Haut (Vitiligo) 12
  • Vitamin B12-Mangel (Ursache ist eine autoimmune Schädigung einer bestimmten Zellart im Magen)9
  • Glutenunverträglichkeit9
  • Nebennierenunterfunktion (Morbus Addison) 12
  • Typ-1-Diabetes12


Zusammengefasst
: Wer an Hashimoto leidet sollte bedenken, dass hier auch häufig andere Krankheiten und Folgen wie beispielsweise Schilddrüsenunterfunktion, Weißfleckenerkrankung, Glutenunverträglichkeit und Diabetes vermehrt auftreten!

Hashimoto Schwangerschaft und Kinderwunsch

Besonders bei Kinderwunsch und Schwangerschaft sollten die Schilddrüsenwerte stets im Blick gehalten werden. Unbehandelte Schilddrüsen Unter- und Überfunktionen können das Risiko für Fehlgeburten und Geburtsfehler beim Kind erhöhen. Herz-, Gehirn- und Nierenproblemen bei Säuglingen treten vermehrt auf. Auch auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Intelligenz des Kindes kann hier beeinflusst werden. Wenn Sie versuchen wollen schwanger zu werden oder bereits frisch schwanger sind, lassen Sie Ihre Schilddrüsenwerte unbedingt überprüfen.11 13


Zusammengefasst
: Behalten sie besonders in der Schwangerschaft ihre Schilddrüsenwerte im Blick. Unbehandelte Einschränkungen können zu Problemen in der Schwangerschaft führen!

Behandlung Hashimoto

Schulmedizinisch empfohlene Behandlung 

Hashimoto-Thyreoiditis verläuft meist chronisch. Ziel ist es die fehlende oder verringerte Schilddrüsenhormonfunktion zu ersetzen und die Schilddrüsenwerte zu stabilisieren. Diese Substitution ist aktuell die einzige einheitlich empfohlene Therapie bei Hashimoto- Thyreoiditis.4 In manchen Fällen ist eine Behandlung mit Hormonen unverzichtbar! Umso schwerer die Hypothyreose, desto vorsichtiger sollte allerdings mit einer Behandlung begonnen werden. Individuelle Werte der Schilddrüse und weitere Faktoren wie Befinden des Betroffenen und dessen Symptome sollten einbezogen werden, um eine passende Dosierung zu finden.3 Eine übermäßige Substitution kann auch Schäden hervorrufen und krankhafte Effekte haben. So können Arrhythmien (am häufigsten Vorhofflimmern) und Osteoporose auftreten!2

Oft löst die Behandlung mit Hormonen nicht die zugrunde liegenden Ursachen, welche zur Autoimmunreaktionen führen. Medikamente und Hormone sind kein Allheilmittel, können aber sinnvoll und in bestimmten Fällen unverzichtbar sein! L-Thyroxin allein kann dann die Symptome und Beschwerden jedoch häufig nicht lindern oder beheben, Es kommt nicht selten vor, dass Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis trotz einer guten Schilddrüsenhormoneinstellung über verschiedene körperliche und psychische Symptome und Beschwerden klagen! Auch Experten betonen, dass besonders dann von verschiedenen ganzheitlichen, ergänzenden oder alternativen Behandlungsansätzen profitiert werden kann.14


Zusammengefasst
: Die Symptome einer Hashimoto Erkrankung werden meist mit einer Substitution (Hormongabe) behandelt. Ziel ist es die Schilddrüsenwerte zu normalisieren. Oft löst diese Maßnahme, auch wenn sich in manchen Fällen unverzichtbar ist, nicht alle Beschwerden. Deshalb sind auch alternative, ergänzende und natürliche Methoden so interessant! 

Alternative, ergänzende Behandlungsmethoden bei Hashimoto

Im Folgenden möchten wir ihnen Ansätze vorstellen, wie sie Hashimoto-Thyreoiditis auch natürlich behandeln und so ggf. Symptome mildern können. Leider ist die Studienlage zu alternativen, ergänzenden Methoden bei Hashimoto sehr dünn, weshalb keine gesicherten Aussagen zur Wirksamkeit getroffen werden können, eine fundierte, wissenschaftliche Bewertung ist leider bislang bei vielen Angeboten nicht möglich. Dennoch vermuten Experten großes Potential:


Zusammengefasst
: Auch natürliche Ansätze und ergänzende MEthoden können helfen, die Symptome bei Hashimoto zu verbessern. Die Studienlage hierzu ist leider noch sehr dünn!

Stress reduzieren und bewältigen

Unser Körper und unsere Psyche sind eng miteinander verbunden. Deshalb ist es so wiechtig auch einen seelischen Ausgleich zu finden, chonischen Stress zu vermeiden und diesen frühzeitig abzubauen. Laut aktuellen Studien 15 können Interventionen zur Stressreduzierung bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen eine positive therapeutische Wirkung haben. Voraussetzung dafür ist, dass Ärzte und Patienten das Potenzial von Stress für Autoimmunerkrankungen erkennen. Ziel ist es hier zu lernen mit belastenden und fordernden Situationen umzugehen, sein Stressmangement zu optimieren und Achtsamkeit in den Alltag zu bringen! Stress gilt darüber hinaus als mögliche Ursache für Hashimoto, bzw. kann es mitbedingen. Aus diesem Grund sollte dieser Aspekt der Behandlung nicht unterschätzt werden. Tipps wie sie Stress gut bewältigen können finden sie hier:

14 Tipps zur natürlichen und effektiven Stressbewältigung


Zusammengefasst
: Stress gilt nicht nur als Mitauslöser von Hashimoto, Stress kann auch im Verlauf schaden. Deshalb ist es so wichtig Stress frühzeitig abzubauen und das eigene Stressmanagement zu optimieren.

Immunsystem stärken

Jeder Mensch hat sein eigenes Immunsystem, das besser oder schlechter arbeitet. Es wird durch verschiedene Umwelt- und Lebensstilfaktoren beeinflusst. Die Funktion und wird beispielsweise beeinflusst durch: 16

  • Stress: Kurzfristiger Stress kurbelt unser Immunsystem an. Wird er jedoch chronisch und hält über längere Zeit an, wird es gefährlich. Bestehende Krankheiten heilen langsamer aus, oder verschlimmern sich und wir sind anfälliger für neue Infekte.
  • Suchtmittel: Übermäßiger Alkoholkonsum oder Nikotin lähmen unser Immunsystem. Es ist nicht mehr gut in der Lage gegen Eindringlinge von Außen anzukämpfen. Das Risiko für Entzündungen wird so erhöht.
  • Schlaf: Guter und ausreichender Schlaf fördert die Abwehrkräfte und unser Immunsystem! Schlafen wir zu wenig, sind wir anfälliger für Infekte, da wichtige Immunzellen in ihrer Funktion reduziert werden.
  • Bewegung: Regelmäßiger Sport steigert unsere Immunaktivität und baut gleichzeitig Stresshormone ab! So wird derjenige, der regelmäßig Sport treibt weniger oft krank, leidet weniger oft an Autoimmunerkrankungen und Entzündungen.
  • Ernährung: So trägt eine gesunde Ernährung dazu bei, dass das Immunsystem optimal arbeitet. Besonders die Vitamine A, C, D, E, B6, B9 und B12, sowie die Spurenelemente Zink, Eisen, Selen und Kupfer sind für eine funktionierende Abwehr essentiell.
  • Soziale Kontakte: Auch diese sind gut für unser Immunsystem. Das Gefühl sozialer Eingebundenheit stärkt unsere Psyche und die körperlichen Abwehrkräfte!

Sprechen Sie auch bei Hashimoto ihren Arzt auf das Thema Immunsystem und dessen Stärkung an. Auch eine Immuntherapie zur Verbesserung der Funktion könnte helfen. Immuntherapien können bei Brust-, Darm-, Lungen- und Hautkrebs sinnvoll sein, ebenso bei chronisch-entzündlichen Leiden und Autoimmunerkrankungen von Haut, Darm und Gelenken.


Zusammengefasst
: Als Autoimmunerkrankung betrifft Hashimoto unseren ganzen Körper. Stärken Sie deshalb ihr Immunsystem mit guter Ernährung, Bewegung, SChlaf, sozialen Kontakten und verzichten sie auf Suchtmittel.

Werte im Blick behalten

Ganz wichtig bei einer Hashimoto Erkrankung ist es, seine Werte regelmäßig zu checken und ggf. eingenommene Medikamentenmengen anzupassen. Finden sie im Laufe der Zeit heraus, welche Dosierung ihre Symptome lindert und behalten sie stets im Hinterkopf, dass sich diese Werte auch ändern können. Regelmäßige Analysen sind daher sehr zu empfehlen, sprechen sie ihren Arzt unbedingt darauf an!


Zusammengefasst
: Schilddrüsenwerte ändern sich häufig! Behalten sie deshalb ihre Werte regelmäßig im Blick!

Blutbild analysieren und auf ausreichende Nährstoffzufuhr achten

Die Schilddrüse und ein gesunder Körper setzt voraus, dass sie mit allen wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen ausreichen versorgt sind. Älteren Menschen fehlen häufiger essenzielle Nährstoffe. 16 Das Immunsystem wird zunehmend schwächer, deshalb sollte die Versorgung regelmäßig überprüft werden. Fehlen Elemente wie Jod, Eisen, Selen und Zink kann die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigt sein. Häufig werden auch

  • Proteinmangel,
  • Vitaminmangel (A, C, B6, B5, B1) und
  • Mineralstoffmangel (Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium, Chrom) festgestellt! 17

Ziel ist es hier sich gesund, nährstoffreich zu ernähren und ggf. zu supplementieren um einen gravierenden Nährstoffmängel auszuschließen oder zu beheben. Es macht daher Sinn sein Blutbild genau zu kennen um so gezielt reagieren zu können.


Zusammengefasst
: Damit die Schilddrüse gut arbeiten kann, benötigt sie wichtige Nährstoffe. Fehlen z.B. Eisen, Selen und Jod, kann die Schilddrüsenfunktion dadurch beeinträchtigt werden.

Selen

Mangelzustände bei Selen, Kupfer und Zink können einen ungünstigen Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion haben. 18

Besonders Selen steht in enger Verbindung mit der Schilddrüse, denn die Schilddrüse ist das Organ mit dem höchsten Selengehalt pro Gramm Gewebe. 19 Personen, die an  Hashimoto-Thyreoiditis erkrankt sind,  haben häufig einen unzureichenden Selen-Status. Selen hat Studien 20 21 zufolge den Vorteil, dass die Antikörpermenge gegen die thyreoidale Peroxidase (TPO) signifikant reduziert, oder sogar normalisiert werden können. Auch verbessert sich potentiell die Ultraschallstruktur der Schilddrüse.19 So soll auch die Lebensqualität durch die labordiagnostisch validierte Supplementierung von Selen verbessert werden. 22 Aktuelle Forschungen beschäftigen sich in diesem Zusammenhang aktuell auch damit, ob durch eine Selengabe zu Beginn der Erkrankung ,eine Heilung erzielt bzw. der Funktionsverlust der Schilddrüse verhindert werden kann!23  


Zusammengefasst
: Selen ist wichtig für unsere Schilddrüse. Hashimotopatienten leiden häufig an Selenmangel. 

Eisen

Ein Eisenmangel bei Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion ist nicht selten! Die Bildung von Schilddrüsenhormonen ist unter anderem von Eisen abhängig, eine Unterversorgung kann Symptome verstärken.24


Zusammengefasst
: Eisen hat ebenfalls eine große Bedeutung für unser SChilddrüse, da es bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt wird!

Thiamin

Eine kleine Beobachtungsstudie 25 zeigt, dass Thiamin potenziell bei Symptomen  von Hashimoto helfen kann. Die drei Patienten erhielten Thiamin Dosen von oral (600 mg / Tag) oder injiziert (100 mg / ml) alle vier Tage. Innerhalb weniger Stunden oder Tage konnte eine teilweise oder vollständige Rückbildung der Müdigkeit beobachtet werden. Leider ist die Studienteilnehmerzahl zu klein um dies gesichert zu übertragen. Weitere Studien in diesem Bereich wären sinnvoll und wünschenswert!


Zusammengefasst
: Thiamin soll ersten Studien zufolge das Potential besitzen Müdigkeit von Hashimoto Patienten zu reduzieren!

Jod

Ohne Jod können Schilddrüsenhormone nicht produziert werden. Es hat die Funktion Stoffwechselprozesse zu regulieren und das Körper- und Organwachstum anzuregen. Eine zu hohe Jodzufuhr steht im Verdacht bei der Entstehung von Hashimoto-Thyreoiditis Einfluss zu nehmen. Es kann möglicherweise auch nachteilig für den Krankheitsverlauf sein! Deshalb ist bei Jod Vorsicht geboten! Die Experten des deutschen Schilddrüsenzentrums empfehlen Hashimoto-Patienten (ggf. Ausnahme ist eine Schwangerschaft) auf eine zusätzliche alimentäre Jodzufuhr verzichten. Keinesfalls sollte Jod in Tablettenform aufgenommen werden auch in der Nahrung sollte es verstärkt gemieden werden! 14 26


Zusammengefasst
: Ohne Jod keine Schilddrüsenhormone. Eine zu hohe Jodzufuhr bringt aber ebenfalls Gefahren mit sich. Experten warnen deshalb vor einer zusätzlichen alimentären Jodzufur bei Hashimoto!

Ernährung Hashimoto und Hashimoto Diät?

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist in Verbindung mit körperlicher Aktivität für die Verbesserung der Lebensqualität von großer Bedeutung! Generell gibt es keine spezielle Hashimoto-Diät. Wichtiger ist es sich antientzündlich, abwechslungsreich und nährstoffreich zu ernähren. Besonders Antioxidantien pflanzlichen Ursprungs wie Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe sind zu empfehlen. Essen sie also oft frisches Gemüse (Karotten, Salate…) und fructosearmes Obst (z.B. Beeren) aber auch Nüsse und hochwertige Pflanzenöle. Denn auch Entzündungen können durch gesunde Fettsäuren gesenkt werden. Eine Studie des Ohio State University College of Medicine weist darauf hin, dass mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren Entzündungen reduzieren und somit weitreichende gesundheitliche Vorteile, bei verschieden Krankheiten haben können.27

Gesunde Menschen sollten sich nicht ohne Verdacht glutenarm ernähren.  Bei Hashimoto sollte immer eine mögliche Glutenunverträglichkeit abgeklärt werden, diese kommt gerne in Verbindung vor!  Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse kann eine glutenfreie Ernährung vorteilhaft sein! Allerdings lässt sich diese Aussage nicht verallgemeinern. Auch Lektine (rohes Getreide, Hülsenfrüchte) oder Phytinsäure (Getreide etc.) sowie Alkaloide (rohe Kartoffeln und Paprika sowie Tomaten) stehen im Verdacht bestehende Beschwerden zu verstärken. Auch bei Goitrogenen sollten sie vorsichtig sein! Experten vermuten Eigenschaften, welche den Schilddrüsenstoffwechsel stören können. Allerdings ist hier nur zu beachten, diese im rohen Zustand nicht übermäßig zu konsumieren. Beispiele sind Kohl, Radieschen, Mandeln, Zwiebeln Knoblauch, etc.24 .Bei den Sojaprodukten sieht es ähnlich aus, hier sollen die enthaltenen Phytoöstrogene vermutlich nachteilig wirken! Studien haben festgestellt, dass Sojaprodukte die Absorption von Schilddrüsenhormonen stören können. 28 Die Studienlage hierzu lässt allerdings eine klare Bewertung noch nicht zu. Vorsichthalber sollte auf Sojaprodukte in größeren Mengen verzichtet werden.


Zusammengefasst
: Eine spezielle Hashimoto-Diät ist nicht notwendig. Dennoch gibt es einige Dinge zu beachten, die gff. helfen können. Eine glutenfreie Ernährung hilft vielen Betroffene. Auch bei Lektine, Alkaloide, Pythinsäure, Phytoöstrogene und Goitrogenen in größeren Mengen sollten sie vorsichtig sein!

Vitamin D- Sonnenlicht bewusst tanken

Verbringen sie viel Zeit draußen, zum einen um Stress abzubauen, zum anderen um ihren Vitamin D-Speicher durch das Sonnenlicht regelmäßig aufzufüllen.

„Vitamin D entfaltet eine immunmodulierende Wirkung auf Autoimmunerkrankungen und kann so unter Umständen das Fortschreiten einer Hashimoto-Thyreoiditis oder einem Morbus Basedow hemmen.“24


Zusammengefasst
: Vitamin D soll eine immunmodulierende Wirkung auf Autoimmunerkrankungen besitzen!

Natürliche Produkte ohne Zusatzstoffe, Schad-Giftstoffe/Schwermetalle

Generell ist es sinnvoll den Körper so wenig wie möglich mit Schwermetallen und anderen Schad- und Giftstoffen zusätzlich zu belasten. Beispiel eines  solchen Schadstoffs ist Quecksilber. Menschen mit Autoimmunerkrankungen sind häufig anfälliger für Giftstoffe, bzw. es fällt dem Körper schwerer diese wieder abzubauen und sich zu entgiften! 29

Achten sie deshalb darauf möglichst viele pflanzliche Produkte, optimalerweise in Bioqualität zu verzehren und verzichten sie weitestgehend auf Fertigprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel. Denn wer selbst kocht, weiß was im Essen steckt und spart dabei noch viel Verpackungsmüll mit ggf. weiteren schädlichen Stoffen!


Zusammengefasst
: Menschen mit Autoimmunerkrankungen sind häufig anfälliger für Giftstoffe, bzw. es fällt dem Körper schwerer diese wieder abzubauen und sich zu entgiften! Deshalb sollte auf Lebensmittel mit Schwermetallbelastung, Schad- und Giftstoffen möglichst verzichtet werden. Empfohlen werden hier überwiegend pflanzliche Produkte und natürliche Lebensmittel.

Ashwagandha

Ashwagandha (Withania somnifera) auch Schlafbeere genannt, wird häufig bei Schilddrüsenfunktionsstörungen verschrieben. Auch wird es traditionell verwendet, um Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu verbessern. Erste Studien 30 legen nahe, dass diese stressabbauenden Effekte, durch die mildernde Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse begründet sein könnte. In eine Pilotstudie31 mit 50 Probanden wurden der Hälfte der Teilnehmer täglich 600 mg Ashwagandha-Wurzelextrakt gegeben, um die Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit subklinischer Hypothyreose zu bewerten. Im Zeitraum der achtwöchigen Behandlung mit Ashwagandha verbesserten die TSH, T3 und T4- Serumspiegel im Vergleich zu Placebo signifikant. Die Ashwagandha-Behandlung normalisierte die Serum-Schilddrüsenindizes während des 8-wöchigen Behandlungszeitraums. So stellten die Forscher fest, dass eine Behandlung mit Ashwagandha potentiell zur Normalisierung der Schilddrüsenindizes bei Patienten mit subklinischer Hypothyreose führen kann. Groß angelegte Studien stehen aus um diese Aussagen zu manifestieren.


Zusammengefasst
: Forscher stellten fest, dass eine Behandlung mit Ashwagandha potentiell zur Normalisierung der Schilddrüsenindizes bei Patienten mit subklinischer Hypothyreose führen kann. Auch wird die Schlafbeere zum Stressabbau gerne verwendet.

Resveratrol

Resveratrol ist eine natürlich vorkommende polyphenolische Verbindung, dessen antioxidativ wirkende Funktion auf die Schilddrüse oft diskutiert wird. Es wirkt als Schilddrüsenstörer mit anti-Schilddrüsen- und goitrogenen Wirkungen und verringert, dass Schilddrüsen-spezifische Gene zum Ausdruck kommen. Als Ergänzung bei therapeutischer Anwendung ist also Vorsicht geboten! Weitere Studien stehen noch aus, um die Auswirkungen von Resveratrol zu bestätigen und die mögliche therapeutische Verwendung bei Schilddrüsenüberfunktion sicher einzuschätzen.  Bis dahin wird empfohlen bei Hashimoto mit verbundener Schilddrüsenunterfunktion Resveratrol eher zu meiden. Sprechen sie vor einer Einnahme unbedingt mit ihrem Arzt!32 33 34


Zusammengefasst
: Resveratrol wirkt als Schilddrüsenstörer. Ess soll verhindern, dass schilddrüsen-spezifische Gene zum Ausdruck kommen. Studien hierzu stehen aus. Resveratrol kann besonders bei Hashimoto nachteilig wirken, deshalb wird empfohlen bei Hashimoto mit verbundener Schilddrüsenunterfunktion Resveratrol eher zu meiden.

Podcast zu Hashimoto-Thyreoiditis 

Obwohl hier in Deutschland bis zu acht Millionen Menschen an einer Hashimoto-Thyreoiditis erkrankt sind, ist der Aufklärungsbedarf bei den Betroffenen darüber enorm hoch! Betroffene suchen häufig nach einer Behandlung, die wirklich hilft. Unser heutiger Podcast-Experte hat darüber nicht nur ein Buch geschrieben, er profitiert auch von seiner jahrelangen Erfahrung in diesem Gebiet. Markus Breitenberger ist Heilpraktiker und hat viele weitere Ausbildungen in Bereichen wie Homöopathie, potentialorientierte Psychotherapie, Paartherapie, Sexualtherapie und viele mehr! In seiner Praxis in München beschäftigt er sich seit 20 Jahren schwerpunktmäßig mit Hashimoto-Thyreoiditis und anderen Autoimmunerkrankungen.

Hier gehts zum zum Podcast

Weitere Ansätze und mögliche ergänzende Methoden bei Hashimoto

  • Klassischer Homöopathie
  • Betrachtung psychischer Aspekte (Autoaggression)

FAQ

Hier sammeln wir Fragen von Nutzer unserer Webseite, die unsere Experten beantwortet haben. Bei Fragen einfach in das Kommentarfeld die Frage stellen oder uns eine E-Mail senden.

Was ist Hashimoto?

Hashimoto Thyreoiditis, häufig mit Hashimoto abgekürzt, ist eine Störung des Immunsystems, welche die Entzündung der Schilddrüse zur Folge hat. Damit verbunden ist meist eine Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse.

Ist Hashimoto heilbar?

Nein, eine Zerstörung der Schilddrüse bedingt durch die eigene Autoimmunabwehr kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Allerdings können Symptome durch eine Einnahme von Schilddrüsenhormonen und anderen begleitenden oder alternativen Methoden häufig verbessert werden.

Wie lange dauert ein Hashimoto Schub?

Wie lange Probleme bei Hashimoto andauern hängt vom individuellen Verlauf und einer passenden Behandlung ab. Wird Hashimoto früh diagnostiziert, können Folgeschäden schnellstmöglich entgegengewirkt werden.

Was kann ich bei einem Hashimoto Schub tun?

Neben dem Ziel, die fehlende oder verringerte Schilddrüsenhormonfunktion zu ersetzen und die Schilddrüsenwerte zu stabilisieren, können vielfältige Methoden Linderung bringen. Die angepasste Ernährung, Stressabbau, eine gute Nährstoffversorgung und die Stärkung des Immunsystems können potentiell helfen!

Wie erkennt man Hashimoto?

Die Symptome einer Hashimoto-Erkrankung können sehr unterschiedlich und auch wechselnd sein! Die Erkrankung verläuft meist asymptomatisch und bleibt daher in vielen Fällen lange unbemerkt. Je nach Stadium der Krankheit können die Betroffenen unterschiedliche Symptome wahrnehmen! Besonders zu Beginn einer Symptomatik durch Hashimoto nehmen die Betroffen häufig Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion wahr. Herzrasen, Nervosität und Unruhe sind hier einige Beispiele. Bei einer Hypothyreose dagegen, was bei einer fortgeschrittenen Hashimoto-Erkrankung typisch ist, klagen Betroffene vermehrt über Ermüdung, Depressionen, Gewichtszunahme, Niedergeschlagenheit, etc.

Wie stellt man Hashimoto fest?

Gerade wegen der wechselnden Symptomatik, ist es nicht einfach Hashimoto sicher zu erkennen. Bei Verdacht sollte deshalb eine ausführliche Anamnese stattfinden. Unverzichtbar ist es auch, die Schilddrüsenfunktion und Schilddrüsenwerte (z.B. TSH, fT3 und fT4, TPO-AK) zu bestimmen. Auch eine Sonographie der Schilddrüse solle zusätzlich durchgeführt werden.

Was darf man bei Hashimoto nicht essen?

Eine glutenfreie Ernährung kann in manchen Fällen bei Hashimoto vorteilhaft sein! Auch Lektine (rohes Getreide, Hülsenfrüchte) oder Phytinsäure (Getreide etc.) sowie Alkaloide (rohe Kartoffeln und Paprika sowie Tomaten) stehen im Verdacht bestehende Beschwerden zu verstärken. Bei roh verzehrten Goitrogenen (Kohl, Radieschen, Mandeln, Zwiebeln Knoblauch, etc.) sollten sie vorsichtig sein! Experten vermuten Eigenschaften, welche den Schilddrüsenstoffwechsel stören können. Bei den Sojaprodukten sieht es ähnlich aus, hier sollen die enthaltenen Phytoöstrogene vermutlich nachteilig wirken!